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Diskussionsforum Färöer Der deutschsprachige Treffpunkt für Freunde der Färöer-Inseln
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George
Anmeldedatum: 16.12.2007 Beiträge: 772 Wohnort: Deutschland, Nähe Hannover
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Verfasst am: 21.01.2010 10:42 Titel: |
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Prof. Steenstrup erwähnt in dem o.a. Bericht, daß er auf der Insel Sandoy den präparierten Kopf eines Riesenalks zu sehen bekam.
Ich habe bislang nirgendwo einen anderen Hinweis darauf gefunden. Wenn diese Trophäe wider Erwarten in den vergangenen 150 Jahren nicht verloren gegegangen sein sollte, scheint jedenfalls über ihre Existenz nichts mehr bekannt zu sein. _________________ "Bundin er bátleysur maður"
"Bound is a man who has no boat" |
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George
Anmeldedatum: 16.12.2007 Beiträge: 772 Wohnort: Deutschland, Nähe Hannover
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Verfasst am: 28.02.2010 19:04 Titel: |
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Dies ist der Riesenalk im Übersee-Museum in Bremen.
Der bekannte Ornithologe Prof.Dr.Wilhelm Blasius hat dieses Exemplar schon 1884 als "schön erhalten" bezeichnet und schon der Foto-Vergleich mit anderen Ausstellungen bestätigt dies auch heute noch. Er wirkt frischer und "lebendiger" als andere, so als stünde er auf einem färöischen Küstenfelsen...
Das Exemplar ist nur von einer Seite her zugänglich; die vielfältigen Lichtreflexe auf der Frontscheibe verhindern ordentliche Fotos; das Museum bietet keine Abbildungen an.
Dieser Riesenalk wurde 1844 in Bremen angekauft; offensichtlich wurde er auf einer Naturforscher-Versammlung von einem Raritätenhändler angeboten. Die Herkunft ist nicht bis ins Detail belegt, aber nach dem Ausschlußverfahren spricht alles dafür, daß es eines der "vorletzten" Tiere von der isländischen Insel Eldey aus dem Jahr 1840/41 ist.
Das Übersee-Museum war im Wesentlichen als Kolonial-Museum einer Welthandels- ud Seefahrts-Stadt entstanden, hat aber städtische Museen wie die Sammlungen für Naturgeschichte und Ethnographie aufgenommen, hat auch ein Industriemuseum integriert und ist mit seinen ambitionierten Sonder-Ausstellungen allemal einen Besuch wert, - zumal es direkt am Ausgang des Hauptbahnhofs liegt.
Ähnlich wie im niedersächsischen Landesmueum Hannover fehlt auch in Bremen der örtliche Bezug zum Riesenalk. Hannover präsentiert den Riesenalk dennoch als Solitär in einem sehenswerten Diorama. Bremen stellt - ebenfalls in Dioramen - die Entwicklungsgeschichte der Tierwelt der norddeutschen Landschaft vor, - für den Riesenalk ist darin kein Platz. Stattdessen wird er in der lehr-pädagogischen Ausstellung "Evolution" gezeigt, - als Beleg-Beispiel für das Thema "Ausrottung".
So begrüßenswert es ist, daß jedem Schüler somit den Riesenalk exemplarisch vor Augen geführt wird, so läßt der knappe Begleittext zum Riesenalk Wünsche offen:
| Zitat: | | "Stellvertretend für die vielen Arten, deren Aussterben unsere Spezies selbst verursacht hat, steht der Riesenalk. Noch im vorigen Jahrhundert bevölkerte dieser Vogel in Massen die felsigen Klippen rund um den Nordatlantik. Obwohl er nicht fliegen konnte, war er an die Bedingungen seines Lebensraums bestens angepaßt. Auf die rücksichtlose Jagd mit Schußwaffen konnte ihn die Evolution dagegen nicht vorbereiten. 1845 wurde das letzte Exemplar auf der isländischen Insel Eldey getötet." |
Vermutlich gibt es überhaupt kein Tier, das auf "die rücksichtlose Jagd mit Schußwaffen" in irgendeiner Weise vorbereitet gewesen war, zumal meines Wissens tatsächlich nur sehr wenig Munition an den Riesenalk "verschwendet" worden war, da man ihn doch massenhaft zu Tode knüppeln konnte. Die wesentliche Ursache seiner Ausrottung war die industrielle Verwertung dieses Vogels unter den Bedingungen des aufwachsenden Kapitalismus im 18. Jahrhundert.
Auch das Bremer Museum leidet unter notorischer Finanz- und Personalknappheit, - das kann aber für die falsche Jahreszahl 1845 keine wirkliche Entschuldigung sein, - auch wenn es sich beim Jahr 1844 nur um eine Konvention handelt.
Begleitmaterial wie in Braunschweig und Hannover wird nicht angeboten, auch keinerlei Literaturhinweis. Zwar weiß ich aus eigener Erfahrung, daß die Museumsleitung bei Interesse alle vorhandenen Nachweise mit großem Entgegenkommen zugänglich macht, aber die Grund-Information sollte eigentlich keine Hol-Schuld für die Besucher sein, schon garnicht bei einem so prächtigen, wertvollen Ausstellungsstück. _________________ "Bundin er bátleysur maður"
"Bound is a man who has no boat" |
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Christian Schöne
Anmeldedatum: 20.08.2005 Beiträge: 227 Wohnort: Warendorf
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Verfasst am: 25.03.2010 12:01 Titel: Riesenalk |
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hierzu sehr ausführlich:
Ingvar Svanberg: Färöische Riesenalken Pinguinus Impennis (L.) in Gefangenschaft. Gleichzeitig die Geschichte seiner Verfolgung bis zum Tode des Letzten 1844. In: Ornithologische Mitteilungen. Monatsschrift für Vogelbeobachtung, Feldornithologie und Avifaunistik, Köln, Bd. 61, 2009, S. 13-20 |
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George
Anmeldedatum: 16.12.2007 Beiträge: 772 Wohnort: Deutschland, Nähe Hannover
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Verfasst am: 25.03.2010 13:27 Titel: |
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Mir liegt diese Ausgabe als Fotokopie vor, die mir Ingvar Svanberg seinerzeit geschickt hat. Ich finde es sehr schade, daß dieser deutschsprachige Artikel in einer ornithologischen Publikation versteckt ist, die online unauffindbar ist, zumal viele von Ingvar's sonstigen Arbeiten im Volltext auf seiner Webseite stehen.
Ich kann diesen Artikel bei Interesse gerne zuschicken, wenn jemand wie ich keinen routinemäßigen Zugang zum Bibliotheks-Leihwesen hat.
Bei dem o.a. Artikel handelt es sich im wesentlichen um einen ersten Überblick, dem Mitte dieses Jahres eine eingehendere Ausarbeitung (in Englisch) folgen wird.
Wirklich neu ist der Bericht über die Beobachtung eines Riesenalks Ende des 19. Jahrhunderts in Gjógv. _________________ "Bundin er bátleysur maður"
"Bound is a man who has no boat" |
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