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Die Männer von Aran

 
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Erik



Anmeldedatum: 17.08.2005
Beiträge: 833
Wohnort: Sonderburg

BeitragVerfasst am: 19.10.2011 14:20    Titel: Die Männer von Aran Antworten mit Zitat

Die Männer von Aran (Originaltitel: Man of Aran) ist ein britischer Dokumentarfilm von Robert J. Flaherty aus dem Jahr 1934.
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_M%C3%A4nner_von_Aran

http://www.youtube.com/watch?v=ZXYC5Sv_fOQ
http://de.wikipedia.org/wiki/Curragh_(Boot
http://www.flickr.com/photos/14716771@N05/6222006413/
http://www.flickr.com/photos/14716771@N05/6222006415/
http://www.flickr.com/photos/14716771@N05/6222006411/
http://de.wikipedia.org/wiki/Riesenhai

Die Färöer wurden wahrscheinlich um 625 von irischen Mönchen betreten und vom Ort Sumba ausgehend besiedelt. Archäologische Zeugnisse gibt es auch in der unmittelbaren Umgebung bei Akraberg, Víkarbyrgi und etwas weiter nördlich in Porkeri. Unter anderem konnte anhand botanischer Untersuchungen auf Mykines nachgewiesen werden, dass dort seit dieser Zeit Hafer kultiviert wird. Hierbei muss es sich aber um vergleichsweise kleine Einsiedlergruppen gehandelt haben.


Zuletzt bearbeitet von Erik am 20.10.2011 00:00, insgesamt 5-mal bearbeitet
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George



Anmeldedatum: 16.12.2007
Beiträge: 1193
Wohnort: Deutschland, Nähe Hannover

BeitragVerfasst am: 19.10.2011 19:16    Titel: Antworten mit Zitat

Der Name Flaherty ist unter geschichtbewußten Seekajak-Fans eine Legende, stammt doch von ihm der Stummfilm "Nanuk der Eskimo", die erste Kajak-Dokumentation, ja, eigentlich der erste Dokumentarfilm überhaupt. Es gibt kaum ein Jahr, in dem man sich nicht irgendwann zu Winterzeiten bei der Vorführung dieses Films trifft. Er zeigt eine kanadische Eskimofamilie mit Kajaks, die sich erheblich von den Grönland-Booten unterscheiden. Der dokumentarische Wert liegt vor allem darin, daß er die damaligen Boote und ihren Gebrauch zeigt; die Handlung selbst ist, teilweise mit viel Humor, inszeniert. Die Tragik dieses Films liegt darin, daß die darstellende Familie kurze Zeit darauf verhungert ist.
Anders dieser viel spätere Film "Man of Aran", dessen Dramatik sich vollständig aus der Inszenierung ergibt. Er zeigt nicht das reale Leben der Aran-Bewohner, sondern Flaherty's Inszenierung. Das ist keine Abwertung, der Film ist allemal sehenswert, - aber man sollte es wissen. Die realen Bewohner hatten schon seit Generationen keine Riesenhaie mehr gefangen,- sie haben es für diesen Film wieder gelernt? Man weiß es nicht, jedenfalls vor der Kamera dargestellt.

Tatsächlich wurden Riesenhaie, engl.: basking sharks, nach dem WW2 in Irland und England, vor allem in den Shetlands zu Tausenden industriell verarbeitet bis an die Grenze der Ausrottung; ähnlich den Walfangstationen gab es dort Ölkochereien für Riesenhai-Öl. Das Fleisch wurde meist zu Dünger geschreddert

Was sind die Bezüge zu den Färöern?

Natürlich der Riesenhai, - färöisch "brugdu". Er ist in den färöischen Gewässern ziemlich häufig, - ich habe ihn z.B. vom Kajak aus zweimal gesehen (einen Grindwal dagegen noch nie).
Eine Gruppe Göttinger Taucher, die ich bei Vestmanna erlebt hatte, sind beim ersten Probe-Tauchgang vom Schlauchboot aus direkt auf einen Riesenhai "gefallen", der direkt unterm Boot war. Zur Nutzung des brugdu auf den Färöern fällt mir nichts ein, keine Geschichte mit den Färöer-Booten; es wird sie aber wohl gegeben haben, weil grundsätzlich alles genutzt wurde, - aber keinesfalls so intensiv wie etwa in den Shetlands. Auf die Erfahrung mit ihnen weist auch eine Riesenhai-Variante des bekannten färöischen Wal-Sprichworts hin:"Lítið hjálpa góð orð við slættibøku", auch: "Tað bata eingi føgur orð við slættibøku" - Es nützen keine schönen Worte bei großen Walen... Für den Riesenhai lautet das Sprichwort: "Tað bata so lítið føgur orð við brugdu". Der Unterschied zwischen "einki" und "so lítið" ist dabei sicherlich nur philosophisch. Jedenfalls hat dieser riesenhafte und neugierige Plankton-Fresser eine gewaltige Kraft, und wird kleinen, zumal leichten Booten hochgefährlich.

Der zweite Bezug sind wohl die irischen Boote, die Curraghs. Allein schon ihrer Dokumentation wegen "lohnt" sich der Film. Eine archaische Bootsbauweise, bei der ein Geflecht aus Zweigen früher mit gegerbten Häuten, später auch mit Leinwand bespannt wurde. Diese Boote gibt es heute noch. Eine Vielzahl von Dokumentationen belegt ihre Seefähigkeit; nicht zuletzt die bekannte Fahrt von Tim Severin mit der größeren Curragh-Variante "Brendan" nach Amerika, - ab den Färöern mit dem dort neu dazugekommenem Besatzungsmitglied Tróndur Patursson.
Beim Curragh haben wir ähnlich wie beim Färöerboot ein ausgesprochen leichtes Fahrzeug, das in den gefährlichen Brandungsgewässern schnell mit manpower in Sicherheit gebracht werden konnte. Beide Bote sind von grundvershiedener konstruktiver Herkunft für ganz ähnliche nautische und soziale Bedingungen hochspezialisiert. Wir müssen uns aber vor Augen halten, daß dieser Curragh die Iren schon Jahrhunderte vor den Wikingern befähigt hat, die nordische Hochsee zu befahren und die atlantischen Inseln zu erreichen...
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"es ischt beweglich rund um die färörer herrrum"

"Bundin er bátleysur maður"
"Bound is a man who has no boat"
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