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Lachszüchter von den Färöern sind Stars d. Corona-Bekämpfung

 
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Lupiro



Anmeldedatum: 21.12.2016
Beiträge: 66

BeitragVerfasst am: 13.04.2020 22:42    Titel: Lachszüchter von den Färöern sind Stars d. Corona-Bekämpfung Antworten mit Zitat

Die Lachszüchter von den Färöern sind heimliche Stars der Corona-Bekämpfung

Hilfe im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus kommt bisweilen von unerwarteter Seite. Auf den Färöer-Inseln gründet der erfolgreiche Umgang mit der Krise in Erfahrungen aus der Lachszucht und im Geistesblitz eines Veterinärwissenschafters.


So allein und isoliert liegen die Färöer-Inseln in den Weiten des Nordatlantiks, dass man sich zunächst schlecht vorstellen kann, wie das neuartige Coronavirus sogar dorthin gelangen konnte. Doch weil es Flug- und Fährverbindungen gibt zum Mutterland Dänemark (von dessen Königreich die Färöer ein Teil sind, auch wenn sie eine fast vollständige Autonomie geniessen), hat es das Virus dennoch geschafft. Erstaunlicher als dieses Faktum ist indes, dass von den bis Ostern registrierten 184 Fällen (auf eine Bevölkerung von rund 50 000 Einwohnern) vorläufig kein einziger zu einem Tod führte und auch die Zahl der Hospitalisierungen sich bisher im niedrigen einstelligen Bereich bewegt.

Kaum ein europäisches Gebiet scheint es also besser verstanden zu haben, das Virus in den Griff zu bekommen, als gerade die Färöer. Ihre geografische Lage dürfte ein begünstigender Faktor sein, doch das grösste Verdienst kommt den hiesigen Lachszüchtern zu.
Menschen testen statt Fische

Das kam so: Aquakultur ist zusammen mit dem Hochsee-Fischfang seit Jahrzehnten der weitaus wichtigste Exportzweig der Inseln. Als um das Jahr 2000 die Lachszucht durch ein hochansteckendes Virus in ihrer nackten Existenz bedroht war, wurde deshalb eine extensive Labor-Infrastruktur aufgebaut, um die Fischbestände auf das Vorhandensein des sogenannten Isav-Erregers (Infectious salmon anaemic virus; ansteckende Lachs-Blutarmut) zu testen. Als nun in China die Coronavirus-Krise ausbrach, ahnte Debes Christiansen, der Chef des Referenzlabors für Fischkrankheiten in der färöischen Hauptstadt Torshavn, mit seinem auf Viruserkrankungen geschärften Blick sofort, was auf Europa zukommen könnte. Und er hatte einen Geistesblitz.

Christiansen kam auf die Idee, das Labor so umzurüsten, dass es für Sars-CoV-2-Tests eingesetzt werden könnte. Und er war weitsichtig genug, rechtzeitig die entsprechenden Materialien einzukaufen. Eigentlich sei es eine recht einfache Prozedur gewesen, wurde Christiansen von der Zeitung Guardian zitiert. Nun hat das Labor, sowohl materiell als auch personell, die Kapazität für die Durchführung und Analyse von bis zu 1000 Tests pro Tag.

Das Resultat von Christiansens Initiative: Rund 11% der gesamten Bevölkerung konnten bisher getestet werden, ein höherer Anteil als irgendwo sonst in der Welt. Alle Infektionsketten konnten samt Verdachtsfällen zurückverfolgt und Massnahmen zur Eindämmung der Weiterverbreitung ergriffen werden. Die Regierung half mit, indem sie beim Hauptspital in Torshavn eine Drive-in-Testanlage und beim Flughafen eine Quarantänestation einrichtete.

Entscheidend für den Erfolg der Färöer bei der Seuchenbekämpfung waren laut Kristina Hafoss, einer färöischen Parlamentarierin, die Existenz eines eigenen Labors und der damit verbundene Zeitgewinn. Hätten die Proben nach Dänemark zur Analyse gesendet werden müssen, wären entscheidende Tage verstrichen, und die Strategie zur Bekämpfung des Virus hätte kaum in ihrer bestehenden Form umgesetzt werden können.
Auch die Aquakultur kann sich freuen

Ausserdem stellt nun die grosse Anzahl von Testresultaten einen wertvollen Datensatz für die Wissenschaft dar. Ein Forschungsinstitut in Torshavn begann bereits zu ermitteln, wie sich das Virus in der Gesellschaft bewegt. Dafür wurde finanzielle Unterstützung aus Dänemark zugesagt, und auch aus Brüssel könnten Mittel fliessen.

Standen die Lachszüchter am Anfang dieser erstaunlichen Geschichte, so ist es gut möglich, dass für sie schliesslich nicht nur Dank und Ruhm, sondern auch eine willkommene materielle Dividende herausschauen wird. Denn die Branche könnte ihrerseits von Erfahrungen profitieren, die aus der Bekämpfung des neuartigen Coronavirus gewonnen werden. So schrieb das Fachmagazin Fish Farmer, neu entwickelte Corona-Schnelltests liessen sich möglicherweise für eine ganze Reihe von Fischkrankheiten adaptieren. Wenn einem Betrieb, der mit einer Infektion kämpfe, Resultate innerhalb von Minuten statt Tagen vorlägen, könne ein Fischbestand weit eher gerettet werden.

https://www.nzz.ch/wirtschaft/die-lachszuechter-von-den-faeroeern-sind-heimliche-stars-der-corona-bekaempfung-ld.1551228?mktcid=smch&mktcval=fbpost_2020-04-12&fbclid=IwAR01dj3MNOZ-58XRJP8FGRawnUxpIxKlRhWm8g8RoYtptNZj-pNyf-FyQGM
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 15.04.2020 18:45    Titel: Antworten mit Zitat

Kann jmd bestätigen, dass der Artikel in einer gedruckten Ausgabe der NZZ erschienen ist (Datum, Nr., Seite, Schweiz oder international) ?
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u.k.



Anmeldedatum: 16.08.2005
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BeitragVerfasst am: 23.04.2020 17:51    Titel: RP Online 22.4.2020 Antworten mit Zitat

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