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Ein schiffbrüchiger Deutscher in Kirkjubøur
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George



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BeitragVerfasst am: 05.06.2008 18:08    Titel: Ein schiffbrüchiger Deutscher in Kirkjubøur Antworten mit Zitat

Dieser Text wurde ursprünglich am 31.5.08 gepostet.
Die zugrunde liegende Begebenheit stellt zwar nur einen ganz kleinen färöisch-deutschen Farbklecks dar, aber ich finde ihn reizvoll genug, um seiner Geschichte nachzuspüren:

_____________


Auf der Kirkjubøur-Homepage findet sich auf der Seite http://www.patursson.fo/uk/innan_01.html folgender Text:
Zitat:
The Roykstova, with its air- and smoke-opening in the ceiling, is approximately 900 years old. The table was fashioned from a cargo hatch upon which Anders, a shipwrecked German, drifted ashore in 1895.

Ich habe keine Schiffsmeldung zu diesem Schiffbruch gefunden.
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UL



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BeitragVerfasst am: 05.06.2008 19:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hier noch einmal der (ursprünglich in meiner Antwort vom 31.05.2008 wiedergegebene) Auszug aus dem dänischen Register (http://www.sbib.dk/documents/Dansk_soeulykkestatistik/1895_001-054.pdf):

Zitat:
Nr. 179. «Principia» af Newcastle, S. S., 2749 Tons Brutto, Kapt. Stannard.
Søforhør i Kirkebö d. 21/11 og i Thorshavn d. 26/11 95.
Ifølge Forklaring af den eneste Overlevende af P.’s Besætning, Matros Heinrich Anders af Rostock, sprængtes d. 19/11 95 Kl. 21/2 F. M., da P. — fra Dundee til New York med Klude, Papir og 100 Fade Tjære paa Dækket — var ca. 130 Kml. Vest for Skotland, en Lastluge paa Fordækket som ved en Explosion og samtidig stod Fordækket i Luer. Af 8 Mand, som da befandt sig i Folkelukafet, sprang 6 over Bord og forsøgte ved Svømning at bjærge sig op paa Agterdækket; men kun for 2 af disse lykkedes det. Maskinen blev strax stoppet og en Baad udsattes; men Daviden knækkede og endnu 1 Mand druknede. Samme Uheld skete med den sidste Baad, som fandtes agterude og de paa Forskibet værende Baade vare paa Grund af Ilden utilgængelige. Vinden var da Sydvestlig og Søen høj. Fokkemasten gik kort efter over Bord og tog i Faldet Toppen af Stormasten med sig. Medens Besætningen forgæves forsøgte at slukke Ilden, blev Kursen med halv Fart sat tilbage efter Skotland; men for ikke at bringe hele Skibet i Flammer, inaatte Kursen lempes efter Vinden. Af Skibets 4 Kompasser vare de tre ødelagte af Ilden. Natten til den 21. løb P. mod et Skær, formentlig ved Saltevig paa Sandøen og sank kort efter. Resten af Besætningen, som oprindelig bestod af 28 Mand, foruden 1 Passager, omkom med Undtagelse af fornævnte Matros, som d. 21. Kl. 31/2 E. M. blev funden af en Færinger Baad drivende paa en Planke. Blandt de Omkomne fandtes en dansk Mand, Hovmester N. Nielsen af Kjøbenhavn.
Om Aarsagen til Explosionen kunde den reddede Matros ingen Oplysning give.
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George



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BeitragVerfasst am: 06.06.2008 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

(Mein alter Text ist weg, aber das ist unwichtig.)

Nachdem UL den Namen des Geretteten identifiziert hat "Matros Heinrich Anders af Rostock", können wir uns auf die Suche nach weiteren Informationen machen.
Ein Schiffsunglück mit einer(!) glücklichen Rettung wird Gegenstand des öffentlichen medialen Interesses gewesen sein, mithin wird es in den Zeitungen gestanden haben; - ab November 1895.

Vielleicht in den Färöern:
http://www.timarit.is/ordaleit.jsp
Enthält Volltexte und layoutgetreue Digitalisate von ca. 228 Zeitungen und Zeitschriften aus Grönland, Färöer und Island aus dem Zeitraum 1773 - 2001.
Dazu fehlen mir allerdings die Sprachkenntnisse.

Vielleicht in Rostock:
Die Bibliothek der Universität Rostock hat etliche Zeitschriften von 1895 zur Einsicht oder auf Microfiche..., aber eben in Rostock; online-Exemplare habe ich nicht gefunden.
Ich habe mich deshalb zunächst an das Rostocker Stadtarchiv gewandt, in der Hoffnung, daß jemand diese kleine Rostocker-Färöer Geschichte für interessant genug findet, um nachzusehen.

Aber sicherlich gibt es auch andere und bessere Ideen.
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UL



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BeitragVerfasst am: 06.06.2008 18:12    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Erwähnung findet sich in Føringatíðindi, 7. Jahrgang, Nr. 3, vom 06.02.1896 (http://www.timarit.is/titlebrowse.jsp?issueID=200109&pageSelected=2&lang=4):

Zitat:
Eg eri borin á Tysklandi, heitir Heinrick Anders.


Leider genügen auch meine Sprachkenntnisse nicht, um den Artikel zu übersetzen. Vielleicht hilft aber zumindest der URL ein wenig weiter ...

Nachtrag: Ein Artikel in Føringatíðindi, 6. Jahrgang, Nr. 23, vom 05.12.1895 (http://www.timarit.is/titlebrowse.jsp?issueID=200105&pageSelected=0&lang=4) widmet sich offenbar ausführlich dem Untergang der "Principia".
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 06.06.2008 19:48    Titel: THE TIMES, Dec 10, 1895; pg. 9 Antworten mit Zitat

hat ausführlich darüber berichtet: "WRECK AND LOSS OF TWENTY-EIGHT LIVES", die NEW YORK TIMES am gleichen Tag: "STEAMER PRINCIPIA FOUNDERED. Twenty-seven of the Vessel´s Crew of Twenty-eight Men and One Passenger named Jackson Were Drowned". Die o.g. färöische Zeitschrift brachte ja bereits zwei (!) Artikel am 5. DECEMBER 1895 (No. 23). Die FRANKFURTER ZEITUNG und Handelsblatt hat aus den englischen Pressemeldungen eine Kurzmeldung gemacht. Alle erwähnen den Rostocker. Habe leider keine Möglichkeit, die Texte hier reinzustellen.
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George



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BeitragVerfasst am: 07.06.2008 08:10    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist doch spannend, was in so kurzer Zeit über diesen einen Halbsatz "Anders, a shipwrecked German, drifted ashore in 1895" herausgefunden worden ist!
In der Føringatíðindi vom 06.02.1896 wird etwas über die Familie von unserem "matros" erwähnt; vielleicht hat jemand Lust und Zeit zum Übersetzen?
Für den Faksimile-Download aus dem isländischen Server http://www.timarit.is/ordaleit.jsp braucht es das "LizardTech DjVu Browser Plug-in 6.1". Wer das nicht installieren mag, - es gibt auch eine simple Text/Grafik-Ansicht (.png), - die ich sehr gerne auch an Interessierte mailen kann.
Wer über eine bessere Ausrüstung verfügt als ich derzeit in meinem Bauwagen, wäre vielleicht auch imstande, diesen Text über OCR einstellbar zu machen.

(Dieser isländische Server ist übrigens eine wunderbare Fundgrube zum Stöbern! Ich bin fasziniert darüber, daß ich alte färöische Zeitungen hier auf dem Schirm durchblättern kann, - die deutschen Äquivalente dagegen leider nicht...)

Ich habe mich an Joannes Patursson in Kirkjubøur gewandt mit der Anfrage, ob er vielleicht mehr weiß über diese Geschichte von vor über 100 Jahren. Ich bin auf seine Antwort gespannt.
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 07.06.2008 09:48    Titel: Ab ca. 10 Dezember 1895 in der internationalen Presse Antworten mit Zitat

Heinrich ANDERS aus Rostock kam am 9. Dezember mit dem Dampfer LAURA von den Färöern in GRANTON/ EDINBURGH an und hat dort nochmals (wie schon auf den Färöern) die dramatische Geschichte des Untergangs der PRINCIPIA erzählt, die dann ab etwa dem 10. Dezember 1895 in der internationalen Presse verbreitet wurde. Außer den o.g. Zeitungen haben u.a. THE MILWAUKEE JOURNAL am 10.12. und THE DAILY INTER OCEAN (Chicago, IL) am Tag darauf mehr oder weniger ausführlich darüber berichtet.

Auch die wichtigsten englischsprachigen Zeitungen (z.B. THE TIMES, London, von Beginn an) sind digitalisiert und können in einigen Bibliotheken (z.B. Staatsbibliothek Berlin) eingesehen werden. Leider sind wir in Deutschland mit den deutschsprachigen Zeitungen noch nicht so weit. Die FRANKFURTER ZEITUNG von Dez. 1895 konnte ich ausnahmsweise einsehen, obwohl das Papier brüchig war. Ich werde nächste Woche mal in der ROSTOCKER ZEITUNG nachschauen, ob die Meldung über den schiffbrüchigen Rostocker damals dort angekommen ist.
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George



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BeitragVerfasst am: 08.06.2008 16:24    Titel: Antworten mit Zitat

Heute erhielt ich die Antwort von Jóannes Patursson auf meine Anfrage nach Heinrich Anders:
Zitat:
Hi George.

Thank you for your mail. Also for the links. So far we haven´t written the whole story about Heindrich Anders on our website, wich is much in need of updating.
We are working on it as of now, and hopefully will have a new website up and running this fall, with a lot more sagas and pictures on it.

About Anders; it has been mentioned in the New York times, see link.
http://query.nytimes.com/mem/archive-free/pdf?_r=2&res=9A06EFD9113AE533A25753C1A9649D94649ED7CF&oref=slogin&oref=slogin

From the stories here, and also written in ”Varðin” (a book series about faroese happenings).
In 1895 a young man on the farm sees driftwood and what he thinks is a man (where the new ferryharbour (Gamlarætt) is today).
They go out in a boat, the weather is rough and they nearly capsize. They found the man sitting on the log, in shock and bewildered.
They explain they had to tear him loose, he wouldn´t let go of the log.
He passed out and they brought him back to the farm. He was carried up to Roykstovan. My great, great grandfather takes of his clothes and they are wrapped up and thus trying to warm him up again.
Later on he wakes up. He tells he is from Rostock and also tells about the shipwreck. Interrogations are held about the wreckage.
Heindrich leaves the Faroes, but in 1936 16 of july he revisited Kirkjubøur and was very surprised to see that the log that saved his life now was used as a table.
He wrote in one of our guestbooks like this ” Now I am sitting again on the plank that saved my life 40 years ago” Heindrich Anders.
My great grandfather wrote below, This is the german that drifted on the table.

In ”Varðin” both the interrogation of Anders and those who found him has been printed. But I haven´t read it a while though.

I told this story to some elders in Roykstovan one day, and one of the old ladyes said she had heard the story often because her father helped carry Anders up from the beach.

Divers have visited Principia she rests just of the reefs outside Søltuvík (35 meter deprth). Items have been lifted from the ship, and a dive team also tried to track down what later happened to Anders or relatives, but had no success.

Should you discover anything, would be very interested in hearing from you, also you are welcome to visit next time you are here.

Vinaliga / Sincerely

Kirkjubøargarður sp/f
Jóannes Patursson
FO-175 Kirkjubøur
Faroe Islands


Ich freue mich sowohl über diese neuen Nachrichten als auch über das Interesse an unserem Thema sehr.
Im "Varðin" scheint offenbar einiges mehr zu stehen als in diesem Schreiben, sodaß es hier endgültig ohne Färöisch-Kundige nicht mehr weiter geht.
Vielleicht findet sich ein Kontakt zu dem Taucher-Team, das das Unglücksschiff "Patricia" betaucht und weitere Nachforschungen angestellt hat.
Über den Besuch von Heinrich Anders 1936 wird es sicherlich auch Berichte geben.

Ich hatte Herrn Patursson geschrieben, daß diese Recherche ein kleines Projekt in diesem Forum ist, - nicht daß der Eindruck entsteht, ich hätte dies privatisiert. Mir ist v.a. wieder deutlich geworden, was engagierte Leute, die sich in Archivarbeit auskennen, für dieses Forum wert sind!

Vinaliga!
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 09.06.2008 19:27    Titel: Die ROSTOCKER ZEITUNG brachte 1895 eine Kurzmeldung Antworten mit Zitat

In Nr. 574 (Morgenausgabe) Dinstag (!) 10. Dezember 1895, S. 3:
"London 9. Dez., Abends (Tel. Dep. der "Rostocker Ztg"). Nach einer Lloydmeldung aus Leith brach auf dem Dampfer "Principio" (!) von Shields nach Newyork, 140 Meilen nordlich von Cap Wrath Feuer aus. Der Dampfer steuerte darauf auf Farö zu, stieß auf Felsen und sank vierzehn Faden tief. Siebenundzwanzig von der Mannschaft sind umgekommen. Einer, Henry Anders aus Rostock, ist gerettet."

Ob die Zeitung später noch einmal ausführlicher (wegen der Beteiligung eines Rostockers) auf den Schiffsuntergang eingegangen ist, konnte nicht ermittelt werden. Die englischsprachigen Zeitungen berichteten nur einmal aktuell um den 10. Dezember 1895 herum.
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George



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BeitragVerfasst am: 10.06.2008 14:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin beeindruckt, wie Du da immer dran kommst! - Ich komme nicht einmal ins New York Times Archiv, ohne daß ich ein Abo abschließen soll oder sonstwie kostenpflichtig werde...

Ich bin guter Hoffnung, daß ich in Rostock einen Recherche-Kontakt bekomme, und wegen des Taucher-Unternehmens habe ich nachgefragt.

Weiß jemand, wie man an färöische Zeitungen von 1936 kommt? Die sind leider nicht auf dem isländischen Server...

Wie ich den DFF und das Forum kennengelernt habe, steht das ”Varðin” (a book series about faroese happenings) längst mehrfach irgendwo im Regal. Besteht wohl die Möglichkeit einer Kopie dieses ANDERS-Beitrags?
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BeitragVerfasst am: 10.06.2008 19:51    Titel: Die Zeitschrift Antworten mit Zitat

Varðin (siehe Wikipedia) steht in einigen deutschen Bibliotheken (z.T. als Nachdruck) u.a. in der Skandinavistikbibliothek der HU Berlin. Erst müsste man mal im Registerband nachsehen, in welchem Jahrgang der Artikel überhaupt erschienen ist.

Färöische Zeitungen gibt es in deutschen Bibliotheken wohl nicht, außer einer von der Südinsel, die in den 60ern eingegangen ist (nur 50er- 60er Jahre, lückenhaft).

Sosialurin wird es wie auch Dimma sicherlich in der Färöischen Landesbibliothek in Tórshavn (auf Rollfilm) oder bei den Zeitungen geben.
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d.w.



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BeitragVerfasst am: 12.06.2008 01:34    Titel: Antworten mit Zitat

Die färöische Kulturzeitschrift „Varðin“ (gesprochen „wäarin“ - das Wort heißt „der Steinhaufen“ und berzeichnet speziell die „Steinmänner“, denen man auf den alten färöischen Bergpfaden immer wieder begegnet) erschien zum ersten Mal 1921 und erscheint auch heute noch. Das ist vermutlich der Grund dafür, dass sie (leider) in www.timarit.is nicht enthalten ist.
Ich besitze den Registerband für die ersten vierzig Bände von „Varðin“. Natürlich habe ich mal hineingeschaut, um zu sehen ob ich fündig werden würde. Das Register besitzt eine sehr ausführliche Aufteilung nach Sachgebieten. Unter anderem enthält es den Abschnitt „Skipbrot og bjargingar“ (Schiffbruch unbd Rettungen). Dort habe ich zwei Aufsätze gefunden, die in Frage kommen könnten:
Joen Joensen, Ein undurfull bjarging (Eine wunderbare Rettung), Band 16, S. 36-42;
Rikard Jensen, Ein vanlukka (Ein Unglück), Band 31, S. 93-95.
Aus den Titeln der beiden genannten Texte geht leider nicht hervor, ob es sich darin tatsächlich um die Rettung des schiffbrüchigen Heinrich Anders handelt.
Wenn Uwe Zeit und Interesse hat, könnte er das mal anhand der in der Humboldt-Uni vorhandenen Nummern von Varðin feststellen, Ich kann außerdem einen Freund, der am 28. Juni auf die Färöer reist, bitten, in der Landesbibliothek in Tórshavn nachzusehen.
Ich selbst werde Anfang Oktober einige Tage in Tórshavn sein und könnte das dann auch noch in der färöischen Landesbibliothek recherchieren.
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George



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BeitragVerfasst am: 12.06.2008 10:41    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für diese guten Informationen. Ich habe mit den von Dir gefundenen Titeln die Webseite von „Varðin“ "gefunden", mit Verlagsgeschichte und etlichen anderen Infos.
Auf http://www.vardin.net/innihaldsyvirlit.htm findet sich dann das Inhaltsverzeichnis aller Bände, - allerdings ohne die sehr nützliche Einteilung nach Sachgebieten, wie Du sie im Registerband hast.

Joen Joensen, Ein undurfull bjarging (Eine wunderbare Rettung), Band 16, S. 36-42; ist 1936 erschienen. Das könnte - aber nur "gefühlt" - mit dem Besuch von H. Anders zusammenpassen...

Ich hielte es über Deine Reise-Angebote hinaus für sehr vorteilhaft, wenn sich vor Ort ein Korrespondenzpartner fände, der/die an dieser Geschichte interessiert ist und ich habe mich mal auf die Suche gemacht.
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u.k.



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BeitragVerfasst am: 12.06.2008 11:52    Titel: Es ist Varðin Bd. 16.1936 Antworten mit Zitat

Es geht um "Principia (skip); skipbrot...", lt. Inhaltsangabe in einer Bibliotheksdatenbank (Stadtbibliothek Tórshavn). Zeitlich könnte es auch passen (1936). Ich fand allerdings als Verfasserangabe "F.M.H.".

NACHTRAG (17.06.)

Mit F.M.H. ist der gleichnamige Artikel in Dimma vom 28. Dezember 1935 unterzeichnet, der eine ausführliche Schilderung des Unterganges der "Principia" und der Rettung von Heinrich Anders (nach seinem Bericht) bringt.


Zuletzt bearbeitet von u.k. am 17.06.2008 09:05, insgesamt einmal bearbeitet
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d.w.



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BeitragVerfasst am: 13.06.2008 02:41    Titel: Antworten mit Zitat

Im Registerband für die ersten vierzig Bände von „Varðin“ ist als Verfasser des Aufsatzes „Ein undurfull bjarging“ im Autorenregister Jógvan Joensen angegeben, aber im Sachregister heißt der Verfasser Joen Joensen. Nun ist „Joen“ nur eine Alternativform des färöischen Namens „Jógvan“ (=Johann) und vermutlich eine färöische Verballhornung der dänischen Namenform „Johan“. Es ist also dieselbe Person gemeint.
Wenn in der Datenbank der Stadtbücherei von Tórshavn als Verfasser dieses Aufsatzes ein „F.H.M.“ angegeben, halte ich das für einen Eingabefehler.
Entscheidend ist, dass laut Angabe in dieser Datenbank der Text des Aufsatzes „Ein undurfull bjarging“ in Band 16, S. 36-42 sich tatsächlich mit dem Untergang des Schiffes „Principia“ und der Rettung von Heinrich Anders befasst.
Der Königsbauer Jóannes Patursson hat sich also in seinem Antwortbrief an George mit seinem Hinweis auf die Zeitschrift „Varðin“ nicht geirrt.
Nun müssen wir nur noch Geduld aufbringen, bis irgendeiner von uns irgendwann irgendwo an den Band 16 von „Varðin“ herankommt und sich eine Kopie des Aufsatzes besorgt.
Um das Übersetzen werde ich mich dann schon kümmern.
Ich möchte auch in einigen Tagen den Originaltext und die Übersetzung des Berichts über Heinrich Anders aus “Föringatìðindi“ vom 6. Februar 1896 hier ins Forum setzen.
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