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tarvsmykju statt bvur

 
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George



Anmeldedatum: 16.12.2007
Beitrge: 1193
Wohnort: Deutschland, Nhe Hannover

BeitragVerfasst am: 05.04.2009 13:09    Titel: tarvsmykju statt bvur Antworten mit Zitat

Auf der Seite des ungarischen Sprachforschers Duray Zsuzsa findet sich der Vergleich derselben Passage eines Texts der bekannten frischen Sprachentwickler in deren jeweiligen Versionen:

Zitat:

Jakobsen:
Mikjenes hevur ttir manna sgn vere flotiggj. Ain mvur y Srvje, sum javnlia re t, raddist idla strkvlenar te hve, o v ty hann ikkje tte bvur stiggja tair vi, hie hann til tss tarvsmikjo, sum hann kastaje y sjgvin, t y kvlir vro nr staddir btenun.

Zitat:
Hammershaimb:
Mikines hevir eftir manna sgn veri flotoyggj. Ein maur Srvgi, sum javnliga ri t, rddist illa strhvalirnar ti havi, og av t at hann ikki tti bvur at styggja teir vi, hevi han til tess tarvsmykju, sum hann kastai sjgvin, t i hvalir vru nr staddir btinum.

Zitat:
Broyting:
Mikines hevir ettir manna sgn veri flotoyggj. Ein maur Srvgi, sum javnliga ri t rddist idla strkvalirnar ti havi, og av t at hann ikki tti bvur at stiggja teir vi, hevi hann til tess tarvsmikju, sum hann kastai sjgvin, t i kvalir vru nr staddir btinun.


Ich verstehe den Text so:
Mikines war der Sage nach eine schwimmende Insel gewesen. Ein Mann aus Srvagur, der oft zum Fischen hinausfuhr, frchtete sich sehr vor den groen Walen drauen auf dem Meer, und da er kein eigenes Biber hatte, um sie damit zu vertreiben, hat er stattdessen oft bullshit genommen, den er in die Wellen warf, wenn Wale dem Boot nahe kamen.
(bvur (Biber) bezeichnet hier Bibergeil oder einen entsprechenden Ersatzstoff z.B. Wacholderl; siehe bverhylki.)

Mir ist von diesem Wundermittel gegen "Trollwale" vom Hrensagen erzhlt worden, aber ich wute nicht, da es einen so prominenten Beleg dafr gibt. Smile
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"Bundin er btleysur maur"
"Bound is a man who has no boat"
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d.w.



Anmeldedatum: 28.05.2006
Beitrge: 885
Wohnort: Witten an der Ruhr

BeitragVerfasst am: 05.04.2009 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

Da hast Du den Text ganz richtig verstanden, George. Gratulation! Deine frischen Kenntnisse machen Fortschritte. Die kurze Sage von der "Treibinsel" Fugloy war vor vielen Jahren mein Debut im bersetzen frischen Texte fr die Zeitschrift TJALDUR (Heft Nr. 2/1989, S. 45).

Abgesehen von dem "Biber-Thema" sind diese drei Textzitate sehr interessant als Beispiele fr eine Diskussion ber frische Orthographie.
Die beiden ersten Textvarianten von Hammershaimb und Jacobsen finden sich auch in dem folgenden Handbuch der Grammatik des Frischen: "FAROESE. An Overview and Reference Grammar", Trshavn, 2004, S. 386.
Die heute auf den Frern offiziell gltige Orthographie, die Hammershaimb in der Mittte des 19. Jahrhunderts geschaffen hat, ist streng etymologisch, deutlich orientiert am islndischen Vorbild. Ihr Nachteil ist der groe Abstand zwischen Schreibung und Aussprache.
Fr Auslnder - besonders fr solche mit skandinavischen Vorkenntnissen - ist das Schriftbild des Frischen in der Schreibweise Hammershaimbs viel leichter zugnglich, als wenn sie einen frischen Text vor sich htten, der streng phonetisch geschrieben wre. Dagegen haben die Fringer selbst - die Kinder vor allem - mit der Hammershaimbschen Schreibweise verstndlicherweise groe Schwierigkeiten. Ich sehe das nicht selten in Mails, die ich von Fringern erhalte.
Deshalb hat der frische Sprachforscher Jacob Jacobsen, dem wir auch die Sammlung der frischen Sagen und Mrchen verdanken, 1889 den Entwurf einer mehr phonetischen Orthographie vorgelegt. Doch dieser Entwurf hat sich gegen die Hammershaimbsche Rechtschreibung nicht durchsetzen knnen. So verstndlich auch das Drngen nach einer mglichst phonetischen Schreibweise sein mag, dem steht das Problem gegenber, dass es auf den Frern - im Gegesatz zum Vorbild Island, keine einheitliche Aussprache gibt. Die Zersplitterung des Sprachgebiets durch die vielen Inseln, zwischen denen frher die Verkehrsverbindungen hufig sehr schwierig waren, hat die Herausbildung von Dialekten begnstigt.
Wenn man also eine phonetische Schreibung des Frischen fordert, dann muss man zunchst die Frage beantworten, welche Aussprachevariante des Frischen denn fr die Schreibung mageblich sein soll. Diese Frage erbrigt sich natrlich bei einer rein etymologischen Schreibung.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich dieses Problem im Laufe der knftigen Entwicklung dadurch verringert, dass sich die frischen Aussprachevarianten allmhlich immer mehr angleichen, bzw. dass sich die Aussprache der Hauptstadt landesweit durchsetzt.
Die Isolation der Bevlkerung von denen der anderen Inseln verschwindet durch die modernen Verkehrssysteme immer mehr und
schafft dadurch auch fr die frischen Sprache eine ganz neue Situation.
Die dritte Textvariante, die nur als Broyting, d.h. "nderung", gekennzeichnet ist, stammt vermutlich aus der heutigen Diskussion ber eine Reform der Hammershaimbschen Rechtschreibung. Sie ist gegenber der von Jacobsen wesentlich gemigter. Sie kommt den Bedrfnissen der Fringer entgegen, ohne dass sie fr Nichtfringer den Zugang zur Sprache bereits erschwert. Sie schlgt nderungen fr einige Konsonantenkombinationen vor, die in allen Aussprachevarianten des Frischen identisch ausgesprochen werden.
Ich nenne hier die nderungsvorschlge, soweit sie in dem Beispieltext enthalten sind:
Aus eftir (=nach) wird ettir.
Aus ll wird dl. Beispiel: illa (=schlimm) wird zu idla.
Aus hv wird kv. Beispiel: hvalir (=Wale) wird zu kvalir. Diesem kv entspricht in deutscher Schreibweise kw bzw. qu.
Das m in den Dativendungen -um bei Substantiven und entsprechend Adjektiven wird wie in der Aussprache jetzt zu n. Also werden die betreffenden Dativendungen nun -un geschrieben.
Eine solche Schreibung bedeutet also eine gemigte Abkehr von der "islandisierenden" Orthographie Hammershaimbs.
brigens, Wrter wie illa und hvalir werden sogar im modernen Islndisch genau so ausgesprochen wie im Frischen, nmlich idla und kvalir.
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Bundin er billeysur maur. (Aktualisierte Fassung eines altbekannten frischen Sprichworts, gehrt im September 2014 von einem Fringer)
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George



Anmeldedatum: 16.12.2007
Beitrge: 1193
Wohnort: Deutschland, Nhe Hannover

BeitragVerfasst am: 06.04.2009 12:34    Titel: Antworten mit Zitat

Oh, danke.
Ich habe den Zusammenhang dieses kurzen Textmusters gesucht, es findet sich in der Frsk anthologi von U. Hammershaimb, Kbenhavn 1891

Zitat:
Flotoyggjar 3 - Mykines.

Mikines hevur eftir manna sgn veri flotoy. Ein maur Srvgi, sum javnliga ri t, rddist illa strhvalirnar ti havi, og av t hann kki tti bvur at styggja teir burtur vi, hevi hann til tess tarvsmykju, sum hann kastai sjgvin, t i hvalir vru nr staddir btinum.

N hann situr ti havi og rekur fyri vestan Vgar, sr hann stra oyggj koma undan r tokuni; allir draga upp og rgva sum skjtast at oynni. Srvgsmaurin, i fyrstur hevi bori eyga vi hana, kastai mykjuna upp eitt nes, sum teir komu at, og steig so land sjlvur; t festist oyggin av mykjuni, i blaka var upp nesi, og av t sigist oyggin at hava fingi navn Mykjunes. Arir nevna hana Mikines av t mikla nesinum eystast oynni, sum eitur Ngvunes.

rum frsgnum er sagt, at eina ferina var ein risi, sum vildi bgva Froyum, men tr oyggjar, sum honum lkai best, vru ov smar, og t tlai hann at leggja fleiri saman. Fyrst kom hann til Kolturs og legi hana, hvar hon liggur n. So fr hann til Skvoyar, at draga hana fasta vi Koltur. Men Skvoyingar spurdu hann, um ta var lvara, at hann vildi bgva teirri oyggj, sum Klvur ltli hevi tt. N risin hetta hoyrir, at ein klvur hevi tt Skvoy, vildi hann ikki hava hana og takkai teimum, at teir hvdu sagt sr fr hesum, gav teim strar gvur aftur fyri og fr so haani.

Fyri noran landi fann hann n eina stra oyggj, sum honum tkti vera g hj sr at bgva ; hann frdi hana t suur eftir havinum, men t i hann kom fyri vestan beint Vgar, var hann ikki mentur at fa hana longur. Hann l um eina viku og kttist at fa oynna suur til Kolturs, men ikki bar til hj honum longur at flyta hana, hann kundi ikki vika hana r stai.

Illur huga mlti hann t: "fjr mtt, fjr mtt, hevi eg fingi oynna upp fyri, fekk eg vl hesa undir kav;" t ongum rum unnai hann oynna Mikines at bgva enn sr sjlvum.

Enn dgum sigast menn stundum at hava s eina oyggj fyri noran Vgar; h fjll eru sjnlig henni, djpir dalir og hvtir fossar; helst er ta Srvgsmenn, sum hava s hana grant ofta, t i teir hava veri burtur haga at rekta sey har, hvar norurhavi er haft eygsjn. Ei er t at undrast , um Mikinesmenn eru dpurhuga, t i tindi berast t til teirra, at onkur aftur hevur s hesa oynna; - hvr veit, um risin livir ikki enn og kann skkja Mikines kav fyri at fa oynna fyri noran flutta suur og festa, hvar hann vil hava hana at vera?

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