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Nichtkommerzieller Grindwalfang

 
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u.k.



Anmeldedatum: 16.08.2005
Beiträge: 1451
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 23.08.2011 18:07    Titel: Nichtkommerzieller Grindwalfang Antworten mit Zitat

Von J. ORTMÜLLER wird behauptet, dass er aufgedeckt hätte, dass auf den Färöern Grindwalfleisch auch verkauft wird (www.wdsf.eu/faeroeer).
Er hat NICHTS "aufgedeckt". Es ist eine altbekannte Geschichte (wenn man sich die Mühe macht um sich zu informieren):

"Anders als in vielen kleinen Ortschaften ausserhalb der Hauptstadt und auf den anderen Inseln hat nicht jedermann in Tórshavn ein Familienmitglied oder einen guten Freund, der an der gelegentlichen Waljagd teilnimmt. Somit gibt es einige Leute, die niemals einen gratis Anteil erhalten. Ihre einzige Möglichkeit, eine Mahlzeit Walfleisch und -speck zu bekommen, ist, diese zu kaufen. In der Hauptstadt wird eine kleine Menge der privaten Anteile an die dortigen Lebensmittelgeschäfte verkauft, und so ist es nicht ungewöhnlich, Walfleisch und Speck in der Lebensmitteltheke eines Tórshavner Supermarkts ausliegen zu sehen, und zwar zu kontrollierten Preisen, die unter denen von Rind- und Schweinefleisch liegen.

Dies ist jedoch lediglich ein verschwindend kleiner Bruchteil des Gesamtertrags des Walfangs, aber es ist notwendig geworden, die Forderungen danach in der Hauptstadt zu erfüllen. Der allergrößte Teil eines jeden Fanges wird im betreffenden Bezirk nach dem üblichen Verteilungssystem kostenlos verteilt. (...)"

also: nichtkommerzieller Walfang

Zitat aus der Bröschüre
WALE UND WALFANG AUF DEN FÄRÖERN,
Abteilung für Fischerei Tórshavn, ca. 1992
Kapitel
Die Verteilung der Beute - ein kostenloser Anteil für alle, S. 18f.
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joachim



Anmeldedatum: 21.04.2010
Beiträge: 231
Wohnort: Ahlen

BeitragVerfasst am: 23.08.2011 19:10    Titel: Antworten mit Zitat

So what.

Spätestens wer Ortmüllers realsatirisches, unprofessionelles "Enthüllungsvideo" gesehen hat (Nein, ich verlinke es nicht, sonst kreige ich wieder Prügel Wink ) weiß doch, dass da gewissenhafte (Vor)Recherche wohl aus Zeitmangel ausgelassen wurde. Da nützt es auch nichts, wenn man vor Ort in "Toors-haawwn" Walskelette aufspürt und so auf den Seelenzustand der "Föröer-Bewohner" (Ignoranten sagen Färinger) zu schließen glaubt, was das Grind-Logo einer Bank nur unterstreichen kann. Undercover auf dem Wasser, aber erhobenen Hauptes mit Betroffenheitsmine und Papier in die Vertretung der Färoer in Kopenhagen marschiert: "Do you eat grind". Einfach beeindruckend.

Und Wal verkaufen sie in "Toors-haawn" in einem Supermarkt (SMS) mit sieben Kassen. Dass es bei den primitiven Barbaren auf den Felsen überhaupt Supermärkte gibt. Essen die da mit Messer und Gabel oder fressen die die kleinen Kinder so? Lassen wir das lieber.....

Ich bezweifele, vor allem nach dem was u.a. an anderer Stelle in diesem Forum an Hasstiraden der SeaS. über die Färinger zu lesen ist, dass bei den Walschützern derzeit überhaupt noch jemand zur irgendeiner Kommunikation in der Lage ist.


Jo
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George



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Beiträge: 1188
Wohnort: Deutschland, Nähe Hannover

BeitragVerfasst am: 24.08.2011 06:40    Titel: Antworten mit Zitat

joachim hat Folgendes geschrieben:
Ich bezweifele, vor allem nach dem was u.a. an anderer Stelle in diesem Forum an Hasstiraden der SeaS. über die Färinger zu lesen ist, dass bei den Walschützern derzeit überhaupt noch jemand zur irgendeiner Kommunikation in der Lage ist.

Joachim, - wenn Du mit Sektenangehörigen diskutieren willst, wirst Du überall die gleichen Erfahrungen machen... Rolling Eyes

Der militante extremistische Rand der Tierrechts-, insbesondere der "Walschützer"-Szene wie Watson & Co, hat mit dem realen Walschutz soviel zu tun, wie gewalttätige NeoNazis mit der politischen Konservativen (oder wahlweise die RAF mit der politischen Linken). Konsequenterweise steht der extremistische Anhang von Watson in europäischen Ländern unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz.

Abseits dieser durchgeknallten Sekten herrscht auch unter Walschützern überwiegend ein ziviles Klima, etwa auf cetacea.de, - die Parteinahme ist unübersehbar, aber seriöse Information und Diskussion ist dort allemal möglich. Bei den großen Umwelt- und Tierschutz-Verbänden gibt es die esoterische Sonder-Stellung "des" Wals ohnehin nicht, - wenn auch die Neigung zur Mitname populistischer Effekte nicht immer unterdrückt wird. In der Wissenschaft finden sich im Übrigen reihenweise Arbeiten, Projekte in internationaler Kooperation mit den Färöern.
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Matthias2



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Beiträge: 657
Wohnort: Leichlingen

BeitragVerfasst am: 24.08.2011 11:06    Titel: Antworten mit Zitat

George hat Folgendes geschrieben:
Joachim, - wenn Du mit Sektenangehörigen diskutieren willst, wirst Du überall die gleichen Erfahrungen machen... Rolling Eyes

Der militante extremistische Rand der Tierrechts-, insbesondere der "Walschützer"-Szene wie Watson & Co, hat mit dem realen Walschutz soviel zu tun, wie gewalttätige NeoNazis mit der politischen Konservativen (oder wahlweise die RAF mit der politischen Linken). Konsequenterweise steht der extremistische Anhang von Watson in europäischen Ländern unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz.


Sekten oder politische Extremisten schaffen es zum Glück kaum, in der breiten Bevölkerung Fuß zu fassen oder gar Anerkennung zu bekommen. Über solche Gruppierungen wird z.T. bereits in der Schule gesprochen, sie sind politisch diskreditiert und die Probleme damit werden in der Öffentlichkeit meistens wahrgenommen (was meiner Ansicht nach auch dazu führt, dass solche Gruppen weitgehend isoliert sind, auch wenn sie natürlich ständig versuchen, mehr Einfluss zu gewinnen).
Im Gegensatz dazu habe ich den Eindruck, dass diese Abgrenzung bei Tierschützern nicht so einfach zu ziehen ist und vielen auch gar nicht bewusst ist. Gruppen wie die Sea Sheapards spielen gekonnt mit den Emotionen der Menschen, und insbesondere der Schutz von Meeressäugern ist, wie schon häufiger hier diskutiert wurde, besonders emotionalisiert. Sie setzen sich ja immer noch "für die gute Sache ein", könnte man argumentieren - da geraten die Wahl der Mittel und die Verfälschung von Tatsachen erst einmal in den Hintergrund bzw. das Gesagte wird von der Öffentlichkeit gar nicht mehr hinterfragt. Somit können sie in der Öffentlichkeit, in den Medien trotzdem präsent sein (ich bin z.B. auf einen Bild-Artikel vom letzten Jahr gestoßen, der auf den Msit der Sea Sheapards gewachsen ist: http://www.bild.de/news/2010/inseln/hunderte-grindwale-brutal-blutbad-abschlachten-13471400.bild.html). Ein solcher Artikel, der auf den Ansichten eines sich offen bekennenden Zeugen Jehovas oder Rechts-/Linksextremisten beruht, ist wohl kaum denkbar - obwohl es, wie auch schon ausgeführt, ideologische Überschneidungen gibt. Gut, dass wenigstens in manchen Ländern der Verfassungsschutz dieses Treiben beobachtet (auch der deutsche?).

Deshalb ist es, auch das muss ich noch einmal betonen, umso wichtiger, dass den dumpfen Aussagen der Sea Shepards Paroli geboten wird. Dabei geht es nicht um die Verteufelung dieser Organisation, sondern um eine kritische und sachliche Auseinandersetzung (die liefert nämlich schon genug Argumente) - soweit das bei den Aussagen von Watson, die einem teilweise den Atem stocken lassen, überhaupt noch möglich ist. Aber man bemüht sich ja... Wink
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George



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Beiträge: 1188
Wohnort: Deutschland, Nähe Hannover

BeitragVerfasst am: 24.08.2011 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

Matthias2 hat Folgendes geschrieben:
Gut, dass wenigstens in manchen Ländern der Verfassungsschutz dieses Treiben beobachtet (auch der deutsche?).


Ausdrücklich in die Verfassungsschutz-Berichte aufgenommen sind die - extremistischen(!) - Tierschützer in der Schweiz und in Österreich; in Deutschland, wie in Europa generell, werden die entsprechenden Daten des Innenministeriums über extremistische Tierschützer vierteljährlich mit Europol ausgetauscht.
Direkt unter offizieller Beobachtung stehen hier nur die Tierschutz-Gruppen, die ohnehin zu als extremistisch eingestuften Organisationsbereichen gehören, - also etwa die rechtsextremistischen Tierschutzgruppen der "Nationalen Sozialisten".

(Wer einen derartigen Tierschutz-Aufruf der Rechtsextremen nachlesen will, hier ist ein direkter Link auf eine ihrer Seiten "http://XXX/delmenhorst/2010/06/05/tierrecht-ist-unser-ding/"; bitte das XXX durch logr.org ersetzen. Dieser Text ist in der Tat interessant, denn in der Argumentation bis hin zur Wortwahl der Transparent-Texte "Artgerecht ist nur die Freiheit!" unterscheidet er sich in nichts von den nicht dem rechtsextremen Lager zugeordneten etxremistischen Tierschützern.

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joachim



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Wohnort: Ahlen

BeitragVerfasst am: 25.08.2011 21:19    Titel: Antworten mit Zitat

Mit nationalen Gruppen und Grüppchen haben wir hier in Ahlen leider auch zu tun. Zum Glück sind die bis jetzt nur mit merkwürdigen Demos und Aufmärschen aufgefallen und verteilen irgendwelche Flugbätter und Hetzschriften in die Briefkästen.

Ihre Homepage ist auch eine Unterseite der von George mit XXXX auskommentierten Domain. Mit Tierschutz haben sie sich aber in ihren Pamphleten nicht beschäftigt.

Sie machen halt mehr TamTam gegen die Türken und wollen die "Deutschen Mädels" vor irgendwelchen Messer wetzenden Muselmanen beschützen und faseln ständig von Überfremdung.(Ausländeranteil hier ca.20 %,meist Türken,die sicher nicht zu übersehen sind. Aber von Überfremdung hab ich noch nichts bemerkt.)

Dass es aber eine gewisse Tierschutzaffinität bei den Rechten gibt ist auch mir nicht entgangen. Sie reden ja gerne von der natürlichen Ordnung. Mit Bauernhofidylle, züchtigen Burschen und Mädels, Volksgemeinschaft und Mutterkreuz. Nur steht bei ihnen wohl der deutsche Schäferhund weit über dem Wal - schon alleine deshalb, weil sie den Wal wahrscheinlich nur für einen zu groß geratenen Hering halten. Oder so ähnlich.

JO
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Es ist alles schon gesagt, nur nicht von allen.
Karl Valentin
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Jonakahn



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BeitragVerfasst am: 06.09.2016 08:29    Titel: Antworten mit Zitat

Weiß nicht ob es hier passt, aber in der Welt ist ein Interview mit Magnus Nilsson in dem auch die Färöer angesprochen werden:

Zitat:
[...]Auf den Faröern jagt man seit Hunderten Jahren Grindwale – bis heute. Es handelt es sich um eine Gemeinschaftsaktivität. Die Inseln gehören zu den wirklich abgelegenen Gegenden der Welt und die Leute mussten sich aufeinander verlassen. Eines der ältesten Gesetze der Inselgruppe besagt, nach welchen Regeln das Fleisch aufgeteilt wird. Es stammt noch aus der Zeit, als die Wikinger vor fast 1000 Jahren dort landeten. Jedes Mitglied der Gemeinschaft bekommt ein Stück, auch die, die nicht an der Jagd teilnehmen können.[...]Mir war es wichtig, auch dieses Rezept aufzunehmen, auch wenn kaum jemand dafür Verwendung haben wird und obwohl viele Leute es verstörend finden.[...]


Und noch ein anderer Aspekt:

Zitat:
[...]Auf den Färöer Inseln war Salz bis vor 90 Jahren eine sehr kostspielige Sache, weil man es dort nicht gewinnen konnte. Es ist zu kalt, um Meerwasser in Salinen verdunsten zu lassen und wegen des Mangels an Bäumen konnte man es auch nicht mit Feuer erwärmen.

Dort gibt es eine Konservierungsmethode namens "raestur" für sowohl Fleisch als auch Fisch, die ohne Salz auskommt. Weil das Klima aufgrund des Golfstroms aber für ein gleichmäßig feuchtes Klima sorgt, kocht man zum Beispiel Hammel zunächst, um ihn dann hängend reifen zu lassen. Eigentlich verwest das Fleisch – es wird von einer dicken Schicht Schimmel umhüllt. Schmeckt gewöhnungsbedürftig.[...]
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u.k.



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Beiträge: 1451
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 07.09.2016 12:58    Titel: Antworten mit Zitat

@Jonakahn

Danke für den Link.
Natürlich passt das Interview zu diesem Thema.

Es stand in der Welt am Sonntag Nr. 36 vom 4. September 2016 auf S. 64

Außer dem umfangreichen Kochbuch ("750-Seiten-Wälzer") mit 700 Rezepten erschien auch (in englischer Sprache) eine Kurzauswahl daraus (nur) mit den Texten und eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen (u.a. von den Färöern).
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