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LISA - Frankfurter Buchmesse

 
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Christian Schöne



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BeitragVerfasst am: 21.09.2011 22:46    Titel: LISA - Frankfurter Buchmesse Antworten mit Zitat

Die Organisatoren von LISA - des färöischen Künstlerverbandes - haben nun die eigene Homepage zur Frankfurter Buchmesse veröffentlicht.
Auf dieser Homepage finden sich nun auch die in diesem Forum vielfach angesprochenen deutschen Auszugsübersetzungen der 10 vorgestellten Bücher, biographische Notizen zu den Autoren etc.
Die Homepage findet sich unter:

http://faeroischebucher.com/

Wie man die Homepage ansonsten auffindet, erschliesst sich mir momentan noch nicht; ich kann keine Verlinkung (z.B. mit Sagenhaftes Island) feststellen...

Ich möchte den Internetauftritt der Färinger an dieser Stelle auch garnicht kommentieren (aber den Text des Kinderbilderbuches von Bárður Oskarsson ohne Bilder wiederzugeben, finde ich sehr fragwürdig!)
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d.w.



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BeitragVerfasst am: 22.09.2011 02:20    Titel: Re: LISA - Frankfurter Buchmesse Antworten mit Zitat

Christian Schöne hat Folgendes geschrieben:
Ich möchte den Internetauftritt der Färinger an dieser Stelle auch garnicht kommentieren ...

Ich verstehe diese Bemerkung von Christian so, dass er damit sagen möchte: Ich enthalte mich an dieser Stelle eines Kommentars, um niemand zu nahe zu treten.
Nun, ich gehöre zu denjenigen, die für die Präsentation auf der Frankfurter Buchmesse färöische Texte ins Deutsche übersetzt haben, und deswegen nehme ich mir die Freiheit, hier Klartext zu schreiben, auch wenn ich damit irgendjemand zu nahe trete.
Wie aus den Beiträgen in diesem Forum hinlänglich bekannt, hat ein kleines Gremium auf den Färöern zehn färöische Bücher ausgewählt, die auf der Buchmesse in Frankfurt dem internationalen Publikum vorgestellt werden sollen. Und deshalb hatte man Übersetzungen von Textauszügen aus diesen zehn Büchern ins Deutsche in Auftrag gegeben. Diese Übersetzungen liegen inzwischen vor, wie man auf der von Christian mitgeteilten Webseite sehen kann.
Und was macht man dann mit solch einem Bündel Übersetzungen? Man fasst sie in einem Manuskript zusammen und lässt das Ganze drucken. Ja, was denn sonst!
Aufwendig muss der Druck ja nicht sein. Hauptsache, man kann es schwarz auf weiß nach Hause tragen. Zum Beispiel, wenn man ein deutschsprachiger Verleger ist und Interesse hat, den ein oder anderen färöischen Buchtitel in deutscher Übersetzung zu veröffentlichen.
Diejenigen Färinger, die unmittelbar mit der Vorbereitung des ersten färöischen Auftritts auf einer Buchmesse in Frankfurt befasst sind, hatten sich das natürlich auch so vorgestellt. Aber !!!
Verantwortlich für die Finanzierung des Auftritts der Färöer auf der Frankfurter Buchmesse ist das Kultusministerium der Färöer. Und das befand, die Kosten für den Druck und den Lufttransport nach Frankfurt seien zu teuer. Dass man die Texte vielleicht auch in Deutschland hätte drucken lassen können, soweit hat wohl niemand gedacht.
Was blieb den für Frankfurt Verantwortlichen (genau gesagt: dem Verantwortlichen) also anderes übrig, als sich nun damit abzufinden, dass die übersetzten Texte nur ins Internet gestellt werden konnten. Was ja bekanntlich viel billiger ist.
Kommt also ein Besucher (hoffentlich ein Verlagsvertreter) zum Stand der Färöer in Frankfurt und sagt: Ich hätte gerne einen Ausdruck der übersetzten färöischen Texte. Ich interessiere mich nämlich dafür. Sagen die Färinger am Stand: Tut uns leid, aber dafür haben unsere finanziellen Mittel nicht gereicht. Aber wir haben die Texte ins Internet gestellt. Sie können sich die übersetzten Texte ja auf Ihrem PC anschauen. Der Besucher geht wieder, und wir wollen jetzt keine Mutmaßungen darüber anstellen, was er sich ob solcher Auskunft wohl denken mag.
Ich selbst habe noch nie eine Webseite gemacht. Bisher hatte ich dazu keinen Anlass. Aber wenn ich mal eine machen müsste, würde ich mich natürlich darüber informieren, wie man das macht. Ich denke, irgendwie würde ich das gewiss hinkriegen. Das Ergebnis wäre wahrscheinlich sehr dilettantisch. Ich könnte mir die Webseite natürlich auch von Profis machen lassen - wenn mir die Webseite das Geld wert wäre, die das kosten würde. Wenn ich mit meiner Webseite irgendetwas verkaufen wollte, dann würde ich das Erstellen der Webseite bestimmt einem Profi überlassen.
Die Webseite über färöische Literatur mit den übersetzten Texten soll ja nicht nur informieren, sie soll auch etwas verkaufen, nämlich die Färöer als Literaturland und die Übersetzungsrechte an färöischen Buchtiteln. Wenn ich mir diese Webseite anschaue, dann könnte ich sagen: Die sieht genau so aus, als ob ich sie selbst gemacht hätte. Jedenfalls, ohne auch nur einen lumpigen Euro bzw. eine lumpige Krone dafür ausgeben zu müssen, dafür aber so richtig schön dilettantisch.
Und mit so einer Webseite sollen sich die Färöer dem internationalen Publikum in Frankfurt als Literaturland präsentieren? Es ist eine Schande!!!
Ich weiß nicht, wer diese Webseite gemacht hat. Allerdings habe ich eine Vermutung. Ich möchte dem bzw. den Erstellern dieser Webseite hier keinen Vorwurf machen. Sie haben es wahrscheinlich so gut gemacht, wie sie es konnten. Aber das war's dann auch. Und was kann man schon machen, wenn man - wie ich vermute - auch für das Erstellen der Webseite keine müde Krone bewilligt bekommen hat. Natürlich gibt es auch auf den Färöern genügend Profis, die wissen, wie man eine attraktive Webseite gestaltet. Aber das kostet ja Geld. Und warum sollte man dafür Geld ausgeben , wenn die für Frankfurt Verantwortlichen das kostenlos auch selbst erledigen können.
Dass man sich mit solch einer dilettantischen und unattraktiven Webseite vor dem internationalen Publikum in Frankfurt möglicherweise zum Gespött macht, scheint im Kultusministerium in Tórshavn niemand zu jucken.
Christian schreibt, dass er noch keine Verlinkung dieser Webseite mit "Sagenhaftes Island" gefunden hat. Da kann ich eigentlich nur sagen: Ein Glück! Man müsste sich ja schämen, wenn diese Webseite dort als Link verzeichnet wäre.
Kurz und gut: Die einmalige Chance, die Färöer dem internationalen Publikum als ein beachtenswertes und interessantes Literaturland vorzustellen, ist mit dieser Webseite gründlich vertan worden.
Ich könnte mir die Haare raufen, wenn ich daran denke!
Eins soll diese Philippika allerdings nicht bewirken: Dass sich nun keiner von uns diese Webseite mehr anschaut. Im Gegenteil, die übersetzten Texte lohnen das Anschauen. Sonst müssten sich die Ersteller der Webseite und auch die Übersetzer ernsthaft fragen, was das Ganze überhaupt noch soll. Die Beteiligten, die viel Zeit und Mühe aufgewendet haben, verdienen nicht, dass nun alles in der Versenkung verschwindet.
Der eigentliche Skandal besteht darin, dass man denen, die sich engagiert haben, die Möglichkeit verweigert, dass ihre Arbeit in einem angemessenen Rahmen präsentiert werden kann.
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George



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BeitragVerfasst am: 22.09.2011 08:48    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Detlef,

heute ist so ein Tag, wo ich bedauerte, ins Forum gesehen zu haben.
Mein zweiter Gedanke war, man kann solche zur späten Nachtzeit geschriebenen Beiträge auch nachträglich löschen, wenn man sich eines Besseren besonnen hat.
Ich würde mich dem dann mit meiner Replik sehr gerne anschließen.



Bis dahin:

Ich habe vor einem Jahr die Kontakte mit den färöische Ausstellern hergestellt, beim DFF angeregt, die diesjährige Buchmesse im beiderseitigen Interesse zu unterstützen, habe meine Mitarbeit angeboten, auch konkret die Organisation einer DFF-Veranstaltung auf der Messe, habe in enger, wenngleich einseitiger Information mit dem Vorstand im Februar vorbereitende Gespräche im färöischen Kultusministerium geführt; zum überwiegenden Teil ist dies hier im Forum dokumentiert, wie auch Eure (Nicht-)Reaktionen.

Ich habe mit wachsender Befremdung den Umgang des DDF-Vorstands mit diesem wichtigen Projekt verfolgt; ich habe mich außerhalb meiner Korrespondenz mit dem Vorstand weder im DFF noch öffentlich dazu geäußert, weil dies auch nichts geändert gehabt hätte, außer Schaden zum Schaden zu tragen.

Ich werde dies auch jetzt nicht ohne Not tun.
Aber es ist sicherlich angebracht, nach der Messe in Ruhe über die Konsequenzen für künftige Projekte zu sprechen.

Das färöische Kultus-Ministerium hat in einer schwierigen Lage den diesjährigen Messe-Auftritt erstmals(!) mit nicht unbeträchtlichen Beträgen unterstützt. Ich finde das mindestens ebenso bemerkenswert wie die Tatsache, daß der Deutsch-Färöische Freundeskreis e.V. diese färöische Messe-Beteiligung im eigenen Land in diesem Jahr erstmals überhaupt wahrnimmt.

Wir sollten, wie die färöischen Verlage, alles Interesse daran haben, daß diese notwendige öffentliche Förderung bestätigt und verstetigt wird.
Die Frage des Ausdrucks der deutschen Internet-Texte ist dagegen sowas von nachrangig und uninteressant wie der berühmte Sack Reis in China.
Angesichts der geradezu bemitleidenswerten eigenen Vereins-Webseite und der vollmundigen Ankündigungen einer eigenen "Landing-Page" entbehren Deine diesbezüglichen Ratschläge zur Web-Präsenz an die Färinger nicht einer geradezu unfreiwilligen Komik.

Ich kann nur dringend empfehlen, die noch verbliebene kurze Zeit dazu zunutzen, den Schaden zu begrenzen und nicht, schon garnicht öffentlich, die Schuld bei anderen zu suchen.

Deinen öffentlichen Beitrag hier zur Abqualifizierung der färöischen Seite finde ich empörend.

_______________

In der Sache:

Ein ausgesprochen feiner und überzeugender Akt der Ausübung Deutsch-Färöischer Freundschaft wäre gewesen, wenn anstelle dieses Lamentos der DFF von sich aus diese Übersetzungen in einer gewissen Auflage selbst drucken würde.


Bisher nimmt der DFF-Vorstand kostenfrei die eigene Präsenz-Möglichkeit am färöischen Stand war.

Ich denke eine 1000-er Auflage wäre mehr als ausreichend. Ich kann diesen Druckauftrag mit Kostenvoranschlag und den Transport gerne übernehmen.
Sollten dies die finanziellen Möglichkeiten des DFF nicht erlauben, - was ich angesichts des Jahresabschlusses bezweifle -, dann würde ich mich auch gerne zu einem Spendenaufruf bereit erklären.

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u.k.



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BeitragVerfasst am: 22.09.2011 09:28    Titel: Re: LISA - Frankfurter Buchmesse Antworten mit Zitat

Christian Schöne hat Folgendes geschrieben:
Die Organisatoren von LISA - des färöischen Künstlerverbandes - haben nun die eigene Homepage zur Frankfurter Buchmesse veröffentlicht.
Auf dieser Homepage finden sich nun auch die in diesem Forum vielfach angesprochenen deutschen Auszugsübersetzungen der 10 vorgestellten Bücher, biographische Notizen zu den Autoren etc.
Die Homepage findet sich unter:

http://faeroischebucher.com/



Reicht doch erstmal. Korrekturlesen wäre allerdings angebracht gewesen.
Dass der DFF mit seinen bescheidenen Mitteln das Ganze hätte drucken sollen, meine ich nicht.
Ansonsten werden hier Interna diskutiert, die in den geschützten DFF-Bereich gehört hätten.
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Christian Schöne



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BeitragVerfasst am: 04.10.2011 17:51    Titel: Literaturland Färöer Antworten mit Zitat

Endeckungen: Literaturland Färöer

Als druckfrische Neuerscheinung stellt Literaturland Färöer– Einblicke und Entdeckungen die Literatur eines kleinen Landes vor, die außerhalb Skandinaviens bisher fast unbekannt geblieben ist. Doch angesichts ihres Reichtums und ihrer Qualität verdient sie nicht nur im deutschen Sprachraum Beachtung und Würdigung.

Norbert B. Vogt und Detlef Wildraut legen zur Frankfurter Buchmesse ein wohl einmaliges Werk zur färöischen Literatur vor. Ausgehend von der Literaturgeschichte der Färöer Inseln zeichnet ihre bibliographische Fleißarbeit ein sehr genauer Profil der literarischen Landschaft und ihrer Akteure. Begleitende Aufsätze und Rezensionen verorten das Werk der färöischen Autoren vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Bibliographische Angaben:
Titel: „"Literaturland Färöer– Einblicke und Entdeckungen“
Hrsg.: Norbert B. Vogt und Detlef Wildraut
Produktion: redACtionsbureau Heinz Bück
ISBN: 978-3-8423-4441-9, Hardcover, kaschiert
464 Seiten
Preis: 58,00 Euro

Das umfangreiche bibliografische Werk liefert ein lebendiges Portrait dieser kleinen Literaturnation. Das verdienstvolle Buch schließt mit einer umfassenden Bibliographie der bisher ins Deutsche übersetzten Werke.

Weitere Informationen über das Buch, ein Inhaltsverzeichnis und einige Kapitel per Download zur Vorabansicht auf der DFF-Literatur-homepage, die der Deutsch-Färöische Freundeskreis e. V. anläßlich der Frankfurter Buchmesse nun veröffentlicht hat:
www.faeroeer.eu

(Text von www.faeroeer.eu)
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 05.10.2011 08:38    Titel: DAS BESTE aus TJALDUR Antworten mit Zitat

Ein passender Titel für das Werk wäre

DAS BESTE aus TJALDUR (zur Literatur der Färöer)

gewesen.

Für den, der so ziemlich alle Exemplare des Mitgliedermagazins des DFF e.V. hat, bringt es wohl keine neuen Beiträge *). Allen anderen Menschen, die sich für färöische Literatur interessieren, größeren Bibliotheken etc. kann das Buch trotz des relativ hohen Preises empfohlen werden.

*) Ich bin der Meinung, dass hier darauf hingewiesen werden sollte.
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George



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BeitragVerfasst am: 05.10.2011 19:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin an Literatur interessiert, aber kein Literaturwissenschaftler und keine 'größere Bibliothek'. Mich interessieren auf dieser Buchmesse mit der Literatur-Nation Island als Flaggschiff, ganz besonders die Unterschiede, die Besonderheiten, das eigene Profil der färöischen Literatur. Die kommt ja nicht nur im kleineren Boot daher, sondern fährt auch in anderem Wasser.

Ich habe hier im Februar auf den ausgezeichneten Rundfunkbeitrag "Leben und Literatur in Island und auf den Färöer-Inseln" hingewiesen und habe dies Thema seither zur Route meiner persönlichen Annäherung an die Buchmesse genommen. Und ich finde es total spannend, unterhaltsam und "bildend".

Meine Frau und ich lesen z.B. gerade "Niemandstal - Junge Literatur aus Island", herausgegeben von Ursula Giger und Jürg Glauser (dtv). Das ist eine Auswahl Texte aus der ganz aktuellen Palette isländischer Literatur, z.T. auch im Original noch unveröffentlicht. Die Texte wurden von Skandinavistik-Studenten übersetzt und von den Herausgebern anhand der Originale überarbeitet. Ein faszinierend engagierter, punktgenauer Beitrag zur Buchmesse, in einem großen Taschenbuch-Verlag publikumssicher plaziert.
Das Vorwort von Hallgrímur Helgason "Der isländische Schriftsteller - eine seltene Art, aber nicht vom Aussterben bedroht", sowie das Nachwort von Jürg Glauser reizen geradezu zwangsläufig zu Überlegungen, wie ein färöisches Pendant dazu hätte aussehen können.
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d.w.



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BeitragVerfasst am: 18.10.2011 00:18    Titel: Antworten mit Zitat

Am 22. September habe ich an dieser Stelle im Forum den damaligen Entwurf der färöischen Webseite für die Buchmesse in Frankfurt harsch kritisiert, was ein Forumsmitglied noch am selben Tage zu einer ebenso harschen Replik veranlasste.
Nachdem dreieinhalb Wochen vergangen sind und auch die Frankfurter Buchmesse inzwischen hinter uns liegt, halte ich es nun für angebracht, zu dieser Replik kurz Stellung zu nehmen:
Zwei DFF-Mitglieder haben mir mitgeteilt, dass sie meine Kritik an der Erstfassung der färöischen Webseite für die Buchmesse uneingeschränkt teilen. Und auch von färöischer Seite habe ich erfahren, dass man diesen Erstentwurf als ungenügend empfand. Das bestärkt mich darin, hier klarzustellen, dass ich keinen Anlass sehe, von meiner am 22. September geübten Kritik auch nur einen Satz zurückzunehmen, geschweige denn, meinen ganzen Beitrag zu löschen. Soweit dazu!!!

Aber jetzt stellt sich die Lage ganz anders dar. Die nunmehr zugängliche färöische Webseite für die Buchmesse in Frankfurt hat mit der am 22. September vorhandenen Erstfassung fast nichts mehr gemeinsam, so dass sich die Gründe für meine damalige Kritik inzwischen erledigt haben. Erfreulicherweise !!!, wovon man sich durch einen Besuch auf http://www.faeroeischebuecher.com überzeugen kann.
Diese veränderte Sachlage hat, soweit ich das beurteilen kann, vor allem zwei Gründe:
Erstens hat der für die Erstfassung verantwortliche Bearbeiter der Webseite seine Aufgabe abgegeben, wie er mir selbst mitteilte. Die Aufgabe, die färöische Webseite für die Frankfurter Buchmesse zu gestalten, übernahm dann Annika Sølvará, die Leiterin des Universitätsverlags der Färöer, die offensichtlich mehr Erfahrung in der Gestaltung einer Webseite besitzt, und auch auf die Hilfe von Mitarbeitern zurückgreifen kann.
Und zweitens habe ich es nicht einfach bei meiner Kritik bewenden lassen, sondern durch mehrmaligen Mailkontakt mit Frau Sølvará erreicht, dass nicht nur in den deutschen Texten der Webseite alle Rechtschreibungs- und Grammatikfehler beseitigt wurden, - Das von u. k. am 22.09. vermisste Korrekturlesen fand also doch noch statt. - sondern auch, dass die unsägliche Erstfassung der Webadresse faroischebucher in ein akzeptables faeroeischebuecher umgewandelt wurde. Obwohl es zunächst von färöischer Seite hieß, das sei leider nicht mehr möglich.
Darüber hinaus habe ich dafür gesorgt, dass noch einige weitere Texte auf die färöische Webseite gesetzt wurden, vor allem dadurch, dass ich Texte, die nur in der englischen Version standen, ins Deutsche übersetzt habe, damit sie auch in die deutsche Version gestellt werden konnten.
Ich habe mich also an das Prinzip gehalten: Wer A (Kritik) sagt, der muss auch B (Wie man's anders machen soll) sagen können.
In meinem Beitrag vom 22. September hatte ich auch kritisiert, dass von färöischer Seite nicht geplant worden war, die ins Deutsche übersetzten Textauszüge aus den zehn färöischen Büchern in gedruckter Form zusammengefasst zugänglich zu machen. Ich hatte dabei deutlich gemacht, dass das ausschließlich auf die Entscheidung der für die Finanzierung zuständigen Instanz zurückging. Dass dagegen die färöischen Vertreter auf der Buchmesse es durchaus gerne gesehen hätten, wenn man die Texte auch in gedruckter Form zur Verfügung hätte haben können, wird daran deutlich, dass zwei der färöischen Autoren auf eigene Kosten einen Sonderdruck der sie betreffenden Übersetzungen hatten herstellen lassen.
Noch bevor ich am 22. September meine Kritik in dieser Angelegenheit schrieb, hatte der DFF bereits begonnen, eine Drucklegung der Übersetzungstexte auf seine eigenen Kosten zu planen.
Was dann auch geschah, und zwar in einer Auflagenhöhe, die den finanziellen Möglichkeiten des DFF entsprach, und zugleich verhinderte, dass wir am Ende der Messe mit den übrig gebliebenen Exemplaren den Altpapiercontainer hätten füttern müssen. Noch vor dem Ende der Buchmesse waren die Hefte vergriffen. Nebenbei gesagt: Ein Manuskript, das aus mehreren unterschiedlichen Einzeltexten besteht, für die Drucklegung, bzw. für das Kopieren, vorzubereiten, ist keine Arbeit, die man eben mal in fünfzehn Minuten erledigt. Mich hat sie allerhand verkürzten Nachtschlaf gekostet.

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass drei Mitglieder des DFF an den beiden Besuchstagen für Privatbesucher, Samstag und Sonntag, am Stand der Färöer anwesend waren. Außerdem war ein weiteres DFF-Mitglied mit seiner Frau am Samstag anwesend. Wir haben in diesen beiden Tagen viele Gespräche mit Besuchern des färöischen Standes geführt. Wir hatten vorher überlegt, dass wir auf diese Weise die färöischen Vertreter entlasten könnten, da die allermeisten von ihnen sich mit den Besuchern nur auf Englisch unterhalten konnten.
Für uns, die wir an den beiden letzten Tagen der Buchmesse anwesend waren, vorwiegend am Stand der Färöer, war das Ganze trotz aller Strapazen ein großartiges Erlebnis, nicht nur durch die vielen Kontakte zu den Besuchern, sondern auch durch den Kontakt mit den färöischen Freunden. Bevor die Mehrzahl von ihnen bereits am Sonntagmorgen auf die Färöer zurückreiste, haben uns die färöischen Freunde am Samstagabend bei einem geselligen Zusammensein in ihrem Hotel ihren Dank und ihre Anerkennung für unseren Einsatz ausgesprochen.
Fazit: Der DFF hat im Rahmen seiner personellen, zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten die färöischen Freunde auf der Buchmesse
nach besten Kräften unterstützt. Das hat uns die Anerkennung der färöischen Freunde eingetragen. Damit können wir uneingeschränkt zufrieden sein.
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George



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BeitragVerfasst am: 19.10.2011 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Als "weiteres DFF-Mitglied mit seiner Frau" Smile
gebe ich kurz unsere eigenen Eindrücke von der Buchmesse wider:

1. Der diesjährig erstmals vergrößerte Messestand der Färöer stellt nach dem bisherigen "Nischen-Dasein" nunmehr einen attraktiven Treff- und Gesprächspunkt dar. Dies wurde mir auch von den erstaunlich vielen Färöer-Interessierten im Publikum mehrfach bestätigt. Wo immer es möglich ist, sollte die färöische Seite darin bestärkt werden, diesen Rahmen im Hauhaltsplan aufrechtzuerhalten.

2. Die Auftritts-Möglichkeiten für das DFF-Team waren auf diesem Stand an den Publikumstagen exzellent. Der Publikumskontakt erfolgte praktisch komplett über den "deutschen" Tresen des Standes, - und ich mußte retrospektiv doch etwas lächeln bei der Erinnerung an die anfänglichen Bedenken über die womöglichen Kosten etc. etc. ... Insbesondere mit Christian Schöne als 'frontman' vermittelt sich ein rundum professioneller Eindruck. Ich gehe davon aus, daß es künftig keinerlei Anstoß bedarf, diese Veranstaltung zu einem freudigen Dauer-Termin für den DFF zu machen und auszubauen.

3. Der Hauptzweck der Buchmesse, sozusagen deren 'Pflicht', ist das Geschäft mit den Buch-Rechten, somit ist es verständlich, daß einige Akteure bei der 'Kür', am ersten Publikumstag, nicht mehr anwesend waren. Ich hätte z.B. sehr gerne neuere Informationen mit Andras Mortensen besprochen gehabt, war dafür umso erfreuter, Kate Sanderson am Stand vorzufinden, die ihren Mann begleitete, der bekanntlich zum Autoren-Team gehört. An weiteren erfreulichen Überraschungen will ich nur noch Jon Hestoy (Føroyaprent) und Besitzer eines traditionellen 'fyramannafar'-Bootes in Leynar erwähnen, zu dessen drucktechnischen Prunkstücken das mit-beworbene Ruderboot-Buch von Andras Mortensen gehört.
Es gab für uns wie im vergangenen Jahr zwanglos Gelegenheiten zu Gesprächen mit Bekannten und Unbekannten, die den Besuch unterm Strich trotz der langen Anfahrt rundum rechtfertigten; insbesondere auch der Austausch mit "Kollegen" von 'Sagenhaftes Island' war interessant und für mich förderlich. Eine besonders interessante Erfahrung war eine beim seit vielen Jahren bekannten Göttinger Steidl-Verlag abgefragte Crash-Beratung zu einer 'roadmap' für den Zugang färöischer Autoren ins deutsche Verlagswesen.



4. Ich hatte den bestimmten Eindrucks eines deutlichen Gefälles im Auftreten des "Ministerium", das ist mein Jargon für die Schulbuch- und Uni-Verlage, und dem Schriftsteller-Verband. Erstere schienen entsprechend ihrer langjährigen Messe-Erfahrung und Organisationskraft perfekt und effizient vorbereitet auf Geschäfts-Termine wie in der Präsentation, - bis hin zu dem wunderbaren Eye-Catcher von Bárður Oskarsson "A dog, a cat and a mouse" in Englischer und Deutscher Version extra für die Buchmesse gedruckt. Vom Verband hatte ich den persönlichen Eindruck, daß diese Buchmesse 2011 zum guten Teil der Erfahrung gedient haben mochte, und daß man sich in der deutschen Verlagswelt im kommenden Jahr effektiver bewegen wird als bei diesem ersten Versuch.
Eine besonders engagierte Vorbereitung präsentierte Hanus Kamban, sicherlich auch der beste Kenner der deutschen Verhältnisse, mit seinem eigenen Präsentations-Büchlein "Das goldene Mädchen". Auch ihm wünsche ich, daß sich der verdiente Erfolg im Nachgang zur Buchmesse noch einstellt.
Ich belasse es bei der Erwähnung dieses für mich offensichtlichen Gefälles; im Nachhinein ist man immer klüger, und - wenn es denn zu einem nächsten Mal kommt - wird man 2012 von diesen Erfahrungen allseits profitieren können.



5. Eine Kommunikations-Baustelle war auch die Bewerbung und vorbereitende öffentliche Information der Buchmesse, und zwar von allen beteiligten Akteuren (ausgenommen "Sagenhaftes Island", das die inter-ministerielle Absprache zwischen Färöer und Island zuverlässig umgesetzt hatte).
Am Ende hatten wir mindestens drei verschiedene Webseiten mit gleicher oder ähnlicher Information "Fenster zu den Färöer-Inseln", mit mehr oder weniger Optimierungs-Möglichkeiten; das vor allem ein Ausweis fehlender Strategie, Absprache und Kommunikation. Wenn es von vorneherein keine Projekt-Verbindlichkeiten gibt, dann müssen wirkliche oder vermeintliche Fehler eben auf dem kurzen Weg ausgebügelt werden, anstatt öffentlich auf der meistbesuchten und meistgefundenen Webseite zum Thema, nämlich hier im Forum, einseitig einen der Partner an den Pranger zu stellen.
Daß es anders, besser und in Freundschaft geht, hat das DFF-Team anschließend selbst und dann geräuschlos gezeigt, - einige Mängel wurden in direktem Kontakt abgestellt, und es wurden kurzfristig dann doch eigene Druck-Exemplare der Webseiten-Information beschafft, - deren nützlicher Einsatz sich auf der Messe bestätigt hat; die "harsche" öffentliche Attacke mit der nun nachgeschobenen Erklärung war, ich sag's mal diplomatisch, "nicht hilfreich". Ich - selbst nicht unerfahren in eigenen Fettnäpfchen - hätte sie gelöscht. Aber was soll's, die Buchmesse ist vorbei, und für 2012 gilt "Neues Spiel, neues Glück..." Dann werden sicherlich auch die Konsequenzen aus dem (beinahe) Totalausfall in den deutschen Publikumsmedien ein Thema in der Vorbereitung sein.

6. Leider war es mir auf dem Messestand nicht möglich, ein Foto mit dem neuen DFF-Buch zu machen, - es sollte ein Scherz sein, damit Christian nicht weiter behaupten könnte, ich hätte noch nie eines in der Hand gehabt. Das Buch lag zur Messe eben doch nicht rechtzeitig vor, - ich schreibe dies mit ehrlichem Bedauern, weil ich den Akteuren die Präsentation ihrer Arbeit natürlich herzlich gegönnt hätte.
Ich nehme dies auch gerne zum Anlaß, ausdrücklich zu erklären, daß "Recycling" für mich - und hoffentlich auch für andere - keine herabsetzende Konnotation beinhaltet; auch nicht in der Verbindung "Recycling-Buch". (Die Kritik liegt ganz woanders, und wenn denn die Mobbing-Reflexe verraucht sind, kommen wir vielleicht - öffentlich - zu einer Auswertung dieser Messebeteiligung, die die Verdienste der diesjährig Beteiligten in keiner Weise schmälert, aber die Kapazitäten der doch viel größeren Gemeinde der Färöer-Freunde in Vorbereitung und Duchführung einbezieht.)
Ausdrücklich dankbar bin ich für die Möglichkeit zum Download der beiden - für mich - wichtigsten Kapitel des Buches aus der Webseite. Ich verbinde das mit der Hoffnung, daß dieser von Heinz Bück so eben mal so attraktiv hingelegte Internet-Auftritt des DFF keine Eintagsfliege bleiben möge.
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