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Fisch-Unternehmen....stoppt Lachs-Import

 
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joachim



Anmeldedatum: 21.04.2010
Beiträge: 231
Wohnort: Ahlen

BeitragVerfasst am: 03.11.2012 18:33    Titel: Fisch-Unternehmen....stoppt Lachs-Import Antworten mit Zitat

Zitat:
Fisch-Unternehmen Gottfried Friedrichs stoppt Lachs-Import von den Färöer-Inseln


Nach Protesten der Hagener Organisation Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) gegen den Lachs-Import aus dem Walfangstaat Färöer-Inseln machte die Hamburger Gottfried Friedrichs KG jetzt einen Rückzieher und kündigte den Vertriebsstopp des Färöer-Lachses an.

Das WDSF hatte dem Fisch-Unternehmen einen internationalen Boykott-Aufruf angekündigt, wenn es nicht umgehend seinen Lachs-Import von den Färöer-Inseln stoppt. Die Firma Friedrichs würde sich mittelbar und ethisch-moralisch am Färöer-Walfang beteiligen, wenn sie durch den Lachs-Import die Umsätze der Fischfangflotte fördere, die gleichzeitig am Walfang beteiligt sei. Die Färöer würden rund 95 Prozent ihres Bruttosozialprodukts durch Fischexporte bestreiten, wobei der Inselstaat im Nordostatlantik mit den höchsten Lebensstandard in Europa hätte und nicht auf den Walfang angewiesen sei, so das WDSF.

Die Färöer-Walfänger schlachten alljährlich rund 1.000 Grindwale in ihren Küstengebieten ab. Die Färinger betrachten ihren blutigen Walfang als nationale Tradition und haben bisher alle internationalen Proteste zurückgewiesen, weil das Walfleisch zum Eigenverzehr kostenlos an die Insel-Bewohner verteilt würde. Eine kommerzielle Verwendung fände nicht statt.

Das WDSF hat jedoch nach eigenen Angaben vor Ort festgestellt, dass das Walfleisch in Restaurants auch Touristen zum Verkauf angeboten würde.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: "Wir haben uns jetzt seit über 12 Jahren bemüht, den Färöer-Walfang durch Dokumentationen zu stoppen. Die Walfänger lassen nicht mit sich reden. Kritik verstärke nur die Trotzreaktion noch mehr Wale zu töten, wurde uns gesagt. Jetzt gehen wir den Weg des finanziellen Drucks durch Boykott-Ankündigungen gegenüber den Fisch-Importeuren, der im Beispiel der Gottfried Friedrichs KG erfolgreich war.

Die Geschäftsleitung von Friedrichs schrieb dem WDSF: "Wir haben u.a. auch eine kleine Menge Lachs mit der Herkunft Färöer-Inseln bezogen. Dieser zeitlich befristete Bezug läuft in diesen Tagen aus und wir werden, wie bisher auch, wieder Rohware aus Norwegen einsetzen."


Quelle: http://www.extremnews.com/nachrichten/natur-und-umwelt/f4cc1424e51b2ca (Hervorhebungen von mir.

Auf der Homepage des Fischimpoeteurs http://www.gottfried-friedrichs.de/ fand ich nichts dazu. Aber sehr viel Geschwafel über nachhaltige Fischerei. http://www.gottfried-friedrichs.de/nachhaltigkeit/speisekammer-weltmeere.html .

Bemerkenswert sind zwei Sachen:

1.) Das Ganze sieht nach einer Erpressung aus: "..Das WDSF hatte dem Fisch-Unternehmen einen internationalen Boykott-Aufruf angekündigt, wenn es nicht umgehend seinen Lachs-Import von den Färöer-Inseln stoppt...".
2. ) Das ist doch ein besserer Witz: "...Wir haben u.a. auch eine kleine Menge Lachs mit der Herkunft Färöer-Inseln bezogen. ...wie bisher auch, wieder Rohware aus Norwegen einsetzen.." Oder hat Norwegen den Walfang eingestellt?

Damit verliert das Gerede von der Nachhaltigkeit jedoch für mich mehr oder weniger jede Glaubwürdigkeit. (Oder sind sie nur doof? Wer auf Ortmüller reinfällt...)

Die Seitenname "extremnews.com" macht ja zunächst keinen soliden Eindruck. Ich habe mich nur auf die Schnelle durchgeklickt. Zumindest soweit ich das beurteilen (z.B. IT-Meldungen) kann hat das dort Gemeldete aber mehr oder weniger Substanz.

JO

P.S.: Sollte man die Firma nicht mal auf dieses Forum verweisen?

NACHTRAG:

Jetzt auch bei Focus: http://www.focus.de/finanzen/diverses/verbraucher-fisch-unternehmen-gottfried-friedrichs-stoppt-lachs-import-von-den-faeroeer-inseln-tierschuetzerproteste-erfolgreich_aid_851699.html

Interessant Ortmüllers Schreiben an die Firma Friederichs:

http://www.wdsf.eu/images/_wdsf_download/friedrichs_brief_faeroeer.pdf (PDF Datei)


Auszüge

Zitat:
Sehr geehrter Herr Clüsener,

aufgrund der uns vorliegenden Verkaufspackungen stellen wir fest, dass die Firma Gottfried Friedrichs KG auch
Lachs (Salmo salar) aus Aquakulturen von den Färöer-Inseln im Vertrieb für den Verkauf an Endverbraucher
anbietet....

.....Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) befasst sich ausschließlich mit dem Schutz der maritimen Meeressäuger.....

....Wir möchten mit diesem Schreiben dringend an Sie appellieren, den Verkauf der Produkte von den Färöer-Inseln
umgehend aus Ihrem Angebots-Programm zu nehmen.
.....

....arbeiten wir mit intensiven
Öffentlichkeitskampagnen auch gegen moralische und ethische Verstöße, die u.E. in einer Verkaufspolitik einer
deutschen Firma, die sich auf einen nachhaltigen Fischfang beruft und sich dabei u.a. auf ihrer Internetseite für den
„Schutz der Umwelt“ einsetzt, keinen Platz haben dürfen.....

........ Wir eröffnen in gleichgelagerten Fällen ebenso
Veranstaltungsgruppen auf Facebook und forcieren eine Zusammenarbeit mit anderen Tierschutz-Organisationen
(z.B. PETA).
Das WDSF ist dafür bekannt, dass auch juristische Schritte erwogen und realisiert werden, wenn mögliche
Vergehen gegen bestehende Gesetze vorliegen. Im Fall der Firma Friedrichs KG wird es in erster Linie darum gehen,
einen mittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Delfintöten aus Tierschutzgründen darzustellen.
Unzweifelhaft fördern Sie mit Ihrem Aufkauf des Lachses aus den u.E. bedenklichen Aquakulturen (darüber liegt
uns von den Färöer-Inseln eigenes Filmmaterial vor) der Färöer-Inseln die wirtschaftliche Situation der Färöer.
Sicherlich ist Ihnen bekannt, dass wir nach höchstrichterlicher Rechtsprechung die legitime Möglichkeit haben, aus
Tierschutzgründen zum Boykott von Unternehmen aufzurufen.
Wir würden es jedoch bevorzugen, wenn sich Ihre Firmenleitung dazu bereit erklären würde, keinerlei
Fischprodukte von den Färöer mehr zu importieren. Das würde sicherlich auch in der Öffentlichkeit sehr gut
darstellbar sein und das Image Ihrer Firma fördern.

Bevor wir unsere Kampagne starten, geben wir Ihnen hiermit Gelegenheit Stellung zu beziehen und eine
entsprechende schriftliche Zusage des sofortigen Kaufstopps zu geben. Wir haben dafür den 30. Oktober 2012
notiert.
Für evtl. Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung
i.A. Jürgen Ortmüller
WDSF-Geschäftsführer


Das klingt doch sehr nach Inkassobüro incl. Drohung und Fristsetzung.....
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Karl Valentin
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 05.11.2012 19:10    Titel: Antworten mit Zitat

Die Boykott-Kampagne läuft ja schon seit (mindestens 12 ?) Jahren und ich habe mich gewundert, dass überhaupt noch ein Importeur zu finden war, der als Herkunft "Färöer" angab. Das ließe sich ja übrigens auch umgehen. Ich habe eine ältere Liste, auf der eine Menge deutsche Importeure und Handelsketten verzeichnet sind, die färöischen Fisch boykottieren. Natürlich ist es Erpressung etc., aber es hat m.E. keinen Sinn, mit diesen Leuten noch lange zu diskutieren. Erstaunlich, dass es nach der Veröffentlichung des Boykottaufrufs des Steuerberaters bei Twitter erst vor ein paar Tagen so schnell ging (quasi postwendend).
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joachim



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BeitragVerfasst am: 05.11.2012 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist in der Tat erstaunlich wie schnell sie eingeknickt sind. Ortmüllers Brief ist vom 23. Oktober.

Was ich mich frage ist, ob dieses Schreiben und so wie es formuliert ist nicht den Tatbestand der Nötigung erfüllt.

Wie auch immer: Heisst das, dass der Lachs aus Norwegen in Wirklichkeit von den Färöer kommen könnte und die Fa. Friedrichs und andere so weiter machen wie bisher, es eben nur nicht sagen. (Nicht das ich was dagegen hätte.) Denn irgendwer muss die Fische und Fischprodukte der Färinger ja kaufen außerhalb der Färöer.

Und in der Tat, ich habe wohl noch nie Fisch gekauft der ausdrücklich als färöisch deklariert war. (Gut, ich kaufe hier selten Fisch, aber trotzdem...)

JO

P.S. Zu schreiben, dass man Lachs aus dem Hochsee-Walfang-Land Norwegen statt von den Färöer nimmt weil die Färinger Grindwale fangen.... Ich finde den Witz immer noch gut.

Aber vielleicht war das ja von Friedrichs auch so gewollt, vielleicht maile ich sie mal an.
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Karl Valentin
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 06.11.2012 18:32    Titel: Antworten mit Zitat

joachim hat Folgendes geschrieben:


P.S. Zu schreiben, dass man Lachs aus dem Hochsee-Walfang-Land Norwegen statt von den Färöer nimmt weil die Färinger Grindwale fangen.... Ich finde den Witz immer noch gut.



Ich auch. Es ist aber nicht der einzige Widerspruch bei dieser Kampagne. Diese sog. "Tierschützer" hätten sich ja auch andere Gegner (Länder) für ihre Boykottaufrufe aussuchen können als die kleinen Färöer. Ich mache mir aber keine größeren Sorgen um die wirtschaftlichen Auswirkungen, weil es diese Boykottkampagne bereits seit längerer Zeit (mind. 10 Jahre) gibt und die Färöer immer noch Fisch exportieren.
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