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Das alljährliche Abschlachten, der Wale und Delfine!!!
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joachim



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BeitragVerfasst am: 23.11.2014 12:28    Titel: Antworten mit Zitat

PeeWee hat Folgendes geschrieben:
...Wen dieser Film nicht berührt, bei dem ist sowieso in Sachen Empathie alles verloren.

Wer tote Wale und die Opfer des Holocaust,
wer den Grindadráp und die Gaskammern von Auschwitz gleichsetzt,
bei dem ist nicht nur in Sachen Empathie alles verloren.

Jo

P.S:
Ach ja, der Film berührt natürlich. Und sicher, wir (als westliche Industriegesellschaft) essen zu viel Fleisch und haben jedes Gefühl gegenüber den sog. "Nutztieren" (Das Wort ist an sich schon pervers) verloren.

Aber dieser Film berührt besonders da, wo es um die industrielle Massentierhaltung und Schlachtung geht.
Grindwale werden ja wohl eher selten in enge Ställe und Legebatterien gesperrt.
Insofern: Im Zusammenhang mit der Grindwaljagt ist dieser Verweis ein klassisches Eigentor.
_________________
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Es ist alles schon gesagt, nur nicht von allen.
Karl Valentin
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joachim



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BeitragVerfasst am: 30.11.2014 13:18    Titel: Zweierlei Maß.... Antworten mit Zitat

Wo war Sea Shepherd?
Wieso stand Ortmüller nicht am Straßenrand?
Wer schickt Hass-Tweets darüber, dass alle Nepalesen Barbaren sind?
Wieso spamt man nicht jedes Youtube Video über Nepal zu?
Wer ruft zum Boykott auf?

Ach ja, sind ja keine Wale und es kamen nur Wasserbüffel, Ziegen, Schweine, Vögel und Menschen zu Schaden, so what...

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/opferfest-in-nepal-tausende-tiere-getoetet-a-1005807.html

Jo




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Karl Valentin
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 30.11.2014 19:48    Titel: Re: Zweierlei Maß.... Antworten mit Zitat

joachim hat Folgendes geschrieben:

[...]
Wer schickt Hass-Tweets darüber, dass alle Nepalesen Barbaren sind? ...
[...]


Dieses "Opferfest" in Nepal wurde schon von Tierschützern beachtet. Eine Skandinavierin, die sich auch an Aktionen gegen den Grindwalfang auf den Färöern engagiert, hat z.B. auf Twitter einen Text gegen diese Schlachterei an alle möglichen Zeitungen und TV-Stationen getwittert (vergleichbar mit den Tweet-Storms" gegen die Färöer).
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Anne



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BeitragVerfasst am: 01.12.2014 19:29    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich bitte euch! Was soll denn das jetzt? Wollen wir jetzt alle Ungerechtigkeiten gegenüber Tieren auf der Welt aufzählen, gegen die Sea Shepherd nichts tut? Begeben wir uns jetzt auf das Feld der bloßen Polemik?

Ich möchte das hier mal ganz klar sagen: So sehr ich dieses Forum sonst mag, der Ton in diesem Thread (und in den meisten anderen Threads zum Grind), geht mir gewaltig auf den Sack. Ihr reagiert unfreundlich, beleidigend und weint rum. Das ist doch keine Diskussionskultur. Selbst wenn man in einer Diskussion absolut konträrer Ansicht ist, ist das kein Grund, sich über den anderen lustig zu machen oder ihn zu beleidigen. Man sollte schon in der Lage sein, sich wie erwachsene Menschen zu unterhalten.

Irgendjemand hier (uk?) ist mit der Diskussion ganz schnell fertig. Die habe man ja schon 1000mal geführt, alles nur Kleinklein und sowieso. Bum, aus, Ende. Lieber uk, ich bin seit über 20 Jahren Vegetarier. Was meinst du, wie oft ich mir schon das immer gleiche dumme Gespräch von Nicht-Vegetariern anhören durfte? Wie oft ich schon mit süffisantem Grinsen gefragt wurde, ob ich auch eine Wurst esse? Meinst du, das nervt nicht? Über 20 Jahre das gleiche "Kleinklein", das sich jemand, der keine Erbsen mag, nie anhören muß. Trotzdem fang ich nicht an rumzuweinen. Man kann das ja alles sachlich erklären. Und wenn man es 1000mal erklärt. Wenn man verstanden werden will, dann muß man erklären. Wenn du möchtest, daß jemand deinen Standpunkt versteht, dann erkläre ihn. Wenn du mit Anhängern von Sea Shepherd nicht reden möchtest, dann tue es nicht. Aber bitte lass doch beleidigende und/oder nichtssagende Kommentare bleiben.

PeeWee hat im Gegensatz zur Threaderstellerin Umgangsformen und wenn sie mit uns höflich spricht, dann sollten wir in der Lage sein, auch höflich zu ihr zu sein. Konträre Ansichten hin oder her. Soviel dazu.



Nun zu PeeWees Antworten auf meine Fragen (und sorry, daß ich so lange gebraucht habe, um darauf zu regieren):

Zitat:
Zu den Grindwalen, keiner weiss wieviele Grindwale es überhaupt noch gibt, es macht immer Sinn eine Tierart, egal welche zu schützen. Wenn man sich die Fangstatistiken ansieht, dann wird man erkennen, dass die geschlachteten Walfamilien immer kleiner werden, mit jeder geschlachteten Familie stirbt auch ein Genpool unwiederbringlich. Dies alles ist ebenso zu bedenken.


Die offiziellen Schätzungen, wieviele Grindwale es gibt, besagen, daß es zwischen 100.000 und 128.000 Grindwale im Nordatlantik gibt. Nehmen wir die niedrigere Zahl als richtig an. Die Färinger erlegen laut Fangstatistik im Mittel seit dem 16. Jh (siehe hierzu auch meinen Post vom …) ca. 800 Tiere pro Jahr. Das sind weniger als 1 %, was nicht als artgefährdend einzustufen ist. Und wäre die Jagd der Färinger artgefährdend, wären die Grindwale wohl schon ausgestorben oder kurz davor.

Einschub: Natürlich ist es immer sinnvoll, eine Tierart zu schützen. Die Frage ist nur: Warum steckt man solche Energien in den Schutz einer Tierart, die de facto NICHT gefährdet ist bzw. nicht stark gefährdet ist, wenn es andere Tierarten gibt, bei denen das Überleben der Art von der Entwicklung in den nächsten Jahren abhängig ist?

Zurück zum Grindwal:
Welchen Statistiken entnimmst du, daß die geschlachteten Walfamilien immer kleiner werden? Ich kann diesen Trend in den Fangstatistiken der letzten 22 Jahre zumindest nicht erkennen. Ich beziehe mich hierbei auf diese beiden Statistiken:
http://www.whaling.fo/Default.aspx?ID=7125
http://savn.fo/00534/00219/00217/

Es ist auch – meines Erachtens – nicht richtig, dass mit jeder Familie ein Genpool unwiederbringlich verschwindet. Die Grindwale schließen sich zur Zeit des Hauptauftretens ihrer Beutetiere teils zu großen Gruppen zusammen. Durch Gentests konnte nachgewiesen werden, dass nicht alle Jungtiere einer Gruppe auch von den dominanten Männchen dieser Gruppe abstammen. Es kommt also durchaus zu Fremdpaarungen, wenn sich mehrere Schulen zu einer großen Gruppe zusammenschließen.

Ich lese oft, dass es als grausam empfunden wird, dass alle Tiere einer Gruppe, einschließlich trächtiger Weibchen und Jungtiere getötet werden. Das Problem ist, dass dies unvermeidbar ist. Es ist nicht erkennbar, welches Tier das Leittier ist und es ist nicht erkennbar, welche Tiere trächtig sind. Ohne das Leittier ist die Gruppe jedoch orientierungslos und überlebende Tiere würden jämmerlich eingehen. Daher ist es humaner (das sehe ich durchaus so), alle Tiere zu töten und zu verwerten. Ich weiß von Färingern, dass sie es auch nicht schön finden, wenn trächtige oder Jungtiere getötet werden. Aber alleine hätten sie nun mal keine Überlebenschance und dann ist ein schneller Tod besser als ein langsamer, qualvoller.


Zitat:
Sea Shepherd hat sich schon immer für den Schutz der Haie eingesetzt dies ist eine der wichtigsten Aufgaben die wir verfolgen. Ein Grund z.B. warum Paul Watson von Interpol gesucht wurde 8(ich glaube er ist dort immer noch zur fahndung ausgeschrieben), weil Puerto Rico einen Haftbefehl gegen ihn am laufen hat. Eine Kampagne hierzu ist "Operation Requiem". Es gibt viele Beispiele wo illegale Langleinenfischerei unterbunden wurde. Im Galapagos Schutzgebiet engagiert sich Sea Shepherd noch immer.


Du sagst, Sea Shepherd habe sich schon immer für Haie eingesetzt. Wenn ich mir die Seite von Sea Shepherd ansehe, stelle ich jedoch fest, daß die letzten News diesbezüglich vom September 2012 sind. Das sind über zwei Jahre, in denen Sea Shepherd offensichtlich nichts für Haie getan hat, obwohl einige Haiarten mittlerweile massiv vom Aussterben bedroht sind und man bei einigen Arten davon ausgeht, daß sie in den nächsten Jahren ausgestorben sein werden! Mit Verlaub, aber Haie brauchen den Schutz, die Fürsprache, meinetwegen auch den Kampf von Sea Shepherd (und anderen Organisationen) weitaus dringender als Grindwale. Hier geht es um das Überleben ganzer Arten!

Einschub: Paul Watson wird von Costa Rica gesucht, nicht von Puerto Rico, das sollte man als Mitglied (bist du das überhaupt? Will dir nichts unterstellen…) schon wissen.
http://www.interpol.int/notice/search/wanted/2013-60414

Die „Operation Requiem“ scheint nicht länger aktiv zu sein, zumindest erweckt die Homepage von Sea Shepherd den Eindruck.


Zitat:
Auch Thunfische stehen auf unserer Liste, z.B. gab es eine Kampagne im Mittelmeer 2010 und 2011 um die Blauflossen Thunfische zu schützen.


Richtig, es gab Kampagnen 2010 und 2011. Damals wurde davon geredet, daß die Bestände im Mittelmeer innerhalb der nächsten fünf Jahre zusammenbrechen werden. Nun sind wir fast fünf Jahre später. Und was tut Sea Shepherd? Die letzte News hierzu auf der Seite von Sea Shepherd ist vom Juni 2012. Hier geht es um das Überleben einer Art!

Zitat:
Die gestrandeten Pottwale sind eine tragische Geschichte, aber wie sooft kann man nicht immer überall sein und im April waren wir leider noch nicht vor Ort. Die MIttel die wir haben übersteigen sicher nicht die der Färinger, aber es ist erwiesenermassen sehr schwierig so grosse Meeressäuger zu befreien. Schon bei kleineren Arten ist dies oft nicht möglich.


Du hast hier in vielen Punkten Recht. Man kann nicht überall sein. Es ist schwierig, große Meeressäuger aufs offene Meer zu bugsieren. Ich weiß nicht, ob Sea Shepherd die Mittel hat, solche Säuger freizuschleppen. Sea Shepherd hat aber die Publicity, um solche Mittel schnell zu beschaffen, wenn es sein muß. Es geht ja auch nicht nur um die Tiere. Das hier, das wäre DIE Gelegenheit für Sea Shepherd gewesen zu sagen: „Schaut, wir sind nicht eure Feinde, wir hassen euch nicht, weil ihr Grindwale jagt. Wir unterstützen euch, wenn ihr unsere Hilfe braucht. Und wir wünschen uns, daß ihr mit der Grindwaljagd aufhört.“ Es wäre DIE Gelegenheit gewesen, den Färingern freundlich und hilfsbereit zu begegnen. Doch daran besteht meiner Meinung nach seitens Sea Shepherd kein Interesse. Das Feindbild muß mit allen Mitteln aufrecht erhalten werden.


Zitat:
Auch unsere Manpower reicht bei weiten nicht aus alles abzudecken, man muss sich einfach ein paar sachen herauspicken, anders geht das nicht. Aber das ist dir sicher selbst klar.

Es wird immer jemand fragen warum macht ihr nicht dieses oder jenes, die antwort wird immer sein weil wir eben genau das jetzt machen und für wichtig halten.


Ja, es ist mir klar, daß man nicht überall sein kann. Dafür gibt es einfach zu viele Baustellen auf der Welt. Und natürlich kann man auch nicht alles gleichzeitig machen.

Ich frage mich nur – und ich halte meine Frage für berechtigt: Nach welchen Kriterien entscheidet Sea Shepherd, welche Kampagnen gefahren werden? Sollte es nicht so sein, daß eine Organisation, die sich den Schutz und die Rettung der Meere auf die Fahnen geschrieben hat, sich vornehmlich um die Arten kümmert, die direkt vom Aussterben bedroht sind? Und nicht um Arten, die eventuell gefährdet, aber nicht bedroht sind?


Zitat:
Da sich Sea Shepherd ausschliesslich über Spenden finanziert sind wir natürlich auch auf medienwirksame Aktionen angewiesen, denn diese füllen unsere Kassen für weitere Kampagnen.


Uuuuuuund hier nennst du selbst den Grund bzw. beantwortest meine Fragen von oben. Die „Operation Grindstop“ dient also nur dazu, Publicity zu bekommen, um Geld in die Kassen zu spülen, damit man sich um (z.B.) Haie und Thunfische kümmern kann. Ich bin mal gespannt, ob es da im nächsten Jahr entsprechende Kampagnen gibt. Es geht hier also nicht (nur) um den Schutz der Grindwale, sondern vor allem darum, Geld in die Kassen von Sea Shepherd zu spülen.

Dabei schreckt Sea Shepherd auch nicht vor falschen Informationen zurück. Da wird von „brutally and senselessly slaughtered“ geredet. Über brutal kann man streiten, es gibt wohl keine „sanfte“ Art des Tötens. Aber sinnlos wohl kaum, immerhin werden die Wale gegessen (ob das jetzt gesundheitsschädlich ist oder nicht, stelle ich jetzt mal hintenan, denn Fakt ist: Sie werden gegessen und nur für diesen Zweck getötet). Warum es ganze Schulen sind, das habe ich oben schon erläutert.

Stolz wird behauptet, daß während der 2011er Kampagne nicht ein Wal getötet wurde. Ja, weil es keine gab. Das ist aber kein Verdienst von Sea Shepherd. Auch ohne die Anwesenheit von Sea Shepherd hat es immer wieder Jahre gegeben, in denen kein einziger Wal getötet wurde (siehe Fangstatistiken).

Wirkliche Information, weder zur Jagd, noch zur Kampagne, findet man jedoch nicht (oder ich bin zu doof).


Zitat:
Was wir alles tun, auch in Sachen Aufklärung, kann jeder auf unseren Webseiten selbst nachlesen. http://www.seashepherd.org/


Sorry, da finde ich leider keine wirklichen Informationen, mir scheint das alles recht nebulös zu sein (siehe auch meine Ausführungen zu diversen Kampagnen oben).


Zitat:
@u.k. insgesamt wäre das die Lösung fast aller durch Menschen verursachter ökologischer und spezieszischtischer Probleme. Man muss nur beleuchten was der Konsum/Nutzung von Tieren durch Menschen für Folgen für die ganze Welt mit sich bringt. Aber das führt jetzt denk ich einmal wirklich zu weit hier.
Das Thema war ja mal der Grind, oder?
Hierzu sehr zu empfehlen der Film Earthling, der ist nicht von PETA und hat schon so manchen die Augen geöffnet. Wen dieser Film nicht berührt, bei dem ist sowieso in Sachen Empathie alles verloren.


Ich stimme mit dir darin überein, daß Fleischkonsum generell schlecht ist für die Welt. Ich muß dabei in meiner Argumentation noch nicht mal mit den armen Tieren kommen. Das Leid der Tiere kann ich bei dieser Argumentation sogar außen vor lassen.
Übermäßiger Fleischkonsum ist (zumindest in der Art, wie es in unseren Breiten/den Industriestaaten konsumiert wird) gesundheitsschädlich. Fleisch aus Massentierhaltung ist mit Antibiotika belastet, was früher oder später zum Bumerang wird. Menschen werden an banalen Krankheiten sterben, weil Bakterien Resistenzen gebildet haben. Regenwälder werden abgeholzt, um Anbauflächen für Futtermittel zu schaffen. Der Klimawandel wird vorangetrieben. Die Erde hat das Potential, alle auf ihr lebenden Menschen zu ernähren. Doch Millionen verhungern, weil wir lieber Futter für fleischproduzierende Tiere anbauen.

Aber richtig, wir waren ja beim Grind.


Über was sich viele hier monieren: Der Vergleich KZ-Grind/Massentierhaltung.
Der Vergleich hinkt, ja. Deshalb muß man aber nicht beleidigend werden. Man kann auch erklären, warum der Vergleich hinkt.
Mit dem Grind läßt sich hier überhaupt nix vergleichen, ich denke, das muß gar nicht erst diskutiert werden. Ich persönlich kann den Vergleich Massentierhaltung - KZ noch irgendwo nachvollziehen, da für mich jedes Leben, egal ob Mensch oder Tier, gleich viel wert ist. Ich weiß jedoch, daß für die meisten Menschen ein Menschenleben mehr wert ist als ein Tierleben. Dies ist auch so im Gesetz verankert. Von daher stößt man die meisten Menschen mit diesem Vergleich vor den Kopf. Und zwar so massiv, daß diese Menschen keine Lust mehr haben, einem weiter zuzuhören. Das nur mal so als Tip an dich, PeeWee (hast du ja hier in diesem Thread auch schon erfahren).



Mein Problem mit Sea Shepherd ist das folgende:
Die Organisation, ihr ganzer Aufbau, die Namen der Kampagnen haben starken militärischen Charakter. Wie paßt Liebe und Tierschutz mit dem Militär zusammen? Paul Watson ist ein radikaler Mensch. So radikal, daß Greenpeace ihn rausgeworfen hat. Er ist ein Ökoterrorist. Und mit Terroristen verhandelt man nicht.

Meiner Meinung nach hat jeder Mensch das Recht, sein Leben für eine Sache, und sei sie noch so bescheuert oder ehrenvoll, hinzugeben, wenn er das möchte. Was jedoch gar nicht geht, ist das Leben anderer ohne deren Einwilligung gefährden. Sei es das Leben Untergebener oder das Leben anderer (Fischer, z.B.). Und genau das tut Paul Watson. Und das geht gar nicht. Das ist ein absolutes No-Go.

Darüber hinaus ist Paul Watson äußerst inkonsequent. Ich erinnere an Szenen aus Whale Wars, als Schiffe mit faulen Eiern beworfen wurden. Wie respektlos kann man bitte mit Nahrung, mit tierischen Produkten umgehen und sich dann Tierschützer nennen?? Mich hat das wirklich schockiert.

Dann gab es da noch seine Unterhaltung mit Heri Joensen, in der er forderte, daß die Färinger mehr Hähnchen und weniger Wal essen sollen. Ja, was glaubt Paul Watson denn, vorher die Hähnchen kommen? Mit Sicherheit aus Dänemark. In Dänemark ist das Verfüttern von Fischmehl an Hühner jedoch noch erlaubt. Und Fischmehl gewinnt man aus Fischen, die mit Netzen gefangen werden, in denen auch – tadaa – Wale qualvoll verenden. Ein „Walschützer“ fordert also allen Ernstes, man soll keine Wale mehr töten, um sie zu essen, sondern stattdessen ein Produkt essen, dessen Herstellung den sinnlosen Tod von Walen bedeutet (denn die in den Netzen verendeten Wale und Delfine werden ja nicht verwertet)??? Sorry, aber das ist krank und dumm. Man sollte sich informieren, bevor man so etwas vom Stapel läßt.


Versteh mich nicht falsch, mir gefällt der Grind auch nicht. Ich bin jedoch der Meinung, daß man durch Druck gar nichts erreicht, sondern eher noch Trotzreaktionen hervorruft. Grindwale sind nicht gefährdet. Gebt doch einfach den Färingern die Zeit, die sie brauchen, um sich allmählich vom Fang zu verabschieden. Nach und nach wird der Fang aussterben, da bin ich mir ziemlich sicher. Und selbst wenn nicht – der Grindwal ist durch internationale Gewässerverschmutzung und Fischerei deutlich mehr gefährdet als durch die direkte Jagd.

Ich habe den Eindruck, daß es bei Sea Shepherd nicht um den Schutz von Tieren, sondern um das Erlangen von Profit geht. Hier wird sich auf die Färöer eingeschossen, weil es da viel Blut zu sehen gibt und das natürlich furchtbar grausam und brutal aussieht. So kann man viele Mitglieder und Spenden sammeln. Ob am Ende tatsächlich was bei den Tieren ankommt, das kontrolliert ja keiner.

Wieso kümmert sich Sea Shepherd nicht endlich um den Finnwalfang, den Island vorsieht? Naja, ist halt nicht so spektakulär, ein einzelner harpunierter Wal, verglichen mit einer rot gefärbten Bucht.


Sea Shepherd geht meiner Meinung nach die Probleme vom völlig falschen Ende an. Es werden direkt die Produzenten angegriffen, für die jedoch oft (z.B. bei den Haien) das Überleben der gesamten Familie davon abhängt, ob sie Arbeit haben oder nicht. Daß solche Leute sich wehren, ist doch logisch.

Warum klärt Sea Shepherd nicht beim Verbraucher auf? Ich finde nichts dazu, daß Sea Shepherd jemals Kampagnen zur Verbraucheraufklärung gestartet hätte. Oder zur Aufklärung in Politik und Industrie. Viele Leute wissen überhaupt nicht, daß Haie und Thunfische vom Aussterben bedroht sind. Sie wissen nicht, wie brutal Haien die Flossen bei lebendigem Leib abgeschnitten werden, nur um eine geschmacklose Suppe daraus zu kochen. HIER muß man ansetzen. Wenn niemand mehr Thunfisch- oder Haiprodukte kauft, dann wird auch die davon abhängige Industrie zusammenbrechen. Und nur dann werden die Arten überleben. Der Weg von Sea Shepherd ist zwar spektakulärer, bringt aber überhaupt nichts. Im Gegenteil. Er vergeudet Resourcen, die an anderer Stelle sinnvoll für den Tierschutz eingesetzt werden könnten. Und das finde ich sehr, sehr traurig.

PeeWee, ich denke/vermute, du bist jung und engagiert und willst etwas bewegen. Ich finde nur, man sollte sich dann einer Organisation anschließen, die auch wirklich etwas bewegt und nicht nur mit dem Säbel rasselt.

So, das war viel Text; ich hoffe, das hat irgendwer überhaupt zu Ende gelesen. Wink
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Matthias2



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BeitragVerfasst am: 02.12.2014 09:40    Titel: Antworten mit Zitat

Anne hat Folgendes geschrieben:
Also ich bitte euch! Was soll denn das jetzt? Wollen wir jetzt alle Ungerechtigkeiten gegenüber Tieren auf der Welt aufzählen, gegen die Sea Shepherd nichts tut? Begeben wir uns jetzt auf das Feld der bloßen Polemik?

Ich möchte das hier mal ganz klar sagen: So sehr ich dieses Forum sonst mag, der Ton in diesem Thread (und in den meisten anderen Threads zum Grind), geht mir gewaltig auf den Sack. Ihr reagiert unfreundlich, beleidigend und weint rum. Das ist doch keine Diskussionskultur. Selbst wenn man in einer Diskussion absolut konträrer Ansicht ist, ist das kein Grund, sich über den anderen lustig zu machen oder ihn zu beleidigen. Man sollte schon in der Lage sein, sich wie erwachsene Menschen zu unterhalten.

Irgendjemand hier (uk?) ist mit der Diskussion ganz schnell fertig. Die habe man ja schon 1000mal geführt, alles nur Kleinklein und sowieso. Bum, aus, Ende. Lieber uk, ich bin seit über 20 Jahren Vegetarier. Was meinst du, wie oft ich mir schon das immer gleiche dumme Gespräch von Nicht-Vegetariern anhören durfte? Wie oft ich schon mit süffisantem Grinsen gefragt wurde, ob ich auch eine Wurst esse? Meinst du, das nervt nicht? Über 20 Jahre das gleiche "Kleinklein", das sich jemand, der keine Erbsen mag, nie anhören muß. Trotzdem fang ich nicht an rumzuweinen. Man kann das ja alles sachlich erklären. Und wenn man es 1000mal erklärt. Wenn man verstanden werden will, dann muß man erklären. Wenn du möchtest, daß jemand deinen Standpunkt versteht, dann erkläre ihn. Wenn du mit Anhängern von Sea Shepherd nicht reden möchtest, dann tue es nicht. Aber bitte lass doch beleidigende und/oder nichtssagende Kommentare bleiben.

PeeWee hat im Gegensatz zur Threaderstellerin Umgangsformen und wenn sie mit uns höflich spricht, dann sollten wir in der Lage sein, auch höflich zu ihr zu sein. Konträre Ansichten hin oder her. Soviel dazu.


Liebe Anne,
vielen Dank für diese Antwort - genau das ist mir auch durch den Kopf gegangen und ich hätte es nicht besser sagen können! Schon deine ersten Zeilen treffen den Nagel genau auf den Kopf. Sobald einige Leute hier in diesem Forum nur Walfanggegner hören, ist die Meinung schon gebildet. PeeWee war eindeutig auf eine sachliche Diskussion aus, was bei Walfanggegnern in diesem Forum eine große Ausnahme ist. Die Person trotzdem - oder vielleicht ja gerade deshalb?? - so anzugehen, ist der hier bisher so hoch geschätzten Diskussionskultur leider nicht würdig. Deshalb noch einmal Danke für deine Worte!

Ich habe viele Vegetatier in meinem Freundeskreis und bewundere eher ihre Konsequenz, mit der sie im Gegensatz zu mir auf Fleisch und auch Fisch verzichten, als ihnen vorzuwerfen etwas NICHT zu essen - wie käme ich bloß dazu?? Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob sich die Diskussion hier noch um Walfang dreht oder eher eine größere, grundsätzlichere Dimension erreicht hat, nämlich den Umgang mit Tieren und die Folgen des Fleisch-/Fischkonsums im Allgemeinen. Und hier fühlen sich viele Menschen, die tierische Produkte konsumieren, von jenen persönlich angegriffen, die darauf verzichten, und reagieren mit Trotz oder blöden Sprüchen. Wer möchte schon mit einem schlechten Gewissen sein Steak essen? Leider neigen in unserer Gesellschaft die Menschen vom Grundsatz her sehr häufig dazu, jene niederzumachen, die sich für eine nachhaltigere oder gerechtere Welt einsetzen. Vielen Menschen gefällt es einfach nicht, wenn ihnen ein Spiegel vorgehalten wird und sie ihr Verhalten reflektieren sollen, sondern fühlen sich direkt in ihrer "Freiheit" bedroht.

Das denke ich übrigens im Allgemeinen und beziehe es ausdrücklich nicht auf die Forumsmitglieder. Ich kenne euch nicht persönlich und maße mir deshalb auch nicht an, euch in irgendeine Schublade zu stecken.

Anne hat Folgendes geschrieben:

Ich habe den Eindruck, daß es bei Sea Shepherd nicht um den Schutz von Tieren, sondern um das Erlangen von Profit geht. Hier wird sich auf die Färöer eingeschossen, weil es da viel Blut zu sehen gibt und das natürlich furchtbar grausam und brutal aussieht. So kann man viele Mitglieder und Spenden sammeln. Ob am Ende tatsächlich was bei den Tieren ankommt, das kontrolliert ja keiner.


Dieser und den meisten anderen deiner Aussagen zu Sea Shepard stimme ich genauso zu! Es ist außer Frage absolut am Thema vorbei, Sea Shepard vorzuwerfen, sich nicht um fragwürdige Rituale in Nepal zu kümmern. Mit diesem Argument kann man jedes Engagement zunichte machen und Menschen/Organisationen, die sich für eine bestimmte Sache einsetzen, ihrer Legitimität berauben ("Du spendest an die Tafel? Aber in Afrika hungern Millionen Menschen, das ist doch viel wichtiger..."). Irgendwo muss man aber anfangen! Ist es außerdem ein Unterscheid, ob Tierschützer in Nepal versuchen, die Menschen von diesem Ritual abzuhalten, oder ob sie vor Ort auf den Färöern versuchen, Menschen vom Grindwalfang abzuhalten?

Wir können uns aber in der Tat fragen, ob Sea Shepard es mit dem Meeresschutz wirklich ernst meint. Und da hat Anne einige Punkte genannt, die man IN DEM BEREICH DES MEERESSCHUTZES (denn dafür setzt sich diese Organisation lauf Selbstdefinition ja vermeintlich ein) durchaus als wichtiger erachten kann (und hier sind wir endlich wieder auf der Sachebene angelangt). Auch hier bin ich mit dir einer Meinung, dass die Prioritäten völlig falsch gesetzt sind und die aktuellen Aktivitäten, wie PeeWee ja auch zugegeben hat, insbesondere möglichst hohe Spendengeldern generieren sollen. Das ist aber nichts Außergewöhnliches, "Symbolpolitik" ist ja nun auch etwas Alltägliches.

Anne hat Folgendes geschrieben:

So, das war viel Text; ich hoffe, das hat irgendwer überhaupt zu Ende gelesen.

Einer auf jeden Fall... Smile
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 02.12.2014 15:33    Titel: Aw: Antworten mit Zitat

@Anne,

überlass das mal bitte mir, an welchen Diskussionen ich mich beteilige und in welchem Umfang.
Ich will hier im Ggs. zu anderen niemanden bekehren.
Zur Kritik am Grindwalfang ist m.E. auch schon alles in den letzten 30 Jahren geschrieben worden.

u.k.

P.S. Das "Klein-klein", das mich wirklich nicht interessiert, bezog sich nur auf die gegenseitigen Anschuldigungen von Färingern und den Aktivisten ("Die Geschichte mit dem Toilettenpapier auf Sandoy", s. bereits mein Beitrag vom 15.10.).
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Anne



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BeitragVerfasst am: 02.12.2014 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

Das mag ja sein, daß schon alles darüber geschrieben wurde. Nur hat eben nicht jeder schon alles gelesen. Und entweder gibt man es dann in eigenen Worten wider, oder man verlinkt es.

Man könnte ja auch mal einen Homepage mit allen lesenswerten Artikeln zu dem Thema zusammenstellen. Oder einen Thread hier. Dann kannst du jederzeit sagen: Lies Thread XL.

Aber es bringt niemandem etwas, zu sagen, daß alles schon gesagt wurde, wenn der Adressat das aber nie gehört hat.
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 03.12.2014 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

Anne hat Folgendes geschrieben:
Das mag ja sein, daß schon alles darüber geschrieben wurde. Nur hat eben nicht jeder schon alles gelesen.
[...]


Das wirklich Schöne an diesem Forum ist ja, dass es eine Suchfunktion hat, in der alle bisherigen Diskussionen mit entsprechender präziser Anfrage leicht aufzufinden sind.

Hier kam jmd. reingeschneit, der uns die Sea Shepherd Version über den Grindwalfang erzählen wollte, die es schon in zig anderen Foren etc. zu lesen gibt und die auch schon hier mehrmals durchgekaut wurde.

Bei mir bestand halt kein weiterer Bedarf.
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 22.03.2015 16:19    Titel: NORR Frühling 2015 : Artikel zum Grindwalfang Antworten mit Zitat

Johan AUGUSTIN (Text)
Karin AIGNER (Fotos):

DIE QUAL DER WAHL

NORR, SKANDINAVIEN-MAGAZIN, Frühling 2015, S. 56-61

Der Artikel des "freischaffenden Journalisten" ist bereits im August in einer schwedischen Zeitschrift* erschienen, das erklärt auch den Epilog am Ende.
Ich halte ihn, obwohl auch die färöische Position dargestellt wird, für etwas zu einseitig pro Sea Shepherd.

Titel auf dem Umschlag:
KAMPF UM DIE GRINDWALE
Das große Dilemma der Färöer-Inseln

* http://johanaugustin.com/category/faroe-islands/ "Blodig konflikt"
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Anne



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BeitragVerfasst am: 02.04.2015 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ein neuer Film zum Thema, der beide Seiten zu Wort kommen läßt (englisch):

https://www.youtube.com/watch?v=HYOTkwFhe-w
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Matthias2



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BeitragVerfasst am: 02.04.2015 18:55    Titel: Re: NORR Frühling 2015 : Artikel zum Grindwalfang Antworten mit Zitat

u.k. hat Folgendes geschrieben:
Ich halte ihn, obwohl auch die färöische Position dargestellt wird, für etwas zu einseitig pro Sea Shepherd.


Ich stimme dir zu, halte aber deine Wortwahl noch für sehr zurückhaltend. Vor allem ist der Artikel vollkommen unkritisch gegenüber dem Tun von SS und reflektiert bzw. hinterfragt an keiner Stelle deren Aussagen, wie z.B. "Wir sind bereit einzugreifen, wenn wir sehen, dass Einheimische einen Wal töten wollen. Wenn es drauf ankommt, sind wir kompromisslos.", "Wir werden uns verteidigen, wenn wir angegriffen werden. Haben wir die Auffassung, dass gewisse Grenzen überschritten werden, kann es auch gewaltsam werden". Dankenswerterweise wird auch die Grenze direkt erklärt: "Er [Scott West von SS] erklärt, [...] versuche jemand, einen Wal zu töten, sei die Grenze überschritten. Und das habe dann Konsequenzen. [...] 'Die Polizei will vermeiden, dass jemand verletzt wird, weiß aber gleichzeitig, dass wir kompromisslos sind.'"

Auch wenn die färöische Seite ebenfalls zu Wort kommt (sowohl Befürworter als auch Gegner), wird SS hier leider wieder einmal in einem viel zu positiven Licht dargestellt. Diese Gruppe ist offenbar so sehr mit den Walen verschmolzen, dass sie diese als "ihre Herde" ansehen und auch bereit sind, bestehendes färöisches Recht zu brechen. Dass das Gewaltmonopol beim Staat liegt, interessiert diese Gruppierung nicht, was sie durchaus auf eine Stufe mit Extremisten und Kriminellen stellt, die ebenfalls ihre eigenen Regeln aufstellen und anderes Recht nicht anerkennen. Das hätte der Artikel gerne auch einmal erwähnen können... Meiner Ansicht nach kann SS sich glücklich schätzen, dass die Färinger offenbar sehr gelassen mit dieser Invasion von Ökoextremisten umgehen und ihnen überhaupt noch die Einreise erlauben (ich frage mich wirklich, ob die Färinger ihnen die Einreise verweigern könnten; auch wenn der Vergleich etwas hinkt, aber bei brisanten Fußballländerspielen z.B. werden an den Grenzen häufig auch potentielle Gewalttäter an der Einreise gehindert). Es gibt sicherlich viele Länder, die einen solchen Einmarsch nicht in dieser Form dulden würden bzw. wo der öffentliche Aufschrei bei einer solchen Einmischung in innere Angelegenheiten und dem offensichtlichen Versuch, einen Keil zwischen die Gesellschaft zu treiben, deutlich größer wäre.
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 17.04.2015 10:38    Titel: Re: NORR Frühling 2015 : Artikel zum Grindwalfang Antworten mit Zitat

Matthias2 hat Folgendes geschrieben:
u.k. hat Folgendes geschrieben:
Ich halte ihn, obwohl auch die färöische Position dargestellt wird, für etwas zu einseitig pro Sea Shepherd.


Ich stimme dir zu, halte aber deine Wortwahl noch für sehr zurückhaltend. Vor allem ist der Artikel vollkommen unkritisch gegenüber dem Tun von SS [...]


@Matthias2

Vollkommen richtig. Ich wollte nicht gleich voll auf die Sahne hauen, hatte den Artikel gerade auch erst entdeckt. Also streiche ich das "etwas" in dem Satz.

Sea Shepherd beansprucht ja gerne, durch die Aktionen auf den Färöern "Grindwale gerettet" zu haben (also wohl 1300 Wale in 2014) .

Auf Twitter gab es vor ein paar Tagen darauf eine sarkastische Antwort von einem färöischen Ornithologen (@sjurdur):

"In 1782 50 pilot whales were killed in the Faroes. This was 386 less than in 1781 thanks to #grindstop and @seashepherd intervention"

Nicht jeder hat allerdings die Ironie verstanden. Ein anderer Nutzer fragte nach:

"surely you mean 1981 ?" :)
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 10.06.2015 16:52    Titel: "Grindwalfangsaison 2015" Antworten mit Zitat

www.seashepherdglobal.org/news-and-commentary/news/large-pod-of-pilot-whales-slaughtered-in-brutal-grind-in-the-faroe-islands.html
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Ran



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BeitragVerfasst am: 10.06.2015 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Dann könnte Sea Shepherd ihre diesjährige Rettungsaktion auf den Färöer ja eigentlich absagen und woanders "die Welt retten"! Razz
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 21.03.2016 13:28    Titel: Neues Deutschland Nr. 68 vom 21. März 2016, S. 9 Antworten mit Zitat

KNUDSEN, Andreas:

Kein Schutz für die Walschützer
Umweltaktivisten von Sea Shepherd zu Geldstrafen verurteilt/Walfang auf den Färöer-Inseln wird im Sommer weitergehen

Es bleibt strafbar, den traditionellen Walfang auf den Färöer-Inseln zu stören. Ein dänisches Landesgericht bestätigte das Urteil gegen Aktivisten von Sea Shepherd.

[...]

1 s/w Foto "Geschlachteter Grindwal auf den Färöerinseln" (Imago/Nature Picture Library)

<vergleichsweise umfangreicher Artikel zum Thema>

www.neues-deutschland.de/artikel/1005802.kein-schutz-fuer-die-walschuetzer.html --> "ich beteilige mich später" anklicken
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