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Neue Westfälische: Launische Inseln..

 
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Christian Schöne



Anmeldedatum: 20.08.2005
Beiträge: 457

BeitragVerfasst am: 20.06.2010 13:16    Titel: Neue Westfälische: Launische Inseln.. Antworten mit Zitat

FÄRÖER

Launische Inseln - Leuchtendes Erlebnis im Atlantik

Die Sonne scheint auf den Färöern seltener als anderswo, doch wenn sie scheint, dann schafft sie Einmaliges

Wer auf den Färöern unterwegs ist, muss sich warm anziehen. Wind und Regen bestimmen das Klima auf der Inselgruppe im Atlantik. Doch Einmümmeln lohnt sich: Die wilden Inseln im Norden verzaubern mit magischen Lichtspielen und schroffen Berghängen. Wer sich den Dörfern der Färöer vom Meer her nähert, dem fallen als Erstes die Kirchen auf.

Es brauchte früher schon Gottvertrauen, um auf diesen wilden Inseln zu siedeln. Das hatten die irischen Mönche, die sich im 7. Jahrhundert als erste Menschen hier niederließen, um sich in aller Abgeschiedenheit ihrem Glauben zu widmen. Wirklich bevölkert wurden die Färöer aber erst einhundert Jahre später.


Dann kamen die Wikinger, vertrieben die Mönche und beanspruchten die Inseln für sich. Vom Christentum waren die Wikinger noch weit entfernt; das setzte sich erst um die Jahrtausendwende durch – und auch nicht ohne Gewalt. Als einer der Letzten wurde der mächtige Wikingerkönig Tróndur bekehrt – mit einem Messer an der Kehle und der Frage, ob er den Tod oder das Christentum wählen wolle.

Der ideale Siedlungsplatz lag im Süden der Farörinseln
Die ersten Mönche hatten sich in Kirkjubøur niedergelassen. Der äußerste Südzipfel von Streymoy, der größten färöischen Insel, war der ideale Siedlungsplatz, denn in der Bucht sammelte sich häufig Treibholz. Das war auf den baumlosen Inseln zum Überleben ebenso wichtig wie das tägliche Brot.

Kirkjubøur, wo heute nur noch ein Dutzend weit verstreuter Häuser steht, war einst Bischofssitz. Von Kirkjubøur führt ein Wanderweg über die Berge in die heutige Hauptstadt Thorshavn. Er diente früher als Verbindungspfad zwischen den Dörfern, riesige Steinmarker kennzeichnen seinen Verlauf. Wege wie dieser durchziehen die ganze Inselgruppe, gut für Wanderer.

Lang ist die Wanderung nicht, nach knapp zwei Stunden ist Thorshavn erreicht. Auch das ist typisch für Wanderungen über die Insel: Länger als zwei, drei oder allenfalls vier Stunden ist man selten unterwegs. Nur das launische Wetter behindert manchmal das Vorwärtskommen. Oder der Blick auf die grandiose Landschaft nimmt den Wanderer leicht gefangen, der immer wieder die Aussicht auf eine der vielen Inseln oder das Lichtspiel der Sonne auf einem Berg genießt.

Der ehemalige Fussballnationalspieler John Eysturoy arbeitet in der örtlichen Tourismusbehörde
In Thorshavn wartet John Eysturoy. Der 63-jährige ehemalige Fußballnationalspieler arbeitet heute bei Samvit, der örtlichen Tourismusbehörde. Klein und etwas stämmig wirkt er und auf den ersten Blick auch eigenbrötlerisch. Doch was so wirkt, ist eher Zurückhaltung, die sich aber schnell auflöst. Diesbezüglich ist John ein typischer Färinger.

Sobald man sie näher kennenlernt, entpuppen sie sich als hilfsbereit, gelassen und entspannt – und voller herzlicher Gastfreundschaft. John führt Besucher durch Thorshavn. Hier hat auch die Regierung der autonomen, zu Dänemark gehörenden Inseln ihren Sitz.

Das Regierungsviertel liegt in der historischen Altstadt mit ihren roten Holzhäusern, und die wiederum befindet sich malerisch auf einer Landspitze, die wie ein Finger in den Hafen hineinragt. John erzählt, dass hier schon zu Wikingerzeiten das Allthing, die Versammlung der Männer, stattfand. Damit sei die Landspitze der älteste Parlamentsplatz der Welt.

Die Ortschaft Gjógv auf Eysturoy, der Insel, die genauso heißt wie Fremdenführer John, erreicht man über Passstraßen, die erst hoch hinauf über die Berge und dann wieder hinab zum Meer führen. Von den Ausblicken zu schwärmen, die sich auf dieser Tour auftun, hieße, das Normale in den Stand des Besonderen zu erheben.

Spektakuläre Ausblicke gibt es auf der Insel überall
Denn Ausblicke hinab aufs raue Meer, hinüber zu steilen Berghängen und über baumlose Weiten, zu kleinen Fischerdörfern mit ihren bunten Holzhäusern oder auf spektakuläre Felsformationen, die sich wie in einer Traumwelt aus den tosenden Wellen erheben, bietet die Insel überall. Gjógv ist wegen etwas anderem bekannt: einer markanten Felsspalte, die hier einen engen und schwer zugänglichen Naturhafen bildet.

John erklärt, wie schwer es einst für die Fischer war, hier mit ihren Fängen an Land zu gehen. "Die sind jeden Morgen mit einem Kirchenlied auf den Lippen hinausgefahren und singend am Abend zurückgekehrt – dem Heiland dafür dankend, dass er sie mit reichen Fängen belohnt und sie sicher in den Hafen zurückgeführt hat", erzählt John. Doch an manchen Tagen blieben die Gesänge aus . . . . Rasso Knoller.

InfoAUSKUNFT
Faroe Island Tourist Board, www.visit-faroeislands.com, www.smyril-line.com. Veranstalter: www.set-reisen.com.

ANREISE
Direktflüge von Deutschland auf die Färöer gibt es nicht. Atlantic Airways (www.atlantic.fo) fliegt mehrmals täglich von Kopenhagen und zweimal wöchentlich von Billund und Reykjavik nach Vágar. Schiffsverbindungen mit Smyril Line (www.smyril-line.com) ab Hanstholm.

http://www.nw-news.de/info/nw_reise/3605621_Launische_Inseln_-_Leuchtendes_Erlebnis_im_Atlantik.html
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