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Zugvogel-Atlas für die Färöer

 
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George



Anmeldedatum: 16.12.2007
Beiträge: 1188
Wohnort: Deutschland, Nähe Hannover

BeitragVerfasst am: 31.08.2011 09:22    Titel: Zugvogel-Atlas für die Färöer Antworten mit Zitat

An der Universität Kopenhagen wird z.Z. ein Zugvogel-Atlas der Färöer erstellt.
Der färöische Wissenschaftler Sjúrður Hammer hat dazu Føroyskt flytifuglaatlass á veg veröffentlicht.

Die färöische Vogelwelt ist durch ihre geografische Positionierung besonders interessant, - wie Island ornithologisch auf einer Etappe zwischen Amerika und Europa gelegen, verfügt sie doch über eine ganz unterschiedliche, eben spezifisch färöische Vogelwelt.

Über das naturkundlich ornithologische Thema hinaus, bietet die Beschäftigung mit dem o.a. Atlas weitere Anknüpfungspunkte:

Zum einen lernen wir in Sjúrður Hammer einen der stark angelsächsisch geprägten Färinger kennen (ich bin mit ihm seit Jahren in Kontakt), - er hat an britischen Universitäten studiert, und er beschäftigt sich als überzeugter Christ sehr ernsthaft mit dem Problemfeld "Wissenschaft und christlicher Glaube", eine Diskussion, die in dieser Intensität eher in Amerika als in Europa angesiedelt ist, die sich in einiger Ernsthaftigkeit aber auch auch auf den Färöern wiederfindet. Wer mag, kann diesem roten Faden über die Facebook- und Mendeley-Seiten zu ganz 'besonders färöischen' Fazetten weiter folgen.

Ein anderer "roter Faden", diesmal in deutsch-färöische Zusammenhänge bietet der Beginn der Vogel-Beringung in den Färöern, mithin der Einstieg in die wissenschaftliche Erforschung der färöischen Vogelzüge. Sjúrður Hammer schreibt:
Zitat:
"Týskarin Hans Rudolphi, gjørdi tær fyrstu ringmerkingarnar í Føroyum í 1912. Tað var í sambandi við eina landafrøðiliga útferð í Føroyum, at hann ringmerkti 45 likkur við týskum ringum."
(Der Deutsche Hans Rudolphi hat 1912 als erster Vögel auf den Färöern beringt. Auf einer geografischen Exkursion in den Färöern wurden 45 Heringsmöwen mit deutschen Ringen markiert.)


Im "JOURNAL für ORNITHOLOGIE" der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft, Heft 1. 66. Jahrgang, Januar 1918 findet sich folgender Eintrag:

Zitat:
Unbestimmter „Seevogel".

Nr. 7327. Ring am 2. Juli 1912 an Dr. Erwin Detmers, Deutsche Arktische Expedition Schröder -Stranz Berlin W. 50, Kurfürstendamm 235 geschickt. Auf den Färör verwendet. Nähere Angaben über Markierung sind von dieser verunglückten Expedition nicht eingetroffen. Ein „Seevogel" mit diesem Ringe wurde im Mai 1917 auf der Nolsöer-Bank, Färör, geschossen.

Meldung erfolgte vom Kaiserlichen Vizekonsul in Trangisvaag (Färöer) an das Kaiserlich Deutsche General-Konsulat in Kopenhagen, von da an den Deutschen Reichskanzler und von da auf dem Dienstwege an die Vogelwarte Rossitten.


Ich entnehme daraus zum einen, daß Hans Rudolphi offensichtlich Ringe der Rossittener Vogelwarte verwandt hat, die eigentlich zum Kontingent der äußerst tragisch verlaufenen Schröder-Stranz Expedition 1912-1913 (Deutsche Arktis Expedition) gehört hatten; zum anderen bietet der Meldeweg dieses aufgefundenen Ringes interessante Einblicke in die (kaiserlich-)deutsche Vertretung auf den Färöern mitten im 1. Weltkrieg 1917.

Zitat:
(Fortsetzung aus o.a. Journalfür Ornithologie):

Danach hat in der Färöer -Zeitung „Dimmaloetting" vom 9. Juni 1917 eine Notiz gestanden, die in der Übersetzung so lautet :

Zitat:
Gezeichneter Vogel. — Kurz vor Ausbruch des Krieges haben einige deutsche Wissenschaftler, die während des Sommers sich hier aufhielten, einige Vögel gezeichnet oder zeichnen lassen.
Letzten Monat schofs ein Mann aus den Hellen auf der Nolsöer-Bank einen Seevogel, der einen Aluminiumring um das Bein hatte. Auf dem Ringe steht: „Vogelwarte Rossitten Germania 7327."


Zweite Meldung, auf die gleiche Zeitungsnotiz Bezug nehmend, durch Herrn Vizefeldwebel Dr. Hans Rudolphi, Leipzig.

Zitat:
Zeit: etwa 5 Jahre.

Entfernung: Der Vogel ist an Ort und Stelle geblieben, oder immer wieder dahin zurückgekehrt. Nach dieser Seßhaftigkeit zu urteilen, muß man an eine Silbermöwe denken.

(Anm.: "Zeit" und "Entfernung" bezieht sich auf die Rubriken im Auswerte-Formular für gemeldete Ringe.)

Wer sich weiter für die Beringung färöischer Zugvögel interessiert, - Daten (auf dänisch mit lateinischen Namen) finden sich auf der Seite des. Zoologischen Museums der Universität Kopenhagen, auf der Seite des Føroya Náttúrugripasavn, und natürlich beim färöischen "Chef-Ornithologen" Jens-Kjeld Jensen.

Über Dr. Hans Rudolphi finden sich im DFF-Magazin "Tjaldur" zwischen 1990 und 2006 einige Beiträge,
siehe Tjaldur Gesamtinhaltsverzeichnis Nrn 1 bis 44
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