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Touristenzahlen auf den Färöern

 
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Matthias2



Anmeldedatum: 23.08.2005
Beiträge: 664
Wohnort: Leichlingen

BeitragVerfasst am: 26.08.2018 09:44    Titel: Touristenzahlen auf den Färöern Antworten mit Zitat

In den letzten Wochen haben die Themen rund um die gestiegenen Touristenzahlen und erhobenen Gebühren für Wanderungen, Inselbesuche oder Fährfahrten für Ausländer auch hier im Forum für viele Diskussionen gesorgt. Hierbei stört mich allerdings etwas, dass viel von "Touristenmassen" gesprochen wird, ohne dass konkrete Zahlen benannt werden. Dass heutzutage mehr Touristen auf den Färöern unterwegs sind als noch vor 10 Jahren, ist sicherlich unstrittig. Wie drückt sich das aber in Zahlen aus? "Gefühlte" Anstiege und Massen sind nicht so meine Sache, erst auf Grundlage tatsächlicher Zahlen kann man sich ein Urteil bilden und Maßnahmen ableiten.

Auf www.hagstova.fo finde ich nur Zahlen zu den Ankünften auf den Färöern (per Flugzeug/Schiff) seit 1975. Während die Werte für Schiffsankünfte relativ stabil sind (in den letzten 7 Jahren um die 25.000 jährlich, was auf dem Niveau der 80er Jahre liegt), sind die Ankünfte mit dem Flugzeug deutlich gestiegen:
1975: 16.569
1985: 34.072
1995: 48.550
2005: 89.198
2010: 97.460
2015: 136.643
2017: 168.731

Gehen wir von einem weiteren Anstieg 2018 aus, werden in diesem Jahr in etwa doppelt so viele Personen mit dem Flugzeug auf den Färöern ankommen als 2005. Die Frage ist allerdings, auf welche Personengruppen dieser Anstieg entfällt (Geschäftsleute, Touristen, Dänen auf Verwandtschaftsbesuch, Sportmannschaften...), denn je nach Gruppe fallen natürlich die Aktivitäten auf den Färöern unterschiedlich aus.

Um es kurz zu machen: Ist jemandem eine Studie o.ä. bekannt, in der ganz konkret Angaben zu den Touristenzahlen, zur durchschnittlichen Übernachtungsdauer, zu den unternommenen Aktivitäten wie z.B. Wanderungen oder Bootsausflügen gemacht werden? Oder um es noch konkreter zu machen: Wie viele Touristen landen in den Sommermonaten auf Mykines und machen die Wanderung nach Mykinesholmur? Wie viele Personen haben sich im letzten Jahr zum Kallur aufgemacht im Vergleich zu z.B. 2010? Es kann ja z.B. so sein, dass in der Tat deutlich mehr Touristen mit dem Flugzeug kommen, diese aber im Schnitt einige Tage kürzer bleiben als die Touristen vor 10 Jahren und sich ihre Aktivitäten deshalb auf ein halbes Dutzend "Hotspots" konzentriert, die dann überlaufen sind, während andere Inseln/Orte/Routen ähnlich frequentiert sind wie noch vor 10 Jahren.

Ich bin gespannt, ob es zu solchen Details öffentlich zugängliche Zahlen gibt...
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Maria



Anmeldedatum: 29.05.2014
Beiträge: 66
Wohnort: Norddeutschland

BeitragVerfasst am: 26.08.2018 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

2015 war die Sonnenfinsternis, zu der so viele auf die Färöer pilgerten.
Dort stellten wohl viele fest, wie schön es auf den Inseln ist. Deswegen kommen zur Zeit vielleicht so viele. Von 2010 bis 2015 gab es einen Anstieg von fast 40.000, doch von 2015 bis 2017 waren es schon weniger, „nur“ noch ein Anstieg von rund 32.000.
Ich kann mir vorstellen, dass es im Laufe der Zeit wieder weniger Touristen werden. Das Wetter ist ja auch nicht so schön auf den Färöern…
_________________
Blindur er bókleysur maður
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Anne



Anmeldedatum: 08.01.2007
Beiträge: 655
Wohnort: Hirstein

BeitragVerfasst am: 27.08.2018 08:31    Titel: Antworten mit Zitat

Na, zumindest wenn du Färöisch verstehst, kannst du da schon recht genaue Zahlen finden:

http://www.hagstova.fo/fo/tidindi/2018/05/8-fleiri-gistingar-i-ferdavinnuni-fyrsta-arsfjording

Ich habe den Artikel jetzt mal nur überflogen, aber auf jeden Fall sind da die Übernachtungen nach Nationalitäten aufgelistet. Wenn ich den untersten Absatz richtig verstehe, sind Übernachtungen in Airbnbs nicht mit eingerechnet, da Hagstova darüber keine Informationen erhält.

Wenn du im Suchfeld "gisting" eintippst, findest du links zu vielen interessanten Artikeln.


Nachtrag: Was da wahrscheinlich auch nicht drin ist, da es sich ja um Übernachtungszahlen handelt: z.B. Kreuzfahrttouristen. Die aber natürlich an manchen Tagen mit mehreren hundert Personen die Inseln überrennen. Und Kreuzfahrtschiffe kommen wohl auch immer mehr an (habe jetzt nicht nach einer diesbezüglichen Statistik gesucht).
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Klaus



Anmeldedatum: 17.08.2005
Beiträge: 1532
Wohnort: Bunde (Ostfriesland)

BeitragVerfasst am: 10.09.2018 10:54    Titel: Antworten mit Zitat

Auf Hagstova gibt es auch eine Archiv über die Übernachtungszahlen von Gästen in den verschiedenen Unterkunftkategorien und aus den verschiedenen Herkunftsländern. Diese werden seit 2013 erhoben.

Wenn man allein die Zahlen von 2013 bis 2017 oder die Zahlen vom ersten Halbjahr 2013 bis zum ersten Halbjahr 2018 miteinander vergleicht, kann man die nachvollziehen, woher der Unmut so mancher Färinger über die "Massen" an Touristen kommt:


Die Übernachtungszahlen von Januar - Juli 2018 sind um 42,8% gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2013 gestiegen - nicht berücksichtigt sind Unterkünfte, die über airbnb vermietet werden.

Allein im ersten Halbjahr 2018 wurden 76.303 Übernachtungen über alle Unterkunftkategorieen gezählt, 2013 waren es im selben Zeitraum noch 53.446 Übernachtungen.

Die Ganzjahreszahlen sprechen ein ähnliches Bild
2013: 132.265 Übernachtungen
2017: 174.809 Übernachtungen (+32,2% gegenüber 2013)


Es gibt auch die Möglichkeit, die Zahl der Übernachtungen auf die Herkunftsländer aufzusplitten. Für Österreich und die Schweiz liegen leider keine Daten vor, dafür aber für alle nordischen Länder und die großen europäischen Länder.

Die Zahl der Besucher aus Deutschland hat sich wie folgt entwickelt:
2013: 4.327 Übernachtungen
2017: 7.859 Übernachtungen (+81,6% gegenüber 2013)


Nach Spanien (+237%), Schweden (+100,1%) und Italien (+88,7%) steht Deutschland (+81,6%) auf Platz vier der höchsten Zuwachszahlen an Übernachtungen von 2018 gegenüber 2013. Es folgt Norwegen mit 67%.

(Alle oben genannten Daten beziehen sich auf Suðurstreymoy/Tórshavn - die Daten für den restlichen Archipel habe ich der einfachkeithalber nicht mit reingerechnet)


Insgesamt steht Deutschland auf Platz vier der absoluten Übernachtungszahlen (ohne airbnb-Vermietungen).
(Zahlen für Suðurstreymoy/Tórshavn und restliche Färöer)

1. Dänemark (48.423 Übernachtungen 2017)
2. Färöer (28.819)
3. Norwegen (12.240)
4. Deutschland (7.859)
5. Schweden (6.959)
6. Großbritannien (6.697)
7. Island (5.462)
8. Italien (2.339)
9. Niederlande (1.964)
10. Finnland (1.300)

Interessant bei der Berechnung der Gesamtzahlen fand ich die Tatsache, dass Besucher aus den nordischen Ländern vor allem in Suðurstreymoy (Tórshavn) übernachten. Dagegen sind die Übernachtungszahlen von Besuchern aus Deutschland, Großbritannien, Italien und den Niederlanden etwa gleichmäßig verteilt in Suðurstreymoy (Tórshavn) und den restlichen Färöern.


Diese Daten sind auf www.hagstova.fo zu finden unter folgenden Pfad:
Hagtalsgrunnur >> Vinna og veiða >> Gistingar >> und dann den jeweils gewünschten Link
_________________
Leben heißt, mehr Träume in seiner Seele zu haben, als die Realität zerstören kann.

Leef nu, niet later!
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Julian Thomsen



Anmeldedatum: 13.05.2018
Beiträge: 17
Wohnort: Kelheim

BeitragVerfasst am: 24.01.2019 19:41    Titel: Antworten mit Zitat

Die Übernachtungszahlen sind ein Aspekt der inländisch intensiv geführten Tourismusdebatte, ein anderer Aspekt ist die Verhaltens-Wahrnehmung der Hiker. Ein interessanter aktueller Artikel hierzu findet sich auf der Webseite der Dimmalætting mit Aussagen vom Gründer der bekannten Hiking - Plattform hiking.fo, Pól Sundskarð.:

https://dimma.fo/pol-sundskard-vit-skulu-ikki-hava-ferdafolk-til-foroyar-fyri-ein-og-hvonn-pris
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MaR



Anmeldedatum: 09.12.2013
Beiträge: 41
Wohnort: 35423 Lich

BeitragVerfasst am: 25.01.2019 08:24    Titel: Antworten mit Zitat

Und wer ist so nett und übersetzt uns den Artikel? Danke!
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Julian Thomsen



Anmeldedatum: 13.05.2018
Beiträge: 17
Wohnort: Kelheim

BeitragVerfasst am: 25.01.2019 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

Kann ich gerne am Wochenende machen.
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Anne



Anmeldedatum: 08.01.2007
Beiträge: 655
Wohnort: Hirstein

BeitragVerfasst am: 25.01.2019 19:04    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr gut, dann muss ich das nicht machen. Wink
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Julian Thomsen



Anmeldedatum: 13.05.2018
Beiträge: 17
Wohnort: Kelheim

BeitragVerfasst am: 26.01.2019 14:21    Titel: Antworten mit Zitat

Als Geowissenschaftler möchte ich mich vorab für mögliche translatorische Fehltritte entschuldigen [...] - ich denke aber, der Inhalt sollte klar werden.

Pól Sundskarð: „ Keine Touristen auf den Färöern um jeden Preis.“

In den Bergen wandern zu gehen ist eine Freizeitbeschäftigung, die zunehmend mehr Resonanz findet: sowohl bei den Färingern als auch bei den vielen ausländischen Gästen, die uns besuchen. Gemäß Pól Sundskarð ist es aber ein großes Problem, dass der färingische Tourismus nicht ausreichend geregelt ist.

„Ich bin von Anfang an ein Optimist, aber ich sorge mich um die Entwicklung des färingischen Tourismus“, sagt der Klaksvíker und erfahrende Bergführer Pól Sundskarð, der im Frühjahr 2017 die Webseite hiking.fo gründete, die zum Ziel hat, färingische und ausländische Leute dahingehend zu beraten, wie Bergwanderungen durchzuführen sind.

Die Sicherheit stimmt nicht
Es gibt kaum jemanden auf den Färöern, der so oft die 340 Berge der Färöer bestiegen hat wie er. Pól kennt die Wegführungen in- und auswendig und ist sich daher sehr bewusst hinsichtlich der vielen Umstände, die man beachten muss, bevor man in die Berge aufsteigt. Diese wären zum Beispiel die Tourlänge, der Schwierigkeitsgrad, das Wetter, Wegweiser, Kleidung und andere Ausrüstung, Fauna, Respekt vor der Kultur etc.. Doch eine Menge der Touristen, die Jahr für Jahr auf die Färöer kommen, bedenken diese nicht, wenn sie sich direkt in die Berge aufmachen.

Auf der Webseite hiking.fo von Pól Sundskarð steht unter anderem geschrieben:
„Zum einen ist es nicht nur gefährlich in den färingischen Bergen umherzuwandern - verhältst du dich falsch dabei, kann es lebensgefährlich sein.“

„Ich erhalte viele Anfragen diesbezüglich, dennoch sind es immer noch zu viele, die direkt in die Berge aufsteigen, ohne sich überhaupt zu informieren“, sagt Pól Sundskarð im Gespräch mit der Dimmalætting.

„The land of maybe“
Die Touristenzahl steigt jedes Jahr, und das Wachstum ist, so Pól Sundskarð, auch außerhalb der Saison augenscheinlich, wenn das Wetter auf den Färöern unbeständig und schwer vorherzusagen ist:

„Auf den Färöern können wir alle Jahreszeiten an einem Tag erleben. Das Wetter kann morgens gut sein und später am Tag in einen Sturm umschlagen. Das ist das „Land of maybe“ “, sagt Pól Sundskarð, der definitiv der Ansicht ist, dass es eine Voraussetzung für Ausländer sein sollte, nur in Begleitung einer Reiseleitung die Berge zu besteigen.

Der Tourismus muss besser gesteuert werden
„Es sterben mehr Menschen in den Bergen als im Verkehr, und wir haben die Grenze im Großen und Ganzen schon überschritten. Wir müssen den Mut haben, auf die Bremse zu treten, unabhängig davon, wie hoch die Kosten hierfür ausfallen werden“, sagt Pól Sundskarð überzeugt.

Als Beispiel verweist er auf die Verwirrung in Viðareiði vor lediglich wenigen Tagen, als die Polizei und die Lebensrettung benachrichtigt worden sind, als zwei Ausländer Unruhe in der Bevölkerung hervorriefen, da sie am Villingardalsfjall im Zelt übernachten wollten.

„Es muss etwas getan werden, um solche Fälle zu verhindern, da sie für das Volk große Unannehmlichkeiten hervorrufen und hohe Kosten nach sich ziehen – finanzieller Natur als auch im schlimmsten Fall in Form von Menschenleben“, sagt Pól Sundskarð, der sich mit seinem breiten Wissen und seiner langen Erfahrung rund um die färingische Natur die Kritik erlaubt.

„Ist das Ziel ein nachhaltiger Tourismus, müssen wir der Natur größere Beachtung schenken, die Touristen besser informieren und uns im Bestreben zurücknehmen, die „unentdeckten“ Färöer zu vermarkten. Auf alle Fälle werden der Bauernverband und der Verband der Grundbesitzer zu einem Ergebnis im Rahmen ihrer gemeinsamen Beratungen kommen, sodass der Sachverhalt angemessen geregelt wird.“

„Wir sollten keine Touristen auf den Färöern um jeden Preis haben. Möchten Touristen frei und rücksichtslos in den Bergen umherwandern, sollten sie nicht hier her kommen“, sagt Pól Sundskarð abschließend zur Dimmalætting.
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MaR



Anmeldedatum: 09.12.2013
Beiträge: 41
Wohnort: 35423 Lich

BeitragVerfasst am: 27.01.2019 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Herzlichen Dank!
Der Bericht deckt sich mit meinen Erfahrungen als "Spaziergänger": Ohne Guide geht da oft nichts!
Es nötigt mir größten Respekt ab, wenn ich bedenke auf welchen "Wegen" und mit welcher Aurüstung ganze Ortschaften zu Fuß versorgt wurden.
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