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Reisebericht Färöer 18.06.-27.06.2010

 
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randfichte



Anmeldedatum: 27.05.2010
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 02.07.2010 11:03    Titel: Reisebericht Färöer 18.06.-27.06.2010 Antworten mit Zitat

Hallo Liebe Forumsfreunde,

wir sind wieder im Lande und nach 9 erlebnisreichen Tagen auf den Atlantikinseln möchte ich es natürlich nicht versäumen, einen kurzen Reisebericht hier einzustellen.

Gleich vorneweg: die Färöer haben unsere Erwartungen in jeder Hinsicht erfüllt und sogar noch weit übertroffen. Das Reisen auf den Inseln, das entgegengebrachte Vertrauen und die Hilfsbereitschaft der Einheimischen ist einfach nur eine wahre Freude und entschädigt in jeder Hinsicht für die doch nicht ganz niedrigen Reisekosten. Kurzfristig Unterkünfte finden, Fähren buchen, Informationen einholen - was in vielen Europäischen Urlaubsländern mit hohem Aufwand und kompliziertem Formularkrieg verbunden ist, ist auf den Färöern eine Leichtigkeit. Überall auf unserer Reise sind wir offenen Jugendherbergstüren, Vertrauenskassen und informativen Touristenbüros begegnet und als letzte Instanz stand zu jeder Zeit der freundliche Mitarbeiter aus der Kunningarstovan am Flughafen bereit.

Für Kurzentschlossene oder Backpacker, die es auf die Färöer zieht kann ich also im nachhinein nur empfehlen: haltet die Planung so gering und die Unabhängigkeit so hoch wie möglich: auf den Färöern findet man immer eine Unterkunft oder einen Mietwagen, und niemand muß auf der Straße übernachten!Smile

Der Flug mit SAS bis Kopenhagen, kombiniert mit Atlantic Airways auf die Färöer war bis auf den letzten Platz ausgebucht, wobei wir wohl so ziemlich die einzigen Touristen an Bord waren. Bereits vor unserer Landung hielten die Inseln schon die erste Überraschung für uns bereit: die dichte Wolkendecke, die uns während des gesamten Fluges begleitet hatte riß auf, das Flugzeug steurte in ein großes Wolkenloch hinein und darunter konnten wir die ersten Bergspitzen unseres Urlaubsziels entdecken.

Am 18.06., um 14 Uhr landeten wir auf Vagar bei wolkenlosem Himmel und Sonnenschein.

Unseren Mietwagen erhielten wir schnell und unkompliziert und vor allem !!kostenfrei!! von der Leihwagenfirma UNICAR am Flughafen - die Bezahlung des Wagens erfolgte erst 9 Tage später bei Rückgabe des Wagens.

Und dann - berauscht von dem wunderschönen Wetter und voll von Neugier und Abenteuerlust, machten wir uns noch am selben Nachmittag auf den Weg zum kleinen Dorf Gasadalur über den alten Postweg.
Die wunderschönen Aussichten, die sich uns von unserer ersten Inselwanderung boten, sind schwer in Worte zu fassen und können wohl nur von denen nachvollzogen werden, die die Färöer selbst kennen. Vor uns der mystische Tindholmur und die Insel Mykines mit einer kleinen Wolkenmütze, unter uns das bezaubernde Dörfchen Gasadalur mit seinem Wasserfall und im Rücken der strahlend blaue Sorvagsfjord waren wir einfach nur berückt von Farben, Formen und Licht und vergaßen völlig, daß wir nach dem langen Tag und der langen Anreise eigentlich ganz schön müde waren.

Erst gegen 21 Uhr entkamen wir dem Zauber der Berge und es wurde Zeit unsere erste und einzige vorgebuchte Unterkunft anzusteuern. Und zwar eine recht ungewöhnliche Art von Unterkunft - vielleicht sogar die ungewöhnlichste auf dem gesamten Archipel. Die Iglu-Häuser von Kvivik! Und damit auch gleich mein 2. Tipp an zukünftige Färöer-Reisende: diese Unterkunft muß man einfach kennengelernt haben! Einsam und idyllisch thronen die 2 schwarzen Kugelhäuser mit Grasdach über dem Örtchen Kvivik und die einzigartige Lage am Rand des Fjordes und mit Ausblick auf die gegenüberliegenden Inseln Koltur und Hestur könnte nicht schöner sein. Zu buchen sind die Iglus über Greengate, oder über die Touristeninformationen der Insel.

Die verbleibenden 2 Tage auf Streymoy verbrachten wir mit einer Bootstour entlang der imposanten Vestmannabjorgini, einem Besuch der Hauptstadt Torshavn, einem Ausflug ins kleine Dörfchen Saksun mit seinen Gradachhäuschen und der niedlichen Kirche und einer Wanderung von Tjornuvik in die Berge, mit toller Aussicht auf die Felsen Risin und Kellingin.

Danach ein Abenteuer der ganz besonderen Art, der Hubschrauber holte uns persönlich vom Vaga Airport ab und brachte uns auf die Vogelinsel Mykines, wo wir 2 wunderschöne Tage zwischen Pagageientauchern, Basstölpeln und Eissturmvögeln verbringen sollten. Als Übernachtung wählten wir das Gula Husid (Gelbes Haus), was übrigens der Touristeninformation Vagar/Mykines komplett unbekannt war! Nun hatte ich ja zum Thema Mykines im Vorfeld unserer Reise eine ganze Menge Fragen hier im Forum gestellt, die ich nachträglich wie folgt für spätere Bedarfe beantworten kann:
- die Kombination Hinflug mit Hubschrauber, Rückfahrt mit Fähre (oder umgekehrt) ist auf jeden Fall zu empfehlen, da beides für sich ein Erlebnis der ganz besonderen Art ist. Ein geringfügiges Problem dabei sind eventuell die unterschiedlichen Ankunfts- und Abfahrtsorte wenn man einen Mietwagen hat - d.h. wenn man per Hubschrauber vom Flughafen startet und mit der Fähre im Hafen von Sorvagur wieder ankommt, sollte man bestenfalls den Mietwagen schon vorher in Sorvagur geparkt haben, um einem längeren Fußmarsch vom Hafen zum Flughafen aus dem Weg zu gehen. Wir hatten das Mietauto leider aufgrund eines Zeitproblems am Flughafen parkt und als komplette Selbstversorger eine Menge Gepäck nach Mykines mitgenommen. Der Busfahrer einer Reisegesellschaft war glücklicherweise so nett, uns von der Fähranlegestelle zum Airport zu bringen und machte sogar extra für uns noch einige Reisedurchsagen im Bus.
- falls die Zeit es erlaubt, ist eine Übernachtung auf Mykines auf jeden Fall angezeigt. Zwar schafft man die Wanderung auf den Vogelfelsen auch mühelos zwischen der Fährankunft und -abfahrt eines Tages, doch fehlt einfach die Zeit für ausgiebige Vogelbeobachtungen und es besteht ein geringes Risiko, daß man zu gewissen Tageszeiten keine (oder nur wenige) Puffins auf den Wiesen sieht. Wir haben den Vogelfelsen insgesamt 3 mal bestiegen - einmal nachmittags, verbunden mit einem Besuch des Mykinesholmur, einmal mitternachts und einmal morgens. Alleine für die 1. Wanderung benötigten wir insgesamt 7 (!!) Stunden - ihr könnt euch sicherlich denken, daß das nicht an unserer Laufgeschwindigkeit oder Kondition, sondern vielmehr an den vielen süßen Papageientauchern und anderen Meeresvögeln lag. Die erste Wanderung zeigte allerdings auch, daß man nicht jeden Tag auf Mykines gleich viel Glück hat - aufgrund des schönen Wetters und ruhigen Meeres befanden sich die meisten Puffins im Wasser und nur wenige Exemplare waren auf den Wiesen oder Felsen zu entdecken. Bereits am nächsten Tag (Wind und Wellen) hatte sich zur gleichen Tageszeit das Bild im Lambi-Gebiet komplett geändert und die Wiesen waren voll von roten Puffin-Schnäbeln! Wie wir im Kristianshus erfahren konnten, herrscht dieses Jahr übrigens eine "Papageientaucherarme Saison", was bedeuted daß sich wohl nur ein Teil der großen Kolonie auf Mykines niedergelassen hat.
- Die Wanderung zum Steinskogir ist nur bei gutem Wetter zu empfehlen! Wir hatten uns bei guter Sicht zu den Basaltformationen aufgemacht, mußten die Wanderung aber leider aufgrund aufkommendem Nebel abbrechen. Die Basaltsäulen haben wir aufgrund unserer Orientierungslosigkeit im Nebel nicht zu Gesicht bekommen. Falls jemand weiß wo sie sich befinden und wie sie aussehen, bin ich sehr interessiert an einer Info:-)

Nachdem sich die Sonne während unseres Aufenthaltes auf Mykines die ganze Zeit hinter den Wolken versteckte, brach auf unserer Rückfahrt mit der MS Brynhild die Wolkendecke auf und wir erreichten Vagar bei schönstem Sonnenwetter, welches wir gleich zu einem Besuch des Trollkonufingurs (Trollfinger) in Sandavagur nutzten. In Torshavn bezogen wir dann unsere nächste Unterkunft, das Hostel Bladypi. Auch hier zeigte sich wieder färöische Unkompliziertheit in ihrem höchsten Maß: aufgrund unserer späten Ankunft war ein Schlüssel im Safe hinterlegt, dessen Code man kostenlos bei einem Anruf aus der über dem Safe angebrachten Telefonbox erfragen konnte. Grund für unsere (ungeplante) Übernachtung in Torshavn war ein kleines Mittsommerfest am Strand beim Krankenhaus, dem wir gerne beiwohnen wollten.

Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Insel Eysturoy, wo wir die nächsten 2 Tage verbringen wollten. Unsere Unterkunft Gjaargaardur ist sicherlich eine der schönsten des gesamten Archipels, wenn auch nicht ganz preisgünstig. Mein Tipp: Reserviert ein Alkovenbett und sichert sich eine Übernachtung ganz besonderer Art! Leider hüllte sich die Spitze des Slaettaratindur während unseres gesamten Aufenthaltes auf Eysturoy in dichte Wolken, so daß wir die geplante Besteigung des höchsten Färöer-Gipfels leider nicht realisieren konnten. Stattdessen hatte die Insel aber ein anderes, unvergeßliches Erlebnis für uns parat: Mitternachtssonne am Fernrohr an der Paßstraße zwischen Eidi und Funningur, mit Aussicht auf Risin und Kellingin - was für ein zauberhafter Moment! Den Regenbogen hinter uns gab es gratis dazu - leider sorgte er auch dafür daß sich kurz vor dem Sonnenuntergang eine dicke Wolke ins Sichtfeld schob.
Am nächsten Tag eine Wanderung ins Ambadalur bis zur Küste, wo der größte freistehende Meeresfels des Archipels namens Bugvin besichtigt werden kann. Leider haben wir auch diesen aufgrund des plötzlich aufziehenden Nebels nicht sehen, ja nicht einmal erahnen können, dafür waren die Ausblicke hinunter auf Gjogv und auf die Nachbarinsel Kalsoy im ersten Teil der Wanderung einfach nur malerisch.
Abends noch eine kleine Rundfahrt per Mietwagen, wobei wir natürlich auch die Wackelsteine in Oyndarfjordur nicht ausgelassen haben:-)

Und dann hieß es auch schon Kurs auf die letzte Station unseres Urlaubes nehmen, wobei die Wahl zwischen 2 Tagen Suduroy oder 2 Tagen Nordinseln recht schwer fiel. Aufgrund eines guten Wetterberichts im Norden und der Tatsache, daß wir kurz vor der Heimreise nicht nochmal von einer Fähre abhängig sein wollten, fiel unsere Wahl auf die Nordinseln. Eine gute Wahl wie ich finde, denn die Nordinseln bieten auch für Augen, welche sich schon an die bizarre und unwegsame färöische Berglandschaft gewöhnt haben noch einige Neuigkeiten. Schroffe, grüne, unpassierpare Gipfel, eng aneinandergereiht. Das höchste Kap Europas. Die zweitgrößte Stadt der Färöer. Die nördlichste Siedlung der Färöer. Einige der höchsten Gipfel des Archipels. Unzählige enge und finstere Tunnel. Eine Blockflöteninsel. Und wir hatten das große, ja riesige Glück, das alles bei guter Sicht und ohne Regen erleben zu dürfen.

Auf dem Aussichtsberg Klakkur lassen wir unser Blicke ein letztes Mal über die Weiten des färöischen Archipels schweifen und nehmen Abschied - Abschied von Schafen mit lustigen Frisuren und Vögeln, die täglich unsere Wanderungen begleitet haben. Vom kleinen Austernfischer, dem Nationalvogel der Färöer, der uns schimpfend über weite Strecken begleitete. Von der großen Skua, die unsere Wanderung durchs Ambadalur durch ihre Angriffe ein klein wenig beschleunigte. Abschied von grandiosen Landschaften, von schroffen Bergen, stillen Tälern und malerischen Ortschaften. Abschied von rauschenden Wasserfällen, dem allgegenwärtigen Meer. Abschied vom Nebel, der es immer wieder schaffte, daß die Inseln nicht alle ihre Geheimnisse vor uns preisgaben, und der seinen grauen Schleier nur allzuoft über Bergspitzen und grüne Täler legte. Abschied von zauberhaften Lichtspielen, die ein ebenso zauberhaftes Licht in unsere Augen zaubern konnten. Abschied von hilfsbereiten Insulanern, von nordischer Mentalität.

Abschied von einem Kunstwerk, einem Kunstwerk aus Farben, Formen und Licht.
Wie schön daß wir in 9 Tagen einen kurzen Blick darauf werfen konnten.

Jörg + Sindy
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Christian Schöne



Anmeldedatum: 20.08.2005
Beiträge: 457

BeitragVerfasst am: 02.07.2010 16:14    Titel: Reisebericht Antworten mit Zitat

Vielen herzlichen Dank für den tollen Reisebericht. Die Lektüre hat mir wirklich Freude bereitet. Schön, dass es Euch gefallen hat und das Wetter doch an einigen Tagen mitgespielt hat. Euer Programm war toll; mehr der schönsten Stellen kann man in 9 Tagen kaum bewerkstelligen. Vielleicht kehrt ihr ja noch einmal zurück. Suduroy allein wäre nochmal eine Reise wert. Nochmals vielen Dank!
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Skellig



Anmeldedatum: 27.03.2010
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: 29.07.2010 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

danke, randfichte, für die vielen tollen tips und dafür, dass du uns an deiner begeisterung teilhaben lässt.
einmal da sein ist einfach viel zu wenig.

die vögel haben euch ja ganz schön zugesetzt. wir hatten auf dem wasser eine im gegenteil
sehr freundliche begegnung mit der braunen skua, die ist vier stunden neugierig mit uns mitgeflogen und kam fast aufs boot.
zum glück picken die vögel nicht gleich. *ggg* Wink
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