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Verfolgung und Repressionen gegen Homosexuelle
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Arne



Anmeldedatum: 17.08.2005
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BeitragVerfasst am: 07.11.2006 21:11    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Detlef, das Wichtigste hast du nicht vollständig übersetzt:

Zitat:
Samtykkja vi hetta, verður torført hjá dønum at muta ímóti, at ein grein í sjálvum mannarættindasáttmálanum verður sett beinleiðis í revsilógina. Gera teir tað, mugu teir eisini greiða frá, hvussu teir kunnu hava eina lóg, sum er í andsøgn við altjóða mannarættindini.


Zu Deutsch:

Zitat:
Stimmen wir dem zu [dem Vorschlag, Art 14 der Europäischen Menschenrechtskonvention in den § 266 b des dänischen StGB zu übernehmen], wird es schwer für die Dänen, dagegen aufzumucken, dass ein Artikel aus ebendieser Menschnenrechtskonvention direkt ins Strafgesetz aufgenommen wird. Wenn sie es machen würden, müssten sie [die Dänen] auch erklären, wie sie ein Gesetz [also das dänische StGB mit dem § 266 b] haben können, dass im Widerspruch zu den internationalen Menschenrechten steht.


Das ist an Zynismus kaum noch zu unterkellern, denn damit sagt Kallsberg nichts anderes als:

1. Wir müssen den Dänen eins auswischen
2. Wenn wir die schwächere Erklärung der Europäischen Menschenrechtskonvention einbauen, erfüllen wir die dänischen Ansprüche und können im Gegenteil fragen, warum sie gegen die Menschenrechte verstoßen, indem sie die sexuelle Orientierung extra schützen, obwohl doch das gar nicht so in der Europäischen... usw. usf...

Kallsberg sagt damit, dass er ein rein taktisches Verhältnis zu den Menschenrechten hat.
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d.w.



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BeitragVerfasst am: 07.11.2006 21:52    Titel: Antworten mit Zitat

Danke. lieber Arne, für deine Ergänzung.
Den letzten Abschnitt hatte ich ausgelassen, weil ich ich den Bericht über Anfinn Kallsbergs Debattenbeitrag zum Übersetzen ausgedruckt hatte und erst beim Übersetzen merkte, dass im letzten Abschnit nur die beiden ersten Zeilen ausgedruckt waren. Daher ist mir die Brisanz dieser Ausführungen entgangen.

Übrigens, bei dem Stichwort "Menschenrechte" fällt mir immer die Internationale Erklärung der Menschenrechte ein. Dass es auch eine europäische Konvention der Menschenrechte gibt, ist bisher gar nicht so in mein Bewusstsein gedrungen. Also es war die europäische Konvention der Menschenrechte, die Anfinn Kallsberg bei seinem Reden von Artikel 14 gemeint hat !!!

Arne, Du surfst ja dauernd im Internet herum Wie wäre es, wenn Du uns Forumsteilnehmern - damit wir uns besser kundig machen können - einmal die für die färöische Debatte wichtigen einschlägigen Passagen aus der Internationalen Erklärung der Menschenrechte und der europäischen Menschenrechtskonvention hier ins Forum stellen könntest?
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Arne



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Beiträge: 2239
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BeitragVerfasst am: 07.11.2006 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

d.w. hat Folgendes geschrieben:
Übrigens, bei dem Stichwort "Menschenrechte" fällt mir immer die Internationale Erklärung der Menschenrechte ein. Dass es auch eine europäische Konvention der Menschenrechte gibt, ist bisher gar nicht so in mein Bewusstsein gedrungen. Also es war die europäische Konvention der Menschenrechte, die Anfinn Kallsberg bei seinem Reden von Artikel 14 gemeint hat !!!

Arne, Du surfst ja dauernd im Internet herum Wie wäre es, wenn Du uns Forumsteilnehmern - damit wir uns besser kundig machen können - einmal die für die färöische Debatte wichtigen einschlägigen Passagen aus der Internationalen Erklärung der Menschenrechte und der europäischen Menschenrechtskonvention hier ins Forum stellen könntest?


Ja, mit Artikel 14 ist die Europäische Menschenrechtskonvention gemeint, die natürlich auch von den Färöern unterschrieben wurde:

http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Menschenrechtskonvention

Originaltext:

http://www.echr.coe.int/NR/rdonlyres/F45A65CD-38BE-4FF7-8284-EE6C2BE36FB7/0/GermanAllemand.pdf (PDF)

Die UN-Erklärung ist etwas Anderes aber geht im Prinzip genauso:

http://www.unhchr.ch/udhr/lang/ger.htm

Auf Färöisch:

http://www.unhchr.ch/udhr/lang/fae.htm

Da steht also in Art. 2:

Zitat:
Øll hava krav um rættindi og frælsi, sum eru nevdn í hesi yvirlýsing, uttan mun til ættarslag (rasu), húðarlit, kyn, mál, átrúnað, politiska ella aðra sannføring, tjóðskaparligan ella samfelagsligan uppruna, ognarviðurskifti, føðing ella aðra støðu.


Ganz logisch ist, dass nachdem alle westeuropäischen Staaten dem dänischen Vorbild von 1987 gefolgt sind, das "Geschlecht" (kyn) natürlich auch eine geschlechtliche Orientierung oder Identität meint.

Ansonsten müsste man Homosexualität ja als Krankheit einstufen und/oder als strafbar. Genau darum geht es, solche Hetze als Hetze benennen zu dürfen, und das geschieht nur durch ein Diskriminierungsverbot.

In allen westeuropäischen Ländern (außer Färöer, Jersey, Liechtenstein, San Marino und Vatikan) ist es heute Standard , dass es keine Diskriminierung von Schwulen und Lesben mehr geben darf (in Österreich eingeschränkt auf den Arbeitsplatz)

http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetze_zur_Homosexualit%C3%A4t
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d.w.



Anmeldedatum: 28.05.2006
Beiträge: 884
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BeitragVerfasst am: 08.11.2006 00:11    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank Arne! Das ist ja ein unglaublicher Blitzservice! Hoffentlich wissen alle Forumsmitglieder das auch zu schätzen.
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d.w.



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Beiträge: 884
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BeitragVerfasst am: 08.11.2006 00:15    Titel: Antworten mit Zitat

Schon wider eine neue Unterschriftenaktion.

Der Aufruf der acht färöischen Frauen „Tann, ið tegir, samtykkir!“ (Wer schweigt, der stimmt zu – nämlich der Diskriminierung) erhielt mehr als 2000 Unterschriften (darunter, soweit mir bekannt, zwei von Nichtfäringern, nämlich von Arne und mir). Das sind ca. 4,16 Prozent der färöischen Bevölkerung. Würde in Deutschland ein Aufruf von 4,16 Prozent der Bevölkerung unterschrieben, dann müssten ca. 3,4 Millionen Unterschriften zusammenkommen !

Der Aufruf der Aktion „act-against-homophobia“ wurde von mehr als 18.000 Personen unterzeichnet, die meisten von ihnen Dänen und Isländer.

Nun hat sich erstmals eine Unterschrifteninitiative mit dem entgegengesetzen Ziel zu Wort gemeldet. Die Gruppe nennt ihre Aktion „Vit siga nei“ (zum Gesetzesänderungsvorschlag). Der Initiator, Sølvar Michelsen, 29 Jahre, sonst gewöhnlich bei Mærsk auf hoher See unterwegs und zufällig jetzt auf Heimaturlaub, sagte, nach dem Ziel seiner Initiative befragt: „ Endamálið við hesum stiginum er stutt sagt, at fáa eina meiri avbalanserað mynd inn í tjakið (Das Ziel bei diesem Schritt ist, kurz gesagt, ein mehr ausbalanciertes Bild in die Diskussion zu bekommen.“
Näheres erfährt man auf der Webseite der Aktion „Vit siga nei“: www.neinei.dk. Viel steht aber noch nicht dort.

Ich kann das nur begrüßen, auch wenn ich „neinei“ sicher nicht mit einer Unterschrift unterstützen werde. In den färöischen Medien (zumindest in den gedruckten – wie es bei Radio und Fernsehen damit steht, kann ich nicht beurteilen) findet die Haltung der Gegner des Gesetzesänderungsvorschlags keine Unterstützung, wenn auch ihre Leserbriefe und Kommentare gedruckt werden. Aber das sagt noch nichts über die Grundeinstellung der beiden Zeitungen aus.
Manche Gegner des Gesetzesvorschlags sehen sich schon fast als die eigentlichen Opfer, und entsprechende Frustration macht sich breit.
Es ist eine schmale Gratwanderung, für die Grundrechte der Homosexuellen einzutreten, und zugleich mit denen, die Homosexualität für „unnatürlich“ oder „widergöttlich“ halten (so z. B. Jenis av Rana, der Vorsitzende von Miðflokkurin) so zu sprechen, dass sie sich nicht von oben herab abgekanzelt wähnen.
Die Crux bei der ganzen Diskussion ist, dass beide Seiten sich im Recht glauben. Deshalb werden hier zwangsläufig Gräben in der färöischen Gesellschaft aufgerissen, die wieder zuzuschütten, viele Jahre kosten wird. Aber die Diskussion muss jetzt geführt werden, daran führt kein Weg mehr vorbei. Es wäre gut gewesen, wenn sie schon einige Jahre früher geführt worden wäre. Aber damals war die Zeit dafür wohl noch nicht reif.
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Arne



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BeitragVerfasst am: 08.11.2006 09:17    Titel: Antworten mit Zitat

d.w. hat Folgendes geschrieben:

Näheres erfährt man auf der Webseite der Aktion „Vit siga nei“: www.neinei.dk. Viel steht aber noch nicht dort.


Was da aber steht, reicht schon:

Zitat:
Warum nein sagen?


Es kann sein, dass du meinst, dass Homosexuelle wie alle anderen im Land vom Strafgesetz § 267 geschützt werden, der sagt "Derjenige, der mit beleidigenden Worten oder Handlungen die Ehre eines anderen kränkt, oder Gerüchte in die Welt setzt oder verbreitet, die geignet sind, das Ansehen des Beleidigten bei den Mitbürgern herab zu setzen, wird mit Geldstrafe oder Gefängnis bestraft."


Anmerkung: Dieser Paragraph beschützt die Ehre des Individuums. Bei der vorliegenden Sache geht es aber um das Diskriminierungsverbot einer ganzen Bevölkerungsgruppe. Ansonsten kann man sich den Rassismusparagrafen 266 b eben ganz schenken.

Zitat:
Es kann sein, dass du meinst, dass es viele verschiedene Gruppen in einer Gesellschaft gibt, dass eine einzelne Gruppe nicht aus der Menge gegriffen werden darf, nur wegen sexuellen Gründen.


Als wenn es darum ginge. Es gibt nur zwei geschlechtliche Orientierungen: Heteresexuell und homosexuell. Der Gesetzesvorschlag spricht überhaupt nicht explizit von Homosexuellen, sondern meint, dass sie geschlechtliche Orientierung kein Diskriminierungsgrund sein darf.

Zitat:
Es kann sein, dass du einer der vielen bist, die es leid sind, dass bestimmte Leute in den Medien einseitig behandelt werden, und du aus diesem Grund auf dich aufmerksam machen willst.


Ganz klar: Die Homos kontrollieren die Medien, während die "Normalen" gar nicht mehr zu Wort kommen.

Zitat:
Es kann sein, dass du meinst, die Färöer sind ein zu sensibles und kleines Land, um sowas zuzulassen(?)


Zitat:
Es kann sein, dass du meinst, dass "sexuelle/geschlechtliche Orientierung" ein zu weiter Begriff ist und andere Arten von ungebührlichen Sexualpraktiken umfassen wird.


Das alte Argument mit den Pädophilen und Sodomisten. Das ist aber keine "sexuelle Orientierung" und anderswo im Strafgesetz verboten.

Zitat:
Es kann sein, dass du meinst, dass ist nur die erste Etappe, und wenn die gnommen ist, kommen weitere Dinge auf den Weg.


Stimmt. Die eingetragene Lebenspartnerschaft.

Zitat:
Es kann sein, dass du meinst, dass die nächste Stufe die eingetragene Lebenspartnerschaft ist, und dagegen willst du dich wehren.


Hab ich's nicht gesagt? Aber was geht das andere was an? Als wenn Zwangsehen eingeführt werden sollen.

Zitat:
Es kann sein, dass du meinst, dass die nächste Stufe sein wird, dass die Homosexuellen das Recht zur künstlichen Befruchtung und Adoption bekommen; und dagegen willst du dich, die Kinder und die Färöer beschützen.


Zitat:
Es kann sein, dass du meinst, dass diese Lebensweise nicht mit dem zusammenpasst, was die Natur vorgesehen hat.


Das ist erwiesenermaßen falsch.

Zitat:
Es kann sein, dass du meinst, das dies nichts mit Diskriminierung zu tun hat.


Neeeiiin, natüüürlich nicht.

Zitat:
Es kann sein, dass du meinst, dass die Alten, Kranken oder Kinder an erster Stelle kommen sollten.


Zitat:
Es kann sein, dass du - wie auch die Antragssteller - meinst, dass es nicht möglich ist, sich durch Gesetze vor Sticheleien zu schützen.


Zitat:
Es kann sein, dass du - wie Eva Smith, Professorin in Dänischem Strafrecht, dass dies den Homosexuellen nicht helfen wird, die in der Kneipe gestichelt werden.


Und hier mein Lieblingskracher:

Zitat:
Es kann sein, dass du einer von denen bist, die herausgefunden haben, dass weniger als 15 aller 192 Länder, oder weniger als 8 % der UN-Mitgliedsstaaten, sowas im Strafgesetz haben.


Man sollte sich wirklich den Iran zum Vorbild nehmen!

Zitat:
Es kann sein, dass du einer von denen bist, dass das Gesetz eher so lauten sollte wie in Kardumummubýnum (?!?), wo es einfach heißt: "Keiner darf jemanden hänseln".


http://www.neinei.dk/shop/terms.asp
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 08.11.2006 11:28    Titel: "...wie in Kardamummubýnum" (!?!) Antworten mit Zitat

Thorbjørm EGNER : Die Räuber von Kardemomme, 1955 (aus dem Norwegischen; (ders.) Fólk og dólgar í Kardamummubýnum (Färöische Ausgabe, 2. Aufl. 2002, Fär. Schulbuchverlag; Ab 8 Jahren und älter).;-)
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d.w.



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BeitragVerfasst am: 08.11.2006 14:44    Titel: Antworten mit Zitat

Nachtrag zu den Unterschriftensammlungen

Gestern, am 7. November, überreichte Nynne Nørup, Initiatorin der Aktion „act-against-homophobia“, kurz vor Beginn der Lögtingsdebatte dem Lögtingsvorsitzenden Edmund Joensen eine Liste mit 17154 Unterschriften, ca. 1000 weniger, als eigentlich zusammengekommen waren.
Die Unterschriftenaktion war unter teilweise heftigen Beschuss geraten weil auf der Liste Namen von Leuten auftauchten, von denen bekannt ist, dass sie aufgrund ihrer Einstellung hier nie unterschreiben würden, z. B. von Bill Justinussen, dem stellvertretretenden Vorsitzenden von Miðflokkurin und von Kultusminister Jógvan á Lakjuni, Fólkaflokkurin. Andere Ungereimtheiten in dieser Unterschriftenliste haben uns hier im Forum ja auch schon beschäftigt. Deshalb haben die Initiatoren die Unterschriften überprüft und ca. 1000 davon ausgeschieden, die ihnen zweifelhaft erschienen.
Initiatorin Nynne Nørup, Studentin in Ålborg meinte dazu: „So etwas lässt sich nicht vermeiden, wenn man eine Unterschriftensammlung auf diese Weise (d.h. per Internet) organisiert. Trotzdem glaube ich nicht, dass die Glaubwürdigkeit dadurch beschädigt worden ist. Wir haben die Unterschriften gründlich durchgesehen und zweifelhafte ausgeschieden, Es wäre auch möglich gewesen, eine Unterschrift zu fälschen, wenn man die Unterschriftensammlung so durchgeführt hätte, dass auf Papier zu unterschreiben war.“

Die Initiativgruppe „Tann, ið tegir, samtykkir (Wer schweigt, stimmt zu)“ der acht färöischen Frauen will ihre Unterschriftensammlung in der kommenden Woche, wenn der Gesetzesänderungsvorschlag nach der ersten Behandlung im Parlament in den Rechtsausschuss geht, dem Vorsitzenden des Rechtsausschusses, Alfred Olsen, Sambandsflokkurin, überreichen. Genau hatten die acht bis gestern noch nicht nachgezählt, aber es seien an die 2000 Unterschriften zusammengekommen, meinte Birta Biskupstø, eine der acht Initiatorinnen.
DIMMA wies im Gespräch mit Birta darauf hin, dass man der dänischen Unterschriftensammlung vorgeworfen habe, sie sei nicht seriös, weil auf ihr Namen von Personen auftauchten, die sicher nicht unterschrieben hatten. Was die acht denn unternommen hätten, um bei ihrer Unterschriftenaktion solche Vorkommnisse auszuschließen, wurde Birta gefragt. Dazu ihre Antwort:
„Wir haben die Namen genau geprüft, und wo Zweifel entstand, haben wir untersucht, ob der Betreffende selbst sich auf der Liste eingetragen hat. Wenn das nicht gewährleistet war, dann wurde der Betreffende gestrichen.“Frage: „Wie viele habt Ihr gestrichen?“
Antwort: „Ich weiß von dreien, die gestrichen wurden.“
Genaueres über dies Unterschriftenaktion findet man jetzt unter www.grein266b@com.

(Hoffen wir, dass unter den drei Unterschriften, die gestrichen wurden, nicht die von Arne und mir sind. Oder wie der Kaiser aus München zu sagen pflegt: „Schau mer mal!“ )

Die Aktionsgruppe „Vit siga nei (Wir sagen nein)“ will ihre Unterschriftensammlung dem Lögtingsvorsitzenden überreichen, wenn der Gesetzesänderungsvorschlag in die zweite Lesung im Lögting geht. Initiator Sølvar Michelsen wollte sich auf Fragen von DIMMA nicht dazu äußern, wie viel schon unterschrieben hätten, sagte aber, er sei überrascht, wie viele es schon seien.
„Vit siga nei“ war am vergangenen Freitag und am Montag mit ganzseitigen Anzeigen in der Tageszeitung SOSIALURIN in die Öffentlichkeit gegangen.

Quelle: DIMMA, 7.11.06
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Arne



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BeitragVerfasst am: 08.11.2006 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

d.w. hat Folgendes geschrieben:
Gestern, am 7. November, überreichte Nynne Nørup, Initiatorin der Aktion „act-against-homophobia“, kurz vor Beginn der Lögtingsdebatte dem Lögtingsvorsitzenden Edmund Joensen eine Liste mit 17154 Unterschriften, ca. 1000 weniger, als eigentlich zusammengekommen waren. [...]


Das schlüsselt sich - bereinigt - unter den Top 3 wie folgt auf:

Färöer: 1.769 Unterschriften
Island: 4.068 Unterschriften
Dänemark: 7.844 Unterschriften

Nicht nur, dass das knapp 4 % der Bevölkerung auf den Färöern sind, es sind auch 1,33 % der Leute auf Island. Für eine Web-Unterschriftensammlung ist das sehr beachtlich
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Saoirse



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BeitragVerfasst am: 10.11.2006 23:20    Titel: Antworten mit Zitat

Was ich nicht begreife, ist, dass Homosexuelle z.B. auf Island überhaupt keine Probleme haben. Da gibt es einmal im Jahr eine riesige Homo-Parade. Und in Norwegen, Dänemark, Schweden und Finnland haben meines Wissens Schwule und Lesben überhaupt keine Probleme, warum denn auf den Färöern so arg? Die benehmen sich ja heiliger als der Vatikan himself und das bei ihrer heidnischen Vergangenheit. Ich begreife es nicht!
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 11.11.2006 08:37    Titel: "heidnische Vergangenheit" ? Antworten mit Zitat

Die Färöer wurden vor mehr als 1000 Jahren christianisiert. Darüber, wie lange sie genau heidnisch waren, streiten noch die Gelehrten (es waren wahrscheinlich keine 200 Jahre). 2) Da haben Schwule und Lesben gerade mal ein paar (es sind weniger als drei) Jahrzehnte "keine Probleme" in Skandinavien (darüber könnte man auch noch streiten) und alles hackt nach diesem verabscheuungswürdigen Angriff auf einen "bekennenden Schwulen" Ende September in Tórshavn auf den etwas zurückgebliebenen Färöern und denjenigen, die sich für sie interessieren herum (vgl. dieses "schämt euch" im ersten Beitrag). Es ist wirklich ein Witz. 3) Für Schwulenparaden ist das Wetter auf den Färöern meistens zu schlecht. Die erste gab es vor einem Jahr. Es sah traurig aus. Anstatt zum Boykott aufzurufen, sollten Homosexuelle auf die Färöer fahren, um ihre Freunde und Freundinnen massiv zu unterstützen, was ja schon vereinzelt geschehen ist (damals vor den Beratungen im Parlament).
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Arne



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BeitragVerfasst am: 19.11.2006 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Die Färöische Telekom (Føroya Tele) prescht mit einer Stellenanzeige vor:



http://www.portal.fo/mitt.php?page=mark&upage=storv&starv=951 (Vollständiger Anzeigentext)

http://www.portal.fo/mitt.php?greinar=&les_grein=34386 (Artikel auf Portal.fo - das bewusste Vorpreschen wird dort noch einmal vom Sprecher der Telekom betont)

Kurz gesagt: Dort werden die Bewerber nicht nach Herkunft, Nationalität, Hautfarbe, Religion oder sexueller Orientierung beurteilt.

Klingt banal, ist aber wichtig.
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Arne



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BeitragVerfasst am: 28.11.2006 13:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ungewöhnliche Rückendeckung kommt jetzt aus Tasmanien:

http://tglrg.org/more/235_0_1_0_M/

Apell an Kronprinzessin Mary!

Motto: Von Tasmanien lernen, heißt siegen lernen:

Zitat:
Mr Croome said it would be inappropriate for Princess Mary, as the future Queen of a constitutional monarchy, to speak publicly about political matters, but added that she has every right to talk about how Tasmania has changed for the better.

"Princess Mary has been an excellent ambassador for Tasmanian tourism, produce and design, and she can be an equally good ambassador for Tasmanian ideas, including the idea that island societies can transform themselves from being closed and intolerant to open and accepting."


Großartig, und wohl das Beste bisher an internationaler Reaktion in dieser Sache.
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 12.08.2017 15:48    Titel: 11 Jahre später in der NZZ Antworten mit Zitat

https://www.nzz.ch/feuilleton/revolution-im-land-der-frommen-die-faeroeer-fuehren-die-homo-ehe-ein-ld.1310036

In der schweizerischen Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung am Donnerstag, in der internationalen am Freitag 11. August
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