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Homosexualität - Homophobie

 
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George



Anmeldedatum: 16.12.2007
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BeitragVerfasst am: 07.09.2010 07:37    Titel: Homosexualität - Homophobie Antworten mit Zitat

Der derzeitige Besuch der isländischen Premierministerin Jóhanna Sigurðardóttir in den Färöern ist von einem Skandal begleitet, - Jenis av Rana, Vorsitzender der Miðflokkurin("Partei der Mitte") hat die Einladung des färöischen Ministerpräsidenten Kaj Leo Johannesen zu einem offiziellen Essen öffentlich abgelehnt mit der Begründung, Homosexualität sei nach der Bibel nicht "normal", und er würde "im Traum nicht daran denken", an diesem Essen teilzunehmen.
Ach ja, Jóhanna Sigurðardóttir ist lesbisch und kommt mit ihrer Frau Jónína Leónsdóttir.

Zum Verhalten von Jenis av Rana gibt es den lesenswerten offenen Brief von Arni Zachariassen.
Arni studiert Theologie in Aberdeen/Schottland.


Sorry: Ich hatte in Unkenntnis "Bankett" als Abendessen gesetzt und jetzt korrigiert: es hat sich um ein Mittagessen gehandelt.
"Bankett" ist ein festliches, jedenfalls offizielles Essen, ursprünglich die Königs-Tafel.

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Zuletzt bearbeitet von George am 09.09.2010 08:39, insgesamt 2-mal bearbeitet
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 07.09.2010 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

Ich versteh' die Aufregung nicht. Jenis av Rana hat eine Einladung erhalten und mit einer (inzwischen politisch inkorrekten) Begründung angelehnt. Es gibt halt Menschen, die noch so empfinden. Vielleicht kam die Schwulenbefreiung für sie etwas zu plötzlich. Seine (wenigen) Wähler hätten es ihm sicherlich übel genommen, wenn er an dem offiziellen Abendessen teilgenommen hätte. Sie ticken halt so. Sei's drum.
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George



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BeitragVerfasst am: 08.09.2010 08:19    Titel: Antworten mit Zitat

Zur Beantwortung der Frage, worin die färöische Gesellschaft sich (noch) unterscheidet von der globalisierten west-europäischen, würde ich mich ziemlich bald mit der färöischen Kirche und ihrer deutlich zunehmenden konservativen Tendenz beschäftigen.

Es mag in manchen unserer Augen als sehr ungewohnt erscheinen, daß eine Pastorin einen ausgesprochen schweren Stand in ihrer Kirche hat (zur Verdeutlichung: nicht fachlich, sondern als Frau), und daß etwa Hochzeiten und Silberhochzeiten nicht bei jedem Pastor möglich sind, wenn es sich nicht bei beiden Ehepartnern um die erste Ehe handelt. Wer sich für dies Thema näher interessiert, wird konservative junge Pastoren finden, die nach amerikanischem Vorbild selbstbewußt ihre Gottesdienste per Video ins Netz stellen.

Diese konservative Tendenz ist nicht gleichbedeutend mit fundamentalistisch, aber sie weist in ihren biblizistischen Auslegungen sehr wohl Elemente davon aus. Die in der Tat überschaubare Wählerzahl der Miðflokkurin repräsentiert lediglich diejenigen, die zuvörderst ihre religiös begründeten Überzeugungen auch politisch durchsetzen wollen; Wähler mit einer vergleichbaren konservativ religiös motivierten Einstellung, denen aber z.B. zudem die färöische Autonomie sehr wichtig ist, werden sich eher in der Fólkaflokkurin wiederfinden.

Das färöische Parteiensystem zeichnet sich dadurch aus, daß es quer zum tradierten rechts-links Spektrum die Auseinandersetzung um die Autonomie gibt und als zusätzliche Trennlinie findet sich die politische Einstellung zur Homosexualität. Wem das nach den auch international stark beachteten oftmals skandalösen Vorgängen vor kaum 5 Jahren nicht mehr präsent ist, mag dies im Wikipedia: Homosexualität auf den Färöern auffrischen.
Es gab selten ein so heiß diskutiertes Thema in der färöischen Nachkriegspolitik, weder die Javnaðarflokkurin, die sozialdemokratische "Gleichheits"-Partei, die Tjóðveldisflokkurin, die linke "Republikanische" Partei, noch die Sambandsflokkurin, die liberale "Zusammengehörigkeits"-Partei gingen daraus ohne erhebliche Auseinandersetzungen und Blessuren hervor.

Vor diesem politischen Hintergrund stellt die Brüskierung der isländischen Ministerpräsidentin durch Jenis av Rana ein Politikum ersten Ranges dar, - nach innen und außen.
Ich halte es zudem für ausgesprochen bemerkenswert, daß es vor dem o.a. konservativ kirchlichen Hintergrund auch junge engagierte färöische Theologen gibt, die sich wie Arni Zachariassen mit diesem Offenen Brief zu Wort melden. Die auch ihn überwältigende positive Reaktion ist die eigentliche gute Nachricht.
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George



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BeitragVerfasst am: 09.09.2010 09:38    Titel: Antworten mit Zitat

Im o.a. Eingangsbeitrag habe ich leider versäumt, auf die sehr lesenswerten vorangegangenen Beiträge zum Thema "Homophopie" hinzuweisen. Sie tragen auch heute noch zum Verständnis der aktuellen Vorgänge bei:

1. Verfolgung und Repressionen gegen Homosexuelle

2. Act Against Homophobia

3. Detlef Wildrauts Leserbrief in Sosialurin 6-11 2006

4. Homophobie: Antirassismusparagraf 266 b erweitert.
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George



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BeitragVerfasst am: 12.09.2010 15:53    Titel: Antworten mit Zitat

Der folgende Artikel von Clare MacCarthy in der IRISHTIMES online gibt einen guten Überblick über die Situation, auch darüber, daß diese demonstrative Homophobie sich keineswegs auf die Miðflokkurin (Zentrumspartei) beschränkt. MacCarthy ist Dänemark-Korrespondentin der Financial Times und des Economist.

Zitat:
Comments mar Icelandic PM's trip to Faroes

RELATIONS BETWEEN Iceland and the Faroe Islands were under pressure yesterday after several Faroese MPs launched a homophobic attack on Iceland’s head of government.

Jóhanna Sigurdardóttir, the world’s first openly gay prime minister, was on an official courtesy visit to the Faroe Islands to try to boost political and cultural ties between the neighbouring territories.

But the visit was marred by a snub by Jenis av Rana, an MP and leader of Midflokkurin, a fundamentalist Christian party, who refused an invitation to a state dinner in Tórshavn, the Faroese capital, because Ms Sigurdadóttir was accompanied by her wife.

Mr av Rana said the presence of Jónina Leósdóttir at the state dinner was “a provocation”. Long-time partners Ms Sigurdardóttir and Ms Leósdóttir were married in their native Reykjavik in June this year on the same day a new law making Iceland the 10th country in the world allowing full same-sex marriages took effect.

Mr av Rana, who is also a general practitioner and a preacher, pointed out that his political party is formally opposed to homosexuality.

“Were I to participate in the official dinner, it would be the same as saying that I support a union that is contrary to nature and condemned by the Bible. And that’s something I will not risk under any circumstances,” he said.

Mr av Rana’s traditionalist views were echoed by parliamentarians in other parties. Gerhard Lognberg, a social democrat, said that while he was not invited to the dinner he was unsure if he would have attended had the offer been made.

Accepting the dinner invitation, he said, was tantamount to accepting gay marriages.

Alfred Olsen, of Sambandsflokkurin, a liberal party, said he objected to the presence of a same-sex spouse.

“It is against nature for a man or a woman to live with a person of the same sex,” he said.

Though not themselves in cabinet, Mr Lognberg and Mr Olsen are MPs for parties which are part of the three-party coalition government.

Kaj Leo Johannesen, the Faroese prime minister, condemned the anti-gay outbursts, saying Mr av Rana should be “ashamed of himself”.

Opposition leader Høgni Hoydal, a former deputy prime minister, told The Irish Times in an interview that he too was “ashamed of the MPs’ behaviour”.

Ms Sigurdardóttir and her wife “were representing the whole Icelandic nation” and snubbing them was utterly unacceptable, he said.

Although Mr Hoydal claimed that only a small minority of the 48,000 Faroese inhabitants are homophobic, he also feared that the incident would damage the islands’ international image.

“It was an insult to the Icelanders and to every homosexual person in the world,” he said.

The Faroe Islands are a semi-autonomous territory under the Danish crown but they are markedly more socially conservative than other Nordic countries.

In 1989, Denmark became the first country in the world to permit registered partnerships for gay and lesbian couples and today, Norway, Sweden and Iceland all allow same-sex marriage.

Gay and lesbian unions are not recognised in the Faroes and gay couples are banned from adopting children.

Sexual orientation was written into the islands’ anti-discrimination law as recently as 2006, and even then only by a narrow margin after a bitter political debate.

There are no statistics on the number of gay people living in the Faroe Islands.

However, anecdotal evidence suggests that a large proportion of the gay community chooses emigration to Denmark over a hostile home environment.

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joachim



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BeitragVerfasst am: 04.08.2014 04:58    Titel: Zeitenwandel. Antworten mit Zitat

Mal keine Wale...

Zitat:
5,000 march for LGBTI rights in the Faroe Islands
One-in-ten people in the Danish dependency of the Faroe Islands marched in the Faroe Pride March on Sunday as lawmakers continue to oppose the legalization of same-sex marriage despite wide public support for the reform..."


Quelle:

http://www.gaystarnews.com/article/5000-march-lgbti-rights-faroe-islands280714

JO
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Es ist alles schon gesagt, nur nicht von allen.
Karl Valentin
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