www.faroe-islands.de
Das Forum für Freunde der Färöer-Inseln
Erik
Es ist Dienstag, der 21. September 2021 5.00 Uhr     (72.11 % von 2021)

Diskussionsforum Färöer Foren-Übersicht Diskussionsforum Färöer
Der deutschsprachige Treffpunkt für Freunde der Färöer-Inseln
 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Ein schiffbrüchiger Deutscher in Kirkjubøur
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Diskussionsforum Färöer Foren-Übersicht -> Geschichte und Brauchtum
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
George



Anmeldedatum: 16.12.2007
Beiträge: 1193
Wohnort: Deutschland, Nähe Hannover

BeitragVerfasst am: 09.06.2021 14:33    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,
es hat etwas gedauert, bis der Link zu mir gekommen ist, aber nun:
Hier ist die Seite der löblichen Ostsee-Zeitung, in der der Text erschienen ist, mit dem wir hofften, einen Nachkommen von Heinrich Anders zu finden:



Hier ist der Link zur vergrößerbaren Seite, um sie auch lesen zu können.
_________________
"es ischt beweglich rund um die färörer herrrum"

"Bundin er bátleysur maður"
"Bound is a man who has no boat"
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
George



Anmeldedatum: 16.12.2007
Beiträge: 1193
Wohnort: Deutschland, Nähe Hannover

BeitragVerfasst am: 10.06.2021 15:34    Titel: Antworten mit Zitat

Dies ist die Reaktion auf den Beitrag: der Leser Manfred Korthase erkannte in dem geretteten Seeann seinen Ur-Großonkel und legte der Redaktion Erinnnerungsstücke vor:



Die OZ-Redaktion konnte leider keine bessere Abbildung zur Verfügung stellen, stattdessen die Text-Datei:

_______________________________________________


"Der auf den Färöer-Inseln gestrandete Rostocker Matrose war mein Vorfahre“

Manfred Korthase (82) aus Kösterbeck erkannte im Bericht der OSTSEE-ZEITUNG seinen Urgroßonkel, genannt „Unkel Anders“, wieder. Der Seemann Heinrich Anders hatte 1895 ein Schiffsunglück vor den Färöer-Inseln überlebt. Nach seiner Rückkehr lebte er in Rostock.

„Als ich in der OSTSEE-ZEITUNG den Bericht über das Schicksal des Rostocker Seemanns las, der als Einziger 1895 den Schiffbruch des Dampfers ,Principia‘ vor den Färöer-Inseln überlebte, stutzte ich: Da ging es ja wirklich um ,Unkel Anders‘, wie er in unserer Familie genannt wird“, sagt Manfred Korthase (82).

In seinem Haus in Kösterbeck bewahrt der ehemalige Technische Offizier, der für das Fischkombinat Rostock und die Deutsche Seerederei fuhr, umfangreiche Aufzeichnungen zu seinen Vorfahren auf. Zu ihnen gehört auch Heinrich Anders. Die Dokumente verraten mehr über das Leben des 1867 in Rostock Geborenen. „Dass wir heute als Familie recht umfassende Kenntnisse über unsere Geschichte besitzen, ist vor allem meiner leider bereits verstorbenen Schwester Gerda und ihrem Mann Günther Witte zu verdanken. Beide haben Dokumente, Fotos und Bilder gesichtet, geordnet und in Mappen zusammengefasst“, ist Manfred Korthase beiden dankbar. Aus den Unterlagen geht auch hervor, dass Korthase der Urgroßneffe von Heinrich Anders ist.

Der Rentner gewährt einen Einblick in das blaue Album, in dem sich bereits auf der zweiten Seite ein längerer Eintrag zu dem Schiffbrüchigen findet. Daraus geht hervor, dass Anders einer alteingesessenen, wohlhabenden RostockerFamilie entstammte, die unter anderem Häuser am Neuen Markt und am Hopfenmarkt besaß. Zudem hatte er zwei Geschwister – Elise und Louis. Während Elise den eingewanderten Schweden Nils Olsson heiratete, wanderte der Bruder in die USA aus. Auch Heinrich trieb das Fernweh in die Welt hinaus. So heuerte er 1895 als Matrose auf dem britischen Dampfer „Principia“ an, der während der Fahrt nach New York bei schwerem Sturm und nach einem Brand bei den Färöer-Inseln auf Grund lief und zerbrach. Als Einziger von 28 Besatzungsmitgliedern wurde Anders von Einheimischen, auf einer Planke oder Luke treibend, nach 14 Stunden aus der tobenden See gerettet (OZ vom 19.5.).

Zu denen, die den damals 27-Jährigen vor dem Tod bewahrten, soll auch der Färinger Schiffer Andreasen Hansen gehört haben. Der, so sagen verlässliche Quellen, zählte allerdings nicht zu der fünfköpfigen Besatzung des Rettungsbootes, die Anders halb bewusstlos aus dem Wasser zog. Hansen und seine Frau Susanna Maria nahmen den Geretteten allerdings in ihr Haus und gewährten ihm solange Gastfreundschaft, bis er wieder zu Kräften kam. Ein Fakt, der bislang weitgehend unbekannt war, sich so aber in der Familien-Chronik wiederfindet. Dort ist auch zu erfahren, dass Andreasen Hansen und Heinrich Anders eine lebenslange Freundschaft verbunden haben soll. Ausdruck dessen sei auch ein Tisch gewesen sein, den Hansen aus der Planke fertigen ließ, auf der der Schiffbrüchige trieb. Dieser Tisch, den Anders mit nach Rostockbrachte, habe sogar eine Inschrift über den Hergang des Unglücks getragen, heißt es in den Aufzeichnungen. Der Wahrheitsgehalt lässt sich nicht mehr überprüfen. Das Möbelstück soll im Krieg verbrannt sein, steht in der Chronik.

Sicher aber ist, dass Heinrich Anders nach seiner Heimkehr Abschied von der christlichen Seefahrt nahm. Er heiratete und wurde Vater einer Tochter und zweier Söhne. Den Lebensunterhalt für sich und seine Familie verdiente er vor allem mit Fischfang, indem er mit einem kleinen Boot auf die Ostsee vor Warnemünde hinausfuhr. Um das schmale Einkommen noch aufzubessern, setzte er im Sommer mit einem Ruderboot am Sonntag Ausflügler vom Rostocker Stadthafen nach Gehlsdorf über. Zeitgenossen beschreiben ihn als einen „allgemein beliebten und angesehenen Mann“. Während über das Schicksal seiner Söhne nichts bekannt ist, lebte seine Tochter, eine verheiratete Gensecke, lange Zeit in Warnemünde und betrieb dort mit ihrem Mann ein Lebensmittelgeschäft in derRostocker Straße.

Heinrich Anders starb 1948 im Alter von 80 Jahren.

_______________________________________________

Das Foto auf der Zeitungsseite unten links zeigt das Ehepaar Hansen mit einem Bild von Heinrich Anders, - unten rechts Heinrich Anders mit seiner Familie.

Manfred Korthase ist wie sein Vorfahr Seemann und heute ein seit vielen Jahren stadtbekannten Aktivisten der Rostocker Hanse Sail:


_________________
"es ischt beweglich rund um die färörer herrrum"

"Bundin er bátleysur maður"
"Bound is a man who has no boat"
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Diskussionsforum Färöer Foren-Übersicht -> Geschichte und Brauchtum Alle Zeiten sind GMT
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4
Seite 4 von 4

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB2.de