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Wandergebühr für Wanderung zum Trælanípa und Bøsdalafossur
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Klaus



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BeitragVerfasst am: 08.06.2018 11:29    Titel: Wandergebühr für Wanderung zum Trælanípa und Bøsdalafossur Antworten mit Zitat

Nachdem auf Mykines dieses Jahr eine Wandergebühr eingeführt worden ist, wird diese ab Montag, 11.6.2018, auch für den oberen Wanderweg (Ovarigøta) von Miðvágur zum Trælanípa und Bøsdalafossur erhoben.

Der Weg entlang des Ufers des Leitisvatns zum Bøsdalafossur ist nach Angaben der Hagastýri seit heute morgen gesperrt und die Zugangspforte verschlossen. Gewandert werden kann nur noch auf dem oberen Weg entlang des Hanges.

Vorläufig beschränkt sich die Erhebung der Gebühr ausschließlich auf Gruppen, während Einzelwanderer noch freiwillig die Gebühr an der Eingangspforte bezahlen können. Gruppen müssen die Tour auf www.hiking.fo im Voraus bezahlen. Wie hoch die Gebühr ist, wurde bisher nicht bekannt gegeben.

Grund für die Notmaßnahme ist die Sorge um das Gebiet zwischen Miðvágur und Bøsdalafossur. Hier findet man nahezu keine Wiesenvögel mehr und auch die Schafe stehen unter Dauerstress - ihre Lämmer wiegen deutlich weniger als sie zu dieser Zeit wiegen sollten. Der Zugang in dieses Gebiet ist ab dem 11.6.2018 beschränkt auf die Zeit von 7 bis 19 Uhr.

Mit dem Geld soll ein befestigter Weg hoch zum Trælanípa und entlang des Ufers des Leitisvatns gebaut werden, damit die empfindliche Natur nicht weiter gestört wird.

Mehr dazu unter folgenden Links:
Deutsch:
http://faeroeer.eu/de/pressbox/wanderungen-zum-trlanpa-und-bsdalalfossur-ab-sofort-kostenpflichtig/

Färöisch:
http://www.vp.fo/news-detail/news/news/detail/krevja-nu-eisini-pengar-fyri-at-ganga-ut-til-traelanipu-og-boesdalafoss/
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fjallmaður



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BeitragVerfasst am: 12.06.2018 13:06    Titel: Antworten mit Zitat

:'(
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Anne



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BeitragVerfasst am: 13.06.2018 07:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, es ist einerseits traurig, aber andererseits auch verständlich und notwendig. Der erste Teil des "Weges" von der Pforte an der Straße bis zum See ist in einem wirklich schlechten Zustand; hier kann man sie leicht nasse Füße holen. Ohne Wege rennen die Leute überall rum, ist ein Weg angelegt, werden sie diesen eher benutzen. Und wenn Tiere in Mitleidenschaft gezogen werden, ist die Maßnahme umso notwendiger. Es ist schade, aber ich kann es verstehen. Diese Wanderung habe ich immer sehr gerne gemacht, jetzt muss ich überlegen, ob ich es noch einmal mache, da ich den Preis doch recht happig finde (andererseits ist er aber auch nicht übertrieben, zahlt man anderswo auch).

Auch der Weg zum Kap Enniberg soll kostenpflichtig werden und das Begehen nur noch mit Wanderführer erlaubt. Bin mal gespannt, was der Spaß kostet. Denn eigentlich wollte ich diese Tour irgendwann mal noch gehen.

http://faeroeer.eu/de/pressbox/weitere-aussenmarkvorstaende-fordern-geld-fuer-betreten-ihrer-aussenmark/
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Anne



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BeitragVerfasst am: 16.06.2018 22:17    Titel: Antworten mit Zitat

Wandern auf den Färöern wird offenbar wirklich zum Luxus.

Laut einem facebookpost bei Visit Faroe Islands kann man auf Vágar wohl nur noch mit privatem Führer zum Dranganir wandern.

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10213737745097035&set=p.10213737745097035&type=3&theater

Weil der Landbesitzer keine Lust auf die vielen Leute hat, die über sein Land trampeln. Kann ich verstehen. Aber ich würde dann lieber eine Gebühr an den Landbesitzer bezahlen, als noch einen Führer mitzubezahlen, den ich gar nicht brauche.

Laut den Kommentaren unter diesem Beitrag darf man wohl auch zum Leuchtturm bei Trollanes wohl nur noch mit Führer, da es über privates Land geht.
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Klaus



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BeitragVerfasst am: 17.06.2018 17:19    Titel: Antworten mit Zitat

Dass Wanderungen zum Kallur nur noch mit Wanderführer zulässig sind, habe ich neulich irgendwo gelesen. Da war es damals so schön umschrieben, dass man mit dem Wanderführer ja viel mehr erfährt usw., aber ich will doch nur wandern?!?!

Der Anfang des Weges von Saksun nach Tjørnuvík ist übrigens auf Saksuner Seite verlegt worden, damit die vielen ausländischen Wanderer nicht mehr über den Hof wandern.

Irgendwie finde ich die Entwicklung mit den Wandergebühren und teilweisen Wanderführerpflicht absurd. Es kann ja nicht sein, dass man bei 2 Personen für immer mehr Wanderungen 200,00 DKK Eintritt für die Außenmarkgebiete bezahlen muss und gegebenenfalls noch einen Wanderführer buchen muss. Bei 5 Wanderungen wären das immerhin 1.000,00 DKK, also 140,00 EUR. Nur für Eintrittsgeld in Außenmarkgebiete, wo gegebenenfalls noch die Kosten für den Wanderführer zukommen? Nein, Danke! Dann wandern wir lieber woanders, ohne Eintrittsgelder!

Meiner Meinung sollten die Probleme nicht auf die Touristen abgewälzt werden, die man ja schließlich angeworben hat und haben wollte. Die Werbung von Visit Faroe Islands in den letzten Jahren war hervorragend (Sheep View, Faroe Islands Translate, Prospekte, Filme,...) und das ist nun das Resultat davon. Da hätten sich gewisse Leute im Lögting vor ein paar Jahren mal ein paar mehr Gedanken machen müssen und vielleicht mal mit offenen Augen durch Island fahren sollen. Dann hätten die schnell gesehen, dass Tourismus nicht nur Geld bringt, sondern auch Herausforderungen und Aufgaben.

Statt nun noch mehr auf Tourismus zu setzen und reihenweise Hotels zu bauen (allein für Tórshavn sind 800 Hotelbetten bereits geplant, für Klaksvík ist ebenfalls ein Hotel angedacht), sollten sich die Volksvertreter im Lögting mal fragen, wie viel Tourismus die Färöer mit ihrer empfindlichen Natur vertragen?

In den Sommermonaten sind es bereits zu viele Touristen!
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fjallmaður



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BeitragVerfasst am: 18.06.2018 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Wir waren am Wochenende mal wieder in Saksun. Wie Klaus erwaehnt, ist der Weg Richtung Tjørnuvík verlegt worden. Und das ist gut nachzuvollziehen - selbst ohne diesen Weg ist die Anzahl der Leute, die vor und rund um den Hof umherlaufen riesig. Wuerde ich den Hof besitzen oder haette ich diesen vor einigen Jahren gekauft, weil ich die Einsamkeit liebte, so waere es mir nun auch ein Graus, jede Minute einen anderen Menschen vor meinem Wohnzimmerfenster mit Kamera in der Hand zu sehen.

Aber klar, es ist eben ein zweischneidiges Schwert. Wie immer. Das Problem ist eben nur, dass die Leute, die den Tourismus staerken und davon profitieren nicht die sind, auf deren Ruecken es ausgetragen wird. Die Leute kommen der Natur und der Kultur wegen - und im wesentlichen verdient daran der Staat und die Hotels und zu einem gewissen Teil die Restaurants - jedoch grundsaetzlich erstmal nicht die Bauer und Landbesitzer. Insofern kann ich den Gebuehrenpart gut nachvollziehen. Die Reisefuehrerpflicht ist natuerlich suboptimal.

Aber ich denke, wer auf die (allbekannt teuren) Faeroer Inseln faehrt und bspw. hundert Kronen fuer ein Bier ausgeben kann, der kann auch 100 Kronen fuer eine Wanderung und Erhaltungsmassnahmen der Natur ausgeben.

Gruss
Kaj
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Anne



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BeitragVerfasst am: 19.06.2018 07:10    Titel: Antworten mit Zitat

Der Weg in Saksun war schon im März umgelegt gewesen, als ich dort war. Außerdem wurden neue Wegweiser aufgestellt (und der riesige Busparkplatz angelegt Shocked ).

Wie schon gesagt, ich habe kein Problem damit, eine Gebühr für die Wanderungen zu bezahlen, wenn dieses Geld dann auch direkt zum Schutz der dortigen Natur/für das Anlegen von Wegen verwendet wird. Aber einen Wanderführer brauche ich nun wirklich nicht. Zumindest nicht in 90% der Fälle. Und Bier habe ich auch noch keins für 10 € getrunken, dafür bin ich nämlich zu geizig, das ist mir der Rausch nicht wert. Wink

Nee, Spaß beiseite. Ich höre mich gerade etwas um. Ein Bekannter, der gerade auf den Färöern ist, hat sich auf der Norröna mit Färingern unterhalten (Achtung, jetzt kommt Hörensagen, ich weiß nicht, ob das alles auch tatsächlich so stimmt), die sagen, dass vom Geld eben nichts bei den Menschen ankommt, Wege privat saniert werden und es allenfalls ein paar Zuschüsse gibt. Viele Leute riechen das große Geld und versuchen, auf den Zug aufzuspringen. Das Land, über das der Weg zum Dranganir führt, soll einem Bauunternehmer gehören, der sich jahrelang nicht um sein Land gekümmert und es immer an Bauern verpachtet hat. Und jetzt auf einmal will er Geld dafür haben. Aber wie gesagt, ich weiß nicht, ob das so stimmt.


Was aber sehr seltsam ist, ist dass man keine offizielle Auskunft bekommt. Mein Bekannter hat Visit Faroe Islands, hiking.fo und die Touristinfo teilweise mehrfach angeschrieben und gefragt, für welche Wanderungen man denn nun bezahlen muss und welche nur noch mit Führer begangen werden können. Keine Reaktion. Gleiches berichten auch andere auf Facebook. Von hiking.fo gab es wohl nur die Aussage, man solle auf die Tourenseite gucken. Das würde bedeuten, dass 23 Wanderungen nur noch mit Führer zu machen wären. Visit Faroe Islands antwortet auch hier überhaupt nicht. Schon eine seltsame Politik. Oder ist gewünscht, dass ich erst mal zu jedem Wanderungsausgangspunkt fahre und mich dort von einem Schild aufklären lasse?
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Anne



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BeitragVerfasst am: 05.04.2019 08:59    Titel: Antworten mit Zitat

Die Wanderung zur Trælanípa ist nun kostenpflichtig:

http://local.fo/free-no-more-dear-tourist-it-will-now-cost-67-usd-to-hike-from-midvagur-to-traelanipan/?fbclid=IwAR3ItJD3BO6CDRepmdzoBhYvy94bxaViD7U7ftBGcBwtlM50lgph8r8HaYQ

Und auch nicht gerade billig (DKK 450 (67 USD)). Für mich war es das dann jetzt. Dann wandere ich da eben nicht mehr.
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Julian Thomsen



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BeitragVerfasst am: 05.04.2019 18:06    Titel: Antworten mit Zitat

67 USD... Der wohl teuerste Kurzwanderweg der Welt. Respekt, hier hat jemand einen feinen Sinn für Verhältnismäßigkeit.
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Ran



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BeitragVerfasst am: 05.04.2019 21:00    Titel: Antworten mit Zitat

Julian Thomsen hat Folgendes geschrieben:
67 USD... Der wohl teuerste Kurzwanderweg der Welt. Respekt, hier hat jemand einen feinen Sinn für Verhältnismäßigkeit.


Allerdings. Die Färöer bald nur noch für die Reichen und Schönen. Rolling Eyes
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Julian Thomsen



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BeitragVerfasst am: 06.04.2019 11:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann kein logisches und nachhaltiges Konzept in der Betretungspauschale erkennen und fühle mich zu einem vielleicht streitbaren Kommentar hingerissen.

Der Wanderweg zum Trælanípan ist etwa drei Kilometer lang. Wird die prognostizierte Touristenanzahl von 30.000 im Jahr 2018 trotz der nun erhobenen Gebühr von 450 DKK / 60 € pro Person als Berechnungsgrundlage heranbemüht, resultieren jährliche Einnahmen von 1,8 Mio. €. Ignorieren wir an dieser Stelle die Personalkosten für die Eingangspforte, so fallen pro Meter Wanderweg jährlich Einnahmen von 600 € an. In Deutschland kostet ein Kilometer Autobahn ca. 6-20 Mio. €(https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/hintergrund-was-kostet-ein-kilometer-autobahn-1546054.html), was auf den Meter heruntergebrochen auf 6.000 bis 20.000 € hinausläuft. Geht man nun davon aus, dass eine neu errichte Autobahn zehn Jahre betrieben werden kann, dann entsprechen die generierten jährlichen Gebühreneinnahmen auf dem Wanderweg zum Trælanípan dem Neubau einer gleichlangen preiswerten Autobahn in Deutschland.

Nun ist nicht davon auszugehen, dass sich bei den hohen Gebühren die Touristenzahl von 2018 in die Folgejahre projiziert (die Backpacker werden andere Destinationen finden und damit das Problem andernorts verlagern). Vor der Argumentation, die sensible Natur am Trælanípan zu schützen, muss dies ja schließlich der beabsichtigte Effekt sein. Die hohen Einnahmen selbst würden bei anhaltend hohen Touristenbesuchen letztlich nicht dazu beitragen, den Stress für Flora und Fauna zu senken, es sei denn, man errichtet einen Touristentunnel mit Ausguckplattform (was bei den erhobenen Gebühren wirtschaftlich durchaus eine Option wäre...). Der gleichzeitige Ausbau von Luxusunterkünften auf den Färöern kultiviert jedoch ein Metier, dass sich von solchen Wandergebühren kaum abschrecken lassen dürfte. Die preisbedingte Exklusivität der Wanderung schafft in diesem Segment womöglich sogar zusätzliche Anreize – und marketingtechnisch ist der Trælanípan bereits so stark beworben, dass der Geist über Jahre hinaus aus der Flasche sein dürfte. Das Konzept, über Betretungspauschalen den Touristenandrang zu kontrollieren, ist daher brüchig und lässt die Verhältnismäßigkeit völlig außen vor. Mit den Instandhaltungskosten zu argumentieren ist zudem nicht nur vor dem Vergleich mit einem Autobahnneubau absurd – man schaue nur eine Insel weiter westwärts nach Mykines. Der dortige Wanderweg zum Mykinesholm ist geradezu ein Schnäppchen mit aktuell 100 DKK pro Person – bei einem gleichzeitig deutlich anspruchsvolleren Relief und den damit verbundenen höheren Instandhaltungskosten. Ginge es wirklich um die Natur, wäre eine Kontingentierung der Besucherzahlen, wie sie auf Mykines durch die begrenzte Anzahl an Bootsfahrten praktiziert wird, mit einer verhältnismäßigen Instandhaltungsgebühr deutlich effektiver, glaubwürdiger und letztlich fairer. Eine reine Instandhaltung der aktuellen Trampelpfade reicht zudem nicht aus, wie bereits von Jens-Kjeld Jensen bemerkt. (https://dimma.fo/gotan-ut-i-mykinesholm-ikki-ein-varandi-loysn). Es bedarf grundlegender Konzepte zu befestigten Wanderwegen an den touristischen Hotspots.

Am Ende müssen sich die Färinger allmählich über schwelende wirtschaftliche Zielkonflikte klar werden. Genau wie der Tourismus ist auch die Weidewirtschaft auf Gewinn ausgelegt. Auch wenn die Schafe zu den Färöern gehören wie das Amen in der Kirche, so ist die extensive Beweidung auf der Außenmark nichtsdestotrotz eine Bewirtschaftungsform. Dass das Lundaland auf Mykines nicht beweidet wird, macht darüber hinaus auch den Zielkonflikt zwischen Bodenbrütern und einer Beweidung deutlich. Daher sind auch Argumente, dass die Touristenscharen die Schafe als Teil der färöischen Natur stören, ziemlich problematisch. Wieso wird während der Hauptsaison die Beweidung im überschaubaren Areal zum Trælanípan nicht ausgesetzt? Manchmal muss man eben wirtschaftlich abwägen und die ansässige Vogelwelt hätte gegen eine Beweidungsreduktion sicher nichts einzuwenden – mehr Vegetation, mehr gut versteckte Brutplätze, und damit auch eine deutlich bessere Chance, die Touristen für die Vogelwelt in der dichteren Bodenvegetation zu sensibilisieren. Man kann manchmal eben nicht alles haben...
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Anne



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BeitragVerfasst am: 08.04.2019 09:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hm...jein.
Das Lundaland auf Mykines wird ja beweidet. Und ich glaube auch nicht, dass die Schafe die Bodenbrüter stören. Schließlich leben diese Arten seit Jahrhunderten zusammen und sind aufeinander eingespielt. Würden man bestimmte Gebiete nicht mehr beweiden, würden sie verbuschen und wären für die jetzt vorhandene Vogelwelt wertlos bzw. es würden sich andere Arten ansiedeln. Aber das führt jetzt etwas zu weit.

Es ist schon so, dass der Weg extrem häufig begangen wird und in einem schlechten Zustand ist. Ich bin ihn ja letzten Juli gegangen und jetzt im März nochmal. Dort, wo der Weg schon angelegt ist, sieht die Natur drumherum wesentlich besser aus. Weiter hinten, wo der Weg noch nicht angelegt ist, ist alles zertrampelt und matschig und man sieht, dass die Leute kreuz und quer laufen. Hier müsste man eventuell wirklich komplett einen Weg/Wege anlegen und diese gegebenenfalls sogar mittels Seilen begrenzen (Geländerähnlich). Ansonsten wird da wirklich alles einfach niedergetrampelt. Auch für die Schafe ist das besser. Sie wissen dann, wo Menschen laufen und können sich fernhalten. Ein Handeln ist hier auf jeden Fall erforderlich.


Ob allerdings eine solch immens hohe Gebühr die Lösung dafür ist, weiß ich nicht. Ich habe sowieso immer mehr das Gefühl, dass die Färöer als "Tourismuskunde" lieber die besser Betuchten ansprechen und an Familienurlaubern und Backpackern gar nicht interessiert sind. Ich finde diese Entwicklung nicht so gut. Ich bin mal gespannt, wo sie noch so hinführt.
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Matthias2



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BeitragVerfasst am: 08.04.2019 20:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hier noch 2 Beispiele aus der weiten Welt, wo sehr ordentliche Summen von Touristen genommen werden, um Warane bzw. Berggorillas in freier Wildbahn zu sehen:
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/komodo-warane-indonesien-plant-hohe-gebuehr-fuer-besuch-von-komodo-a-1240021.html
https://www.reisereporter.de/artikel/1615-ruanda-ostafrika-verdoppelt-preise-fuer-gorilla-touren

Natürlich hinkt der Vergleich zu den Färöern, und natürlich hat jede Maßnahme in eine solche Richtung ihre spezifischen Gründe. Nichtsdestotrotz finde ich es, bezogen auf Annes "Tourismuskunden"-Aussage, besonders bemerkenswert, dass dem indonesischen Gouverneur die Worte "Das ist ein Ort nur für Leute, die Geld haben. Das ist ein Ort für außergewöhnliche Leute. Wer nicht genug Geld hat, braucht nicht zu kommen." in den Mund gelegt werden. Ob das für die Färöer irgendwann auch einmal zutreffen wird, kann jeder für sich selber ausloten. Gemeinsam erscheint mir aber allen Maßnahmen, dass man lieber das Geld der Touristen nimmt als sich über alternative, den Besucherstrom regulierende Maßnahmen Gedanken zu machen und somit sowohl weniger als auch besser betuchten Touristen den Besuch touristischer Highlights zu ermöglichen. Geld ist nun einmal die einfachste Regulierungsmaßnahme, grundsätzlich sollten meiner Ansicht nach solche Erfahrungen aber nicht vom Geldbeutel abhängen, zur Not muss man halt losen, wer wo was sehen darf. Aber Menschen aufgrund finanzieller Unterschiede von den Schönheiten unserer Erde auszuschließen, geht für mich gar nicht, da müssen andere Lösungen her.
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Julian Thomsen



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BeitragVerfasst am: 08.04.2019 20:59    Titel: Antworten mit Zitat

Anne hat Folgendes geschrieben:
Hm...jein.
Das Lundaland auf Mykines wird ja beweidet. Und ich glaube auch nicht, dass die Schafe die Bodenbrüter stören. Schließlich leben diese Arten seit Jahrhunderten zusammen und sind aufeinander eingespielt. Würden man bestimmte Gebiete nicht mehr beweiden, würden sie verbuschen und wären für die jetzt vorhandene Vogelwelt wertlos bzw. es würden sich andere Arten ansiedeln. Aber das führt jetzt etwas zu weit.


Hm...auch jein. Dass Lambi während der Brutsaison beweidet wird und nicht nur im Winter, ist mir tatsächlich bisher nicht aufgefallen - was hinzugelernt. Dass Schafe einen Einfluss auf Bodenbrüter haben, nicht zuletzt aufgrund ihres selektiven Grasens und der Schaffung neuer Vegetationsstrukturen, steht außer Frage. Aber gerade die wenigen nicht beweideten und schwer zugänglichen Orte auf den Färöern sind botanisch wertvoll und keineswegs (nach mitteleuropäischen Maßstäben) verbuscht - dafür sind die Böden zu flachgründig, leiden unter Staunässe, salziger Luft und dem unbeständigen Wetter. Ein bekannter Bodenbrüter der Färöer ist die Küstenseeschwalbe (deren Bestände sich leider nicht gut entwickeln) - ich habe sie bereits selbst auf den Färöern Schafe angreifen sehen, die sich ihrem Nest genähert haben. Da wird offenbar nicht zwischen zwei und vier Beinen unterschieden. "Aufeinander eingespielt" würde ich daher durch "zwangsläufig arrangiert" ersetzen. Aber das führt jetzt etwas zu weit, gern Fortsetzung andernorts im Forum Wink.
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Anne



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BeitragVerfasst am: 08.04.2019 21:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, da hast du auch wieder Recht. Also, zumindest im August rennen da Schafe rum. Kann sein, dass es im Juni nicht so ist, das werde ich dieses Jahr herausfinden.

Ansonsten: Ja, wenn man einfach alles so teuer macht, dass es sich nur noch die Reichen leisten können, hat man natürlich deutlich weniger Touristen. Aber will man das wirklich, dass nur noch Leute kommen, die einfach nur einen Haken auf ihrer "Besuchte-Länder-Liste" machen wollen und sich gar nicht wirklich für das Land und seine Kultur interessieren?

Mir wurde im März übrigens erzählt, dass es Leute gibt, die morgens auf die Färöer fliegen, im Koks essen gehen und abends wieder nach Hause fliegen. Das sind dann locker mal 1000 € für ein Essen. Wenn man nicht weiß, wohin mit seinem Geld...
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