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Segeln zu den Faröer Inseln
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George



Anmeldedatum: 16.12.2007
Beiträge: 1188
Wohnort: Deutschland, Nähe Hannover

BeitragVerfasst am: 30.07.2010 20:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ich möchte das ungern als letzten Satz stehen lassen, denn:
Gut ankommen mit dem Seekajak ist eben keine Frage des Glücks.

Eine Kenterung ist in der Seekajak-Gruppe - anders als bei einem Dickschiff - kein Seenotfall. Die Sicherheit, daß es bei einem harmlosem Zwischenfall bleibt, liegt in der Erfahrung in Planung und Durchführung der Tour. Da kann dann auch bei 10°C Wassertemperatur im August jemand kentern, - das ist auf jeder meiner Gruppenfahrten in den Färöern vorgekommen, mir selbst übrigens auch. Der, der kentert, braucht dazu keine Übung, - nur der, der ihn wieder einsteigen läßt.
Wirklich gefährdet sind die Solo-Fahrer, - obwohl einige der o.a. "Cracks" gerade das immer wieder vormachen. Man sollte sie vielleicht gelegentlich daran erinnern, daß auch die Eskimo mit ihren unvergleichlichen Kajak-Fähigkeiten und 17 verschiedenen Aufrolltechniken zum großen Teil den Ertrinkungstod gestorben sind, - jeweils alleine auf ihren Jagdfahrten.

Das Kanu-Küstenwandern ist sicher, auch in den Färöern.
Und wenn sich mindestens 3 Färöer-Freunde mit Interesse und Lust an einer Kajaktour finden, würde ich mich freuen, z.B. eine 14-Tage-Tour im nächsten Sommer gemeinsam zu organisieren.
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Skellig



Anmeldedatum: 27.03.2010
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: 30.07.2010 21:50    Titel: Antworten mit Zitat

hi george,

ich möchte nichts gegen solche touren sagen, im gegenteil, ich finde das superspannend.

was du mit sicherheit für ungeübte leute meinst, wird mir nicht so ganz klar. es gibt genügend leute, die aus dem wasser gar nicht mehr
auf dem rumpf hochkommen. da müssen tricks her. das brauchen wir jetzt hier aber auch nicht zu klären. Smile

das wäre schon ein tolles erlebnis.
(ob ich vielleicht zeit hätte, weiß ich nicht, weil im juni wieder die törns in den norden losgehen.)

viele grüße gaby


PS: was braucht man denn im kalten wasser für paddelkleidung?


nur mal so, ist in irland: da würde ich auch gern mal mit dem kayak hinwollen. wunderschöne tour.
http://www.youtube.com/user/funkychickenkayak#p/u/4/aLx424PsZPU
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George



Anmeldedatum: 16.12.2007
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BeitragVerfasst am: 31.07.2010 08:34    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Gaby,
wir haben früher regelmäßig Ferienfahrten mit Kids und Jugendlichen durchgeführt, die in aller Regel vorher nie im Kajak gesessen hatten. Mit denen wurde vorher nicht etwa "Paddeln" geübt, sondern einen Sonntag-Nachmittag das Umkippen und Aussteigen unter Wasser. Diese Fahrten endeten alle mit der Überfahrt auf eine Nordsee-Insel.
Auch Fahrten mit SportstudentInnen entlang der Nordseeküste begannen grundsätzlich nicht etwa mit der Kontrolle der "Eskimorolle", sondern mit Aussteigen und Wiedereinstieg mit Partnerhilfe und dem abschließenden "all in" (alle schwimmen gleichzeitig und helfen sich gegenseitig in die Boote). Das schafft jede/r ohne irgendein Problem. Wer Schwimmen und Paddeln kann, kann auch wieder ins Kajak steigen, ohne Tricks, nur mit Hilfestellung.
Das schafft jeder ausgebildete Kajakfahrer im Erlebensfall auch mit "Schwimmern", die das Wieder-Einsteigen nie vorher gesehen oder geübt hatten. Mit Leichtigkeit.

"Geübte" Leute, mit denen ich auf den Färöern paddeln würde, wären Leute, die "normales" Wanderpaddeln auf Flüssen und Seen kennen und die z.B. mit einer Dampferwelle umgehen können ("Paddelstütze"). Die könnten dann allerdings auch sicher sein, daß wir in einer solchen Gruppe nicht durch eine hohe Brandung - wie auf Deinem o.a. Video - auf den Saksun-Strand donnern würden. Wink

Paddelbekleidung im kalten Wasser:
Du mußt Dich wohlfühlen und v.a. ausdauernd beschwerdefrei paddeln können. Das schließt für viele Menschen Voll-Neopren und Trockenanzüge aus, - und das ist - außer für die Zubehör-Industrie und Schreibtischfunktionäre - auch in aller Regel überflüssig. Wir sind im übrigen Kanu-Wanderer und keine Astronauten. Ich sorge dafür, daß ich warme Beine und Füße behalte, - Bermuda- oder lange Neopren, ev. Neoprensocken; Oberkörper nach dem Zwiebelschalenprinzip je nach Bedarf mit der wasserdichten Paddeljacke als Abschluß.
Ich bin vor Jahren mit einem sehr erfahrenen britischen Team gefahren, - die hatten zwei Faserpelz-"Strampelanzüge" mit, - einen für im Boot, einen für an Land...
Färöer-Paddeln ist kein Winter-Paddeln; - ich hatte z.B. nie Handschuhe nötig. Aber eine Mütze.

Irland, besonders die Westküste ist ein tolles Revier, - und wenn ich nicht schon auf die Färöer "abonniert" wäre...
Anders als auf den Färöern hat Irland eine erfahrene Kajak-Infrastruktur und Du wirst dort nützliche Handbücher, Touren-Anleitungen und Vereins-Adressen finden.
Grundsätzlich gilt an dieser Küste allerdings dasselbe wie für die Färöer: "normale" Paddler haben dort ohne erfahrene Begleitung nichts verloren.

Bis irgendwann irgendwo mal auf dem Wasser Cool
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Skellig



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BeitragVerfasst am: 07.08.2010 10:27    Titel: Antworten mit Zitat

George hat Folgendes geschrieben:

Bis irgendwann irgendwo mal auf dem Wasser Cool

ja, das wäre schön.

neben dem paddeln wäre es auch interessant, einmal ein/zwei wochen um die färöer segeln zu können.
die häfen sind einfach urig und es ist spannend, da anzulegen, viele fischerboote, ruderboote beim training usw.

also falls jemand mal etwas hören sollte, dass es so eine möglichkeit gibt, dann sagt mal bitte bescheid.

Cool Smile




edit: okay, ein boot mit wikingerskipper scheint da immer vor ort zu sein.
nach dem, was da steht, auch gut für landratten für eine tagestour mit seafood abends geeignet, wenn man schon mal da ist!
http://www.enniway.com/default.asp?ID=65

Razz
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George



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BeitragVerfasst am: 07.08.2010 17:22    Titel: Antworten mit Zitat

Der Traditionssegler „Norðlýsið” hat auch mit den Höhlenkonzert-Fahrten erheblich zum kulturellen Ruf der Färöer beigetragen, - darüber wurde weltweit ausführlich berichtet, u.a. im "Spiegel". Der Erlebniswert ist exquisit, und billig ist es auch nicht. Dort bist Du aber auch an einer guten Adresse, wenn Du eine Beratung brauchst.

Es gibt zwar das ein oder andere Charterboot, aber soweit ich es kenne nur mit Skipper. Touristische Bootsfahrten werden an einigen Orten angeboten, so besonders in Vestmanna. Mangels Gelegenheit, wir waren immer mit eigenen Booten da, kann ich nicht aus eigenen Erfahrungen berichten, habe aber nur Eindrucksvolles von anderen gehört. (Ich könnte Dir aber für's nächste Mal sagen, wo Du dort einen Kaffee bekommst... Smile )

Ein vielseitiges Angebot gibt es insbesondere auf Suðuroy, - organisierte Fahrten nach Lítla Dímun z.B. und Powerboot-Fahrten in den Archipel; z.T. sind diese Fahrten auf www.visitsuduroy.fo mit Terminen im Programm, andere Interessen können abgesprochen werden. Nur hier gibt es die unvergleichliche Möglichkeit, die über 100-jährigen Walfangboote kennenzulernen, das sind die traditionellen 8-er und 10-er Ruderboote, und mit einem womöglich auf Streckenfahrt zu gehen. Wikingerboot-Fans finden hier die einzigen Originale dieses ganz speziellen färöischen Typs.
Als Ansprechadresse für besondere Vorhaben empfehle ich Eileen Sandá, über die Suðuroy-Seite (Kunningarstovan) oder Facebook, die sich erfolgreich bemüht, die traditionellen Boote (natürlich auch die modernen) in den Individual-Tourismus einzubeziehen. Ergänzend dazu gibt es dort auch sehr erfahrene Mitglieder des Deutsch-Färöischen Freundeskreises.
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Skellig



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BeitragVerfasst am: 08.08.2010 09:57    Titel: Antworten mit Zitat

George hat Folgendes geschrieben:
Der Traditionssegler „Norðlýsið” hat auch mit den Höhlenkonzert-Fahrten erheblich zum kulturellen Ruf der Färöer beigetragen.


hallo, ja den kenne ich. wir haben gleich neben ihm gelegen..
er hat ohne zu korrigieren in einem zug und millimetergenau mit dem großen schiff im hafen anlegt, absoluter profi! schöner anblick. Razz

PS: ich suche aber keine ausflugsschiffe, das wäre zu touristisch, sondern sportyachten, die da evtl. unterwegs sind. viele sind es ohnehin nicht.


Zuletzt bearbeitet von Skellig am 08.08.2010 20:10, insgesamt 2-mal bearbeitet
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George



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BeitragVerfasst am: 08.08.2010 10:24    Titel: Antworten mit Zitat



Im Vergleich zu anderen Seefahrer-Nationen ist die Geschichte von färöischen "Traditions-Seglern" relativ neu, - sie beginnt im wesentlichen mit der Übernahme von ausgedienten britischen Fischerei-Segelkuttern (den "Slupps") Ende des 19. Jahrhunderts und dem radikalen Umbau der färöischen Gesellschaft zu einer Fischerei-Nation.

Umso schöner ist es, einen der ganz wenigen färöischen Traditions-Segler zu erleben, und Birgir Enni ist als Skipper, Unternehmer, Kultur- und Genußmensch ein Erlebnis für sich:
http://www.heinesen.fo/faroeislandsreview/Video_Faroe_Islands_BirgirEnni-Skipper-onboard-the-Nordlysid.htm
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George



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BeitragVerfasst am: 09.08.2010 09:21    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Bootstour ganz anderer Art bieten neuerdings Power-Schlauchboote, die mit ihren 2x250 PS Maschinen ein wenig an James Bond-Einsätze erinnern. Das Werbemotto ist entsprechend: "Warum Segeln, wenn man auch Fliegen kann..."
Basishafen ist Tórshavn, Touren im ganzen Archipel. Fahrten nicht nur für harte Männer, auch für Normalos, auch für Kinder. Die Boote sind äußerst seefähig und passen auch in mittelgroße Höhlen.
Fotos finden sich u.a. unter "Føroya Feitasti Bátur" auf facebook,
viele auch bei Mortan Ovi Mortensen ebenfalls auf facebook, von denen ich hier zwei angebe, um zu zeigen, daß das Boot "RIB62" auch langsam fahren kann, und daß man auch von diesem Boot aus Kegelrobben sehen kann.

Ich würde für mich zwar allemal ein traditionelles färöisches Wikingerboot vorziehen, aber ich nehme mal an, daß die Wikinger heute selbst eher das "RIB62" wählen würden...
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BeitragVerfasst am: 09.08.2010 19:21    Titel: Antworten mit Zitat

liebe leute, allein schon der krach.... Rolling Eyes
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George



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BeitragVerfasst am: 10.08.2010 06:54    Titel: Antworten mit Zitat

Da sind wir uns sehr einig! Smile

Sicher ist, daß solche Angebote sich nur tragen können, wenn sie von auch von den Färingern selbst angenommen werden. Und da ist festzustellen, daß beide Trends laufen, nämlich die Verbindung färöischer Tradition (Vogelberge, Fischfang etc.) mit modernem Equipment und das Interesse für traditionelle Bootsfahrt selbst.
(Mir fallen dazu - obwohl nicht direkt vergleichbar - grönländische Bilder ein, wo die traditionellen Kajakjäger mit modernsten Motorbooten zu ihren Jagdrevieren fahren und dann umsteigen.) Es sind aber oft dieselben Färinger, die sich von diesen PS-Donnerbolzen und von "Opa's" Ruderboot faszinieren lassen.
Vor einigen Jahren sollte auf den Färöern ein offizielles Tourismuskonzept entwickelt werden mit Wasser-Tourismus als einem Schwerpunkt, - leider habe ich davon nichts mehr gehört. Unübersehbar ist aber, daß sich sowohl von der örtlichen Tourismusorganisation wie von privaten Anbietern eine deutliche qualitative und quantitative Zunahme an Angeboten entwickelt hat. Insbesondere Taucher und Angler finden erstaunliche Möglichkeiten. Aber Tourismus selbst ist glücklicherweise nach wie vor eine "Nebensache", - und abseits von Kurzaufenthalten und Standardprogrammen kann - und muß - man sich vieles selber suchen. Dabei trifft man auf eine erstaunliche Bereitschaft und Gastfreundschaft, individuelle Vorhaben möglich zu machen.

Ein allgemeiner Einstieg wäre z.B. die Übersichts-Seite "Ausflüge" auf faeroeislands.com.
Dort findest Du außer den Powerbooten und Motorkuttern auch andere Traditionssegler wie den Segelkutter "Dragin" aus Klaksvik.
Ein Beispiel für besondere Angebote ist das Ruderboot "Hvíthamar" in Sandur (Sandoy). Sein Besitzer Jóan Petur Clementsen ist einer der erfahrensten Bootsbauer der Färöer für die traditionellen färöischen Boote; und er fährt sie auch selbst. Er bietet vom - ohnehin besuchenswerten - Sandur Fahrten zur atemberaubenden Westküste und den himmelhohen Vogelklippen Skúvoys an, aber gerne auch nach Stóra Dímun, das man stilvoller kaum besuchen kann. Er freut sich aber auch über ganz individuelle Ideen.
Dieses Boot von Jóan Petur (die "Smæran"; hier in Fiskieiði westlich von Hvalba /Suðuroy) kann gerudert, gesegelt, - aber auch mit 2 Außenbordern im Schacht gefahren werden... Der Mann rechts am Boot ist übrigens Sigmund Signarsson, der Skipper von RIB62, was auch wiederum die oben beschriebene Nähe zeigt.
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BeitragVerfasst am: 10.08.2010 13:41    Titel: back to the roots Antworten mit Zitat

ich habe ein schönes video gefunden:
http://www.youtube.com/user/fabrikayak#p/u/26/zeF-zN3MOvM

ein paddelverrückter italiener (!) zeigt grönländische kayaktechniken.
hochästhetisch! man bekommt einfach lust, das zu lernen und sich ein anas acuta kayak zuzulegen. Smile
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George



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BeitragVerfasst am: 10.08.2010 15:17    Titel: Antworten mit Zitat

Auch wenn ich - mit Freuden! - zunächst etwas off-topic gerate:
Den "Anas Acuta" kann ich wärmsten empfehlen, - ich habe ihn in den 80ern als Händler nach Deutschland eingeführt... Smile
Vorbild für dies Boot war ein originales Jagd-Kajak aus West-Grönland, das Anfang der 60er durch meinen Freund Duncan Winning, den späteren Vorsitzenden den schottischen Kanu-Verbandes, vermessen worden war. Aus diesem Plan wurde ein an europäische Größen angepaßter Sperrholz-Nachbau ("stitch-and-glow") entwickelt, nach dem schließlich Frank Goodman, der als erster Kap Hoorn umpaddelt hat, in seiner Firma Valley Canoe Products den heutigen "Anas Acuta" aus GfK aufgelegt hat.
GfK-Nachbauten können zwar nie wirklich die Eigenschaften des flexiblen "Steinzeit-Originals" aus Seehundfell und Holz aufweisen, aber es ist sehr nahe an diesem Vorbild und es ist auf dem Wasser eines der ästhetischten Boote, das ich kenne. Durch sein niedriges Volumen liegt es tief im Wasser und hat wenig (Seiten-)Windangriffsfläche; die Unterwasser-Lateralfläche kann, wie bei dem Boot im Video, durch einen ausfahrbaren Skeg reguliert werden.
Die Tatsache, daß der "Anas Acuta" seit den 60ern ununterbrochen produziert wird, zeigt daß er als Konstruktion ein Glücksfall (und Vorbild für etliche andere Seekajaks) ist, - mit seinem im Mittelteil kastenförmigen, beinahe 3-kieligem Querschnitt vermittelt er auch ungeübten Fahrern eine hohe Anfangsstabilität, und daß er gleichzeitig perfekt zu rollen ist, zeigt das Video.
Für meine 100kg und meine komplette Ausrüstung wäre der Anas Acuta zu klein, - er ist in meinem Slang ein "Mädchenboot", - gut geeignet für Wochenend-Fahrten oder für Langfahrten zu zweit, wo die voluminöse Ausrüstung wie Zelt etc. ohnehin schon im Männerboot steckt.

Das kurze "Eskimo-Paddel" im Video ist keine Pflicht, aber Mode. Auch die Grönländer hatten ursprünglich weidenblatt-förmige Paddelblätter wie die Aleuten, - sie waren durchaus in der Lage, Holz zu verleimen -, die lattenartige Form haben sie offensichtlich von den Riemen der Walfängerboote übernommen, - wie manche andere "Mode" auch (so etwa den kreisförmigen Süllrand, für den sie eingetauschte Mastringe verwandten). Mit diesen Riemen schließt sich unerwartet doch der Kreis wieder zu den Färöern: Die Riemen der Färöerboote sind, ganz anders als die bei uns heute übliche Ruder-Form, im Antriebsteil schmale, scharf geschnittene "Latten", unempfindlich gegen klatschende Wellen und Windangriff, - sie müssen also auch nicht gedreht werden -, und überraschend effektiv im Wasser.
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BeitragVerfasst am: 10.08.2010 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

george, hast du bei dir zu hause ein kanu liegen, was du auch fährst, wenn es kälter ist?
auf meinem kleinen kat wird es dann zu frisch... Confused Smile

so langsam könnte ich mich für eine paddeltour im norden erwärmen. die letzte und einzige längere war in norwegen, schon eine weile her.
ich würde aber vorher unbedingt so ein eskimotraining machen.
gerne mal in der halle, da zieht es wenigstens nicht...
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George



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BeitragVerfasst am: 11.08.2010 03:50    Titel: Antworten mit Zitat

Besonders stilvoll wäre ein "Eskimorollen"-Training in Tórshavn, wie dies Foto, von Jan Egil Kristiansen zeigt. Jan Egil ist norwegischer Einwohner in den Färöern, und neben vielem anderen ein sehr guter Kajakfahrer und Fotograf. Auf dessen flickr finden sich einige Fotos vom immer noch jungen Tórshavner Kajakverein.
Meine Boote liegen im WSV Nordenham. Zu klassischen Faltboot-Zeiten pflegten Paddel-Clubs oft zwei Sportarten, - Kanu-Fahren im Sommer, Ski-Langlauf im Winter. Heute gibt es keine Saison mehr für Kajaks, - höchsten zugefrorene Gewässer... Cool
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BeitragVerfasst am: 11.08.2010 08:59    Titel: Antworten mit Zitat

naja, für ein/zwei tage hallentraining würde ich nicht gleich hinfliegen. es gibt hier auch gute trainer, ostsee, halle usw.

George hat Folgendes geschrieben:
heute gibt es keine Saison mehr für Kajaks, - höchsten zugefrorene Gewässer... Cool


Question
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