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Týsk órð á donskum og føroyskum
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Klaus



Anmeldedatum: 17.08.2005
Beiträge: 1512
Wohnort: Bunde (Ostfriesland)

BeitragVerfasst am: 18.08.2007 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, ja, das sind die Unterschiede der Generationen. Wink Für mich ist das Wort "Berufsverbot" ein ganz normales Wort - aber bis gerade wusste ich auch gar nicht, warum es bei dir Negativ angefärbt ist. Nun, ähnlich ist es ja mit dem 2. Weltkrieg, den wir nur noch aus dem Geschichtsbuch kennen. Wir (die junge Generation) fühlen uns logischerweise nicht mehr dafür Verantwortlich. Auch wenn bestimmte Leute immer noch meinen, uns tagtäglich die Schuld in die Schuhe schieben zu müssen.

Wurde im Färöischen neben dem Wort "Berufsverbot" auch das Wort "Verbot" mit übernommen? Ich glaube nicht, oder?
_________________
Leben heißt, mehr Träume in seiner Seele zu haben, als die Realität zerstören kann.

Leef nu, niet later!
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Arne



Anmeldedatum: 17.08.2005
Beiträge: 2239
Wohnort: Kiel

BeitragVerfasst am: 18.08.2007 18:39    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt einfach eine Reihe deutscher Wörter, die recht international sind. Berufsverbot, Autobahn, Waldssterben, Weltschmerz.

Es gibt übrigens auch echte Lehnübersetzungen aus dem Deutschen im Färöischen, z.B. ætlanarbúskapur (Planwirtschaft). Jedenfalls wird das Wort im färöischen Wörterbuch mit dem deutschen Wort erklärt:

http://www.obg.fo/fob/fob.php?leitord=%E6tlanarb%FAskapur&action=1&pageno=0
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d.w.



Anmeldedatum: 28.05.2006
Beiträge: 884
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BeitragVerfasst am: 18.08.2007 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, das Wort Planwirtschaft ist noch ein echtes DDR-Erbe. Insofern stünde ihm schon fast Artenschutz zu.
Doch nehme ich nicht an, dass die Färinger das Wort unmittelbar aus dem Deutschen oder gar DDR-Deutschen übersetzt haben. Wahrscheinlich ist diese Lehnübersetzung über das Dänische ins Färöische gelangt. Auf Dänisch heißt das Wort „planøkonomie“. Dazu heißt es in meinem „Nudansk Ordbog, 11. udgave, 1982: planøkonomi (... efter tysk planwirtschaft).
Und „ætlanarbúskapur“ ist natürlich auch eine direkte Wiedergabe des dänischen „planøkonomi“.
Immerhin haben wir dann ein Beispiel dafür, wie eine Lehnübersetzung aus dem Deutschen über das Dänische ins Färöische gelangt ist.
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Arne



Anmeldedatum: 17.08.2005
Beiträge: 2239
Wohnort: Kiel

BeitragVerfasst am: 18.08.2007 20:19    Titel: Antworten mit Zitat

Nunja, die Färinger hatten zu der Zeit ja aber bereits den Freihandel (seit 1856 Wink ) und somit auch eigenständigen Kontakt zu Deutschland. Der Hinweis auf das Deutsche ist jedenfalls interessant im Wörterbuch und kommt ja nicht so häufig vor.

Übrigens lese ich gerade das Buch "Ein ferð inní føroyskt" von Kári Davidsen und Jonhard Mikkelsen 1993. Dort steht ein recht prägnanter Satz zur Herausbildung der Schriftsprache Anfang des 19. Jahrhunderts und die Abgrenzung vom dänischen Einfluss, der die Sprache vollständig zu korrumpieren schien:

Zitat:
...eitt tað týdningarmesta var at seta so greitt mark, sum til bar, millum hesi bæði málini danskt og føroyskt. At so marknasteinarnir við hvørt ikki eru beint settir, er annað mál, men har ið nakað verður gjørt, fer altíð okkurt til spillis. Tað, sum føroysk málrøkt hevur roynt at halda uttan fyri mark, eru fyrst og fremst týskættað orð í donskum, ikki so nógv av norðurlendskari rót.


In der Folge wird aufgelöst, dass ein so urfäröisches Wort wie "kanska" ein dänisches Lehnwort ist (< kan ske). Nicht erwähnt wird, dass "ske" wiederum aus dem Niederdeutschen kommt (< (ge)schen).
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d.w.



Anmeldedatum: 28.05.2006
Beiträge: 884
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BeitragVerfasst am: 18.08.2007 21:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das ist ein sehr interessantes Buch, das ich leider noch immer nicht gelesen habe, obwohl ich es bereits seit einigen Jahren besitze.
Gut, dass Dein Beitrag mich wieder daran erinnert hat, Arne. Ich werde mir wahrscheinlich das Buch jetzt mal vornehmen, um mich für die anstehende Färöerreise sprachlich auf Vordermann zu bringen.
Übrigens, der eine der beiden Autoren, Kári Davidsen, Lehrer am Gymnasium "í Hoydølum" ist derjenige, der schon vor einigen Jahren das umfangreiche Manuskript eines Deutsch-Färöischen Wörterbuchs abgeschlossen hat. Er selbst hatte mir seinerzeit bei einem Besuch den Ausdruck des Manuskripts gezeigt. Es sind mehrere Aktenordner. Kári Davidsen hat als Ausgangsbasis für sein Manuskript den deutschen Wortschatz aus dem roten Tysk-dansk ordbog des Gyldendal Verlags gewählt.
Hanus Kamban erwähnt in seinem Artikel über mich dieses Manuskript und schlägt vor, dass man sich auf den Färöern endlich auch einmal um die Herausgabe dieses Manuskripts kümmern solle. Da kann ich nur sagen: Sein Wort in Gottes Ohr!
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Arne



Anmeldedatum: 17.08.2005
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Wohnort: Kiel

BeitragVerfasst am: 18.08.2007 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist ja interessant. Ich habe das Buch kürzlich zum Geburtstag geschenkt bekommen vom färöischen Künstler Anker Eli Petersen, als ich bei ihm zu Besuch in Dänemark war. Er hatte seinerzeit das Titelbild gestaltet.

Es war ein Geschenk, über das ich mich sehr freute, da ich immer schon wissen wollte, was eigentlich Schüler der Sekundarstufe so durcharbeiten müssen, wenn es um ihre eigene Sprache geht. Das Buch ist unterhaltsam und kompetent geschrieben. Ich denke, man kriegt das Färöische so von einer ganz neuen Perspektive vermittelt, kriegt also ein Gespür dafür, was die Färinger selber für schwer und besonders halten.
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d.w.



Anmeldedatum: 28.05.2006
Beiträge: 884
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BeitragVerfasst am: 18.08.2007 22:20    Titel: Antworten mit Zitat

Als Anker Eli Petersen das Titelbild schuf - wohl auch 1993, im Erscheinungsjahr des Buches - war er noch weitgehend unbekannt, aber er hatte schon damals seinen charakteristischen Stil gefunden.
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d.w.



Anmeldedatum: 28.05.2006
Beiträge: 884
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BeitragVerfasst am: 18.08.2007 22:55    Titel: Antworten mit Zitat

Klaus hat Folgendes geschrieben:
Wurde im Färöischen neben dem Wort "Berufsverbot" auch das Wort "Verbot" mit übernommen? Ich glaube nicht, oder?


Im Färöischen kommt das deutsche Wort „Verbot“ als Fremdwort nicht vor. Nicht nur, weil das den Sprachpuristen total gegen den Strich ginge. In diesem Fall sogar zu Recht.
Es gibt schon längst ein färöisches Wort dafür: „forboð“. Es kommt von dem Verbum „forbjóða“ (verbieten), und das ist gleichbedeutend mit dem altnordischen (norrönen) „fyrirbjóða“.
„Verboten“ heißt auf Färöisch „forbjóðaður“. Es gibt dafür auch das Wort „bannaður“ (vgl. deutsch „gebannt“), vom Verbum „banna“, das eigentlich „schwören, verfluchen, bannen“ heißt.
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